Eisenbahnüberführung in Kalthof

Eine Verbindung ist nicht in Sicht

Wenn die neue Überführung gebaut wird, gibt es hier für ein halbes Jahr kein Durchkommen mehr.

Foto: Lehmann

Wenn die neue Überführung gebaut wird, gibt es hier für ein halbes Jahr kein Durchkommen mehr. Foto: Lehmann

Kalthof.  Derzeit gibt es wenig Hoffnung, dass während der halbjährigen Bauarbeiten ab Mai 2018 eine Verbindung zur B 233 besteht.

Droht Kalthof für rund sechs Monate die Abtrennung von der Lebensader B 233, wird die Kalthofer Grundschule für den gleichen Zeitraum nicht mehr direkt vom Ortskern aus erreichbar sein? Dieses Szenario nimmt immer konkretere Züge an, Hintergrund ist der geplante Neubau der Eisenbahnüberführung an der Leckingser Straße, der im Mai 2018 beginnen soll und eben rund sechs Monate dauern soll. Und Stadtbaurat Mike-Sebastian Janke und der Abteilungsleiter Straßen und Brücken im Iserlohner Rathaus, Stefan Thiemann, haben nur noch wenig Hoffnung, dass eine Lösung gefunden werden kann, die eine Durchlässigkeit während der Bautätigkeit gewährleistet.

Dabei beziehen sie sich auf die Aussage der Bahn, dass weder Fußgänger,Radfahrer oder gar motorisierter Verkehr die Baustelle passieren können. Und Fortschritte gebe es auch nicht bei den Bemühungen, eine alternative Überquerungsmöglicht der Bahnlinie im Bereich des Bahnhofs zu schaffen. Eine Lösung, bei der Fußgänger – durch Personal überwacht und geregelt – die Gleise überqueren können, sei „von der Bahn rigoros abgelehnt worden“, berichtet Stadtbaurat Janke. Und auch dem Bau eines provisorischen Fußgängersteges stehe die Bahn sehr bedenklich gegenüber, zumal der Bau einer solchen provisorischen Überführung im Bereich des Bahnhofs wegen der Mehrgleisigkeit technisch aufwendig wäre. Janke betonte, dass die Bahn Herr des Verfahrens sei, und die Stadt nur versuchen könne, Einfluss durch einen kontinuierlichen Austausch mit den Unternehmen zu gewinnen.

Zollhausweg Alternativefür Fußgänger und Radfahrer

Die einzige Möglichkeit, doch noch eine Querungsmöglichkeit der Bahnlinie anbieten zu können, sehen Janke und Thiemann in der Überführung am Zollhausweg. Denkbar sei aber nur eine Lösung für Fußgänger und Radfahrer, also nicht für Autos oder gar Lkw. „Wir werden uns die Sache vor Ort noch genauer anschauen“, sagte Janke. Die Frage sei, ob es möglich ist, eine provisorische Verbindung zu schaffen.

Was bedeutet das alles für die Kalthofer Grundschüler? Für die plant die Bahn offenbar einen Busshuttle. Die Kinder könnten dann im Ortskern einsteigen und würden über Rheinermark und Hennen zur Kalthofer Grundschule gefahren. Im Übrigen, so Stefan Thiemann, sollen die Busse, die über die Nordhauser Straße und Ortskern Kalthof durch die Eisenbahnüberführung zur B233 und dann weiter nach Iserlohn fahren, ab Kalthof umgeleitet werden – über die Leckingser Straße vorbei an Dröge und Kühl auf die Baarstraße. Diese Regelung würde dann auch für die Schüler der weiterführenden Schulen gelten. Der Schwerlastverkehr, insbesondere der Lieferverkehr der Firma Thiele, soll über die Schirrnbergstraße zum Kreisverkehr an der Alten Poststraße und umgekehrt fließen. Der Individualverkehr hätte dann drei Routen zur Wahl: über die Nordhauser Straße nach Hennen, über die Schirrnbergstraße zum besagten Kreisverkehr oder über die Leckingser Straße über Iserlohnerheide zur Baarstraße. Man kann es drehen und wenden wie man will, Mike-Sebastian Janke und Stefan Thiemann sprechen von einer gewissen Leidenszeit für Kalthof. Schon beim Neujahrsempfang der Vereinsgemeinschaft war daher der Ruf nach Alternativen laut geworden, auch die CDU hatte zwischenzeitlich eine Anfrage gestellt.

Abtrennung zur Fahrbahnmit massivem Geländer

Eine Neuigkeit gibt es auch zur konkreten Bau-Planung. So habe die Bahn mitgeteilt, dass zur Trennung von Fahrbahn und Geh-/Radweg ein 1,30 Meter hohes massives Geländer eingebaut werde. Zur Erinnerung: Die Stadt Iserlohn hatte aus Kostengründen auf eine Verbreiterung des Querschnitts verzichtet und stattdessen mit der Bahn eine Optimierung innerhalb des vorhandenen Straßen-Querschnitts erarbeitet. Eine zusätzliche Abtrennung etwa in Form einer transparenten Wand, so Janke, sei damit aber noch nicht vom Tisch. Das sei dann aber Aufgabe der Stadt Iserlohn. Der Stadtbaurat plädiert dafür, nun zunächst die Fertigstellung des Bauwerkes abzuwarten, um sich dann ein genaues Bild von der Situation machen zu können.

Auch interessant
Leserkommentare (0) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik