Lehrschwimmbecken

Eine sehr gute Nachricht für den Norden

Dass in Hennen ab Mitte März endlich wieder geschwommen werden kann, dürfte auch beim Jahresempfang der Ortsvereine am Sonntag im benachbarten Feuerwehrgerätehaus ein Gesprächsthema sein.

Dass in Hennen ab Mitte März endlich wieder geschwommen werden kann, dürfte auch beim Jahresempfang der Ortsvereine am Sonntag im benachbarten Feuerwehrgerätehaus ein Gesprächsthema sein.

Foto: Torsten Lehmann

Hennen.  Ab dem 16. März soll das Hennener Lehrschwimmbecken nach 247 Tagen wieder genutzt werden können.

„Nach derzeitigem Stand gehen wir davon aus, dass das Hennener Lehrschwimmbecken ab dem 16. März wieder genutzt werden kann.“ Diese gute Nachricht konnte Claudia Zawada, Leiterin des Kommunalen Immobilienmanagements (KIM), am Freitagmorgen verkünden.

Dass es nun erstmals ein konkretes Wiedereröffnungsdatum gibt, ließ sie dann auch über Sportamtsleiter Ralf Horstmann an die betroffenen Vereine übermitteln. Die Voraussetzung dafür, dass allen voran der Wassersportverein (WSV) Hennen und die DLRG-Ortsgruppe Ergste-Villigst-Hennen nach dann 247 Tagen – der WSV zählt auf seiner Homepage seit geraumer Zeit mit – das Becken endlich wieder nutzen können, sei allerdings, dass der weitere Fortgang der Arbeiten wie geplant über die Bühne geht, schränkte die KIM-Chefin noch ein wenig ein. So müssen unter anderem die nach- und inzwischen eingebauten Ersatzteile für die Hubbodentechnik im Betrieb nach der Wiederbefüllung des Beckens getestet werden. Aber Claudia Zawada zeigte sich gestern zuversichtlich, dass das bis zum 16. März gelingt.

Extrem verschlissene Zahnräder wurden ersetzt

Bislang hatten es die Verantwortlichen stets vermieden, einen konkreten Termin zu nennen, da zu viele Fragezeichen über den Reparaturarbeiten standen. So hatte Stadtbaurat Thorsten Grote bei einem Ortstermin am 19. November zumindest die Hoffnung gehabt, dass „innerhalb der nächsten zwei bis drei Monate“, also bis spätestens Mitte/Ende Februar, die Arbeiten abgeschlossen werden könnten. Zu Weihnachten war dann vage von Anfang März die Rede, zu wenig planbar waren die Arbeiten, bei denen gezwungenermaßen Neuland betreten werden musste. Denn es galt vor allem vier der 20 Zahnräder, mit denen der Hubboden bewegt wird, zu ersetzen, da sie hochgradig korrodiert und durch die jahrzehntelange Nutzung extrem verschlissen waren. „Da waren teilweise nur noch ein bis zwei Zähne überhaupt dran“, sagte Grote. Allerdings gibt es für die 1972 verbaute Technik keine Ersatzteile mehr. Auch die damalige Firma existiert nicht mehr, und mit ihr die technischen Zeichnungen, auf die man für einen Nachbau hätte zurückgreifen können.

Zeitweise war dann auch überlegt worden, die komplette Technik auszutauschen. „Es gibt natürlich immer noch Hersteller von Hubbodentechnik, aber etwas Vergleichbares wie in Hennen wird heute nur noch bei den besonders tiefen Trainingsbecken für Apnoetaucher eingesetzt“, hatte der Stadtbaurat seinerzeit recherchieren lassen. Und da gebe es eben weltweit nur einen Hersteller – mit einer Lieferzeit von zwei Jahren. Die Lösung fand sich bei einem alteingesessenen Letmather Schlosserbetrieb, der die notwendigen Ersatzteile anhand der noch vorhandenen nachbaute.

Neben den Defekten am Schneckenantrieb des Hubbodens waren bei der jährlichen Wartung des Lehrschwimmbeckens im Sommer 2019 auch Schäden am Fliesenbelag unterhalb des Bodens erkennbar, die inzwischen beseitigt wurden. Auch die Sicherung und die Sanierung der Betonstützen im Technikgeschoss ist inzwischen erfolgt. Durch Chloridbelastungen hatte es dort Abplatzungen gegeben, und auch noch im Deckenbereich. Deswegen wird dieser derzeit noch mit vier je 65 Quadratmeter großen Segeltuchbahnen gesichert.

Mögliche Fördermittel für Sanierung und Neubau?

Mit Blick auf das von der Verwaltung für dieses Jahr angekündigte Konzept für die langfristige Vorgehensweise bei allen fünf Iserlohner und Letmather Lehrschwimmbecken gibt es unterdessen Hinweise auf mögliche Fördertöpfe, die gegebenenfalls für Sanierungs- und Neubauvorhaben genutzt werden könnten. So könnte es im Rahmen des Gemeindefinanzierungsgesetzes unter anderem aus dem „Infrastrukturprogramm“ und aus dem „Schulsanierungsprogramm“ im „Kommunalinvestitionsförderungsgesetz“ des Bundes Mittel dafür geben. Und theoretisch könnte auch das Programm „Gute Schule 2020“ des Landes dafür „angezapft“ werden, allerdings nur für diejenigen Lehrschwimmbecken, die direkt auf einem Schulgelände sind, wozu das Hennener bekanntlich nicht gehört.

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