Vereinswesen

Eine starke Gemeinschaft braucht viele Schultern

Martina und Daniel Schulte (v. li.), Michael Maiwald und Stefan Woelk stellten auf der Mitgliederversammlung klar, dass die Aufgaben der Vereinsgemeinschaft wieder auf mehr Schultern verteilt werden müsse.

Martina und Daniel Schulte (v. li.), Michael Maiwald und Stefan Woelk stellten auf der Mitgliederversammlung klar, dass die Aufgaben der Vereinsgemeinschaft wieder auf mehr Schultern verteilt werden müsse.

Foto: Alexander Barth

Kalthof.  Die Zusammenarbeit der Vereine in Kalthof, Leckingsen und Refflingsen tut den Dörfern gut, aber immer mehr Arbeit bleibt an den Vorständen hängen.

Mit dem Motto „In der Gemeinschaft liegt die Stärke“ ist die Vereinsgemeinschaft Kalthof-Leckingsen-Refflingsen 2014 angetreten, um die Attraktivität des Dorfdreiecks über Partikularinteressen einzelner Gruppen hinweg zu erhalten. Genau dieses Prinzip ist seitdem zunehmend in Gefahr geraten – zuletzt so sehr, dass Vorsitzender Michael Maiwald kurz davor war, das Handtuch zu werfen. „Hier sitzen Vertreter von Vereinen, und die haben Mitglieder“, stellte er auf der Jahreshauptversammlung am Montagabend im Haus Dröge-Adria fest. Es könne nicht angehen, dass die Vorstände bei Veranstaltungen wie dem Osterfeuer allein gelassen werden, wenn es darum geht, beim Aufbauen zu helfen und Schichten an der Kasse zu übernehmen. „Zum Biertrinken kommen alle gern“, kommentierte er sichtlich frustriert das um sich greifende Verhalten, von den Früchten der Mühe anderer zu profitieren, ohne selbst Aufgaben zu übernehmen.

Als Vorsitzender ließ sich Maiwald im Amt bestätigen, stellte aber klar: Wenn der unschöne Trend sich fortsetzen sollte – und dabei sprach er, wie er betonte, für den ganzen Vorstand – sei es fraglich, ob und wie lange die Vereinsgemeinschaft als solche noch funktionieren könne. Anwesende Vereinsvertreter entgegneten, es werde immer schwerer, die breite Masse der Mitglieder zu motivieren. Hilfe stellte schließlich Uwe Böse von Seiten der Löschgruppe Leckingsen in Aussicht, andere wollten in den eigenen Reihen nachhören.

Der stellvertretende Vorsitzende Stefan Woelk warb für das Potenzial des Verbundes, der es unter anderem geschafft habe, das Thema Bahnunterführung wieder auf die Agenda der Verwaltung zu setzen. Vor 2020 sei nach aktuellen Erkenntnissen kein Baustart zu erwarten, was einigen Unmut verursachte. Aber Kalthof brauche eine nachhaltige Lösung, betonte Woelk: „Besser, wir warten ein Jahr länger, als dass es nach der Sanierung so aussieht wie vorher.“ Mit den Aktivitäten der Vereinsgemeinschaft in diesem Jahr zeigte der Vorstand sich zufrieden. Der Neujahrsempfang sei besonders gut angekommen, berichtete Michael Maiwald, auch das Osterfeuer sei gut angenommen worden.

Positive Rückmeldungen und schwarze Zahlen erfreulich

Im Rückblick wertete er den wirtschaftlichen Aufwand hinter der Veranstaltung allerdings kritisch – dass die Gemeinschaft unterm Strich ein Plus von rund 1600 Euro erwirtschaftet hat, sei hauptsächlich der großzügigen Zuwendung heimischer Betriebe zu verdanken. „Wir müssen etwas verändern, sonst wird es im nächsten Jahr eng“, warnte Maiwald. Erinnere man sich an die fast leere Kasse, die sein Vorstand vor vier Jahren bei der Übernahme vorfand, sei man aber beachtlich vorangekommen, machte er geltend. „Wir versuchen, alles so günstig wie möglich anzubieten“, betonte er.

Ausgiebig diskutierten die Teilnehmer, für welche Themen beim Neujahrsempfang Referenten gesucht und der Bürgermeister um Stellungnahme gebeten werden soll. Neben der Bahnunterführung erlangte auch der Punkt „Digitalisierung und Breitbandanschluss“ einige Aufmerksamkeit.

Dabei ist der Norden geteilt: Je nach Verlauf der Leitungen freuen sich die Anwohner über einen zeitgemäßen Internetzugang oder müssen mit Schneckentempo vorlieb nehmen. „Die Kommune ist für den Erhalt der Infrastruktur zuständig. Warum werden nicht alle Fördermittel des Bundes genutzt?“, wollte Kassiererin Bärbel Wittnebel wissen, die ebenso wie der übrige Vorstand im Amt bestätigt wurde – eine Änderung ergab sich nur bei den Kassenprüfern.

SSV-Kalthof-Geschäftsführer Karl-Heinz „Charly“ Brinckmann warb für die Einrichtung von Rundwanderwegen und ein vielfältigeres Bewegungsangebot für Ältere. Von Seiten der Kirchengemeinde (ein neues Gesicht in dieser Runde) wurde ein Vortrag mit historischen Aufnahmen angeregt und für gut befunden. Werner Beile kritisierte den Zustand der Schaukästen der Vereine an der Sparkasse: „Die sind weder aktuell, noch wirken sie einladend.“ Woelk versicherte, zur Verbesserung der Situation liege schon ein Beschluss vor, der 2019 umgesetzt würde.

Beile empfahl der Vereinsgemeinschaft, bei den Neubürgern persönlich vorzusprechen, um guten Besuch des Neujahrsempfangs zu gewährleisten. Was tatkräftige Unterstützung bei Veranstaltungen angeht, seien auch die nicht im Verbund vertretenen Vereine und das ganze Dorf gefragt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben