Kunstverein

Eine wirklich emotionale Kunst-Ausstellung

Christoph Wieloch, der 1. Vorsitzende des Kunstvereins Iserlohn, begrüßte die rund 100 Gäste bei der Vernissage der letzten Ausstellung in den Räumlichkeiten, die die Firma Wila noch bis zum Jahresende angemietet hat.

Foto: Torsten Lehmann

Christoph Wieloch, der 1. Vorsitzende des Kunstvereins Iserlohn, begrüßte die rund 100 Gäste bei der Vernissage der letzten Ausstellung in den Räumlichkeiten, die die Firma Wila noch bis zum Jahresende angemietet hat. Foto: Torsten Lehmann

Iserlohn.   Zum letzten Mal konnte der Kunstverein Iserlohn die Räume der Firma Wila am Vödeweg für eine Schau nutzen.

Auf mehr als 2000 Qua­dratmetern präsentierte der Kunstverein Iserlohn am Wochenende seine bislang größte Ausstellung mit rund 300 Werken von 64 Künstlern. Zugleich war die Schau nach derzeitigem Stand die letzte in den Räumen der Firma Wila am Vödeweg.

Denn wie berichtet läuft am Jahresende der Mietvertrag der Lichttechnikfirma aus, die nach dem Auszug der Produktion im vergangenen Jahr in diesem September auch mit den letzten Bereichen Vertrieb, Marketing und Entwicklung nach Arnsberg umgezogen war. Seit 2012 hatte Wila freistehende Räumlichkeiten an den vor acht Jahren gegründeten Kunstverein vermietet. Jeden Freitag ab 10 Uhr nutzten und nutzen stets gut 20 der 120 Mitglieder und auch Neu-Interessierte das Atelier zum kreativen Schaffen. Darüber hinaus stand bislang für die Gemeinschaftsausstellungen eine Fläche von rund 1000 Quadratmetern zur Verfügung, jetzt durch den Wila-Auszug sogar mehr als doppelt so viel.

Da dem Vernehmen nach die Familie, der die Immobilie gehört, bislang noch nicht über die weitere Nutzung entschieden hat, könnte der Kunstverein die Räumlichkeiten möglicherweise noch solange nutzen, bis er ein neues Domizil gefunden hat. Denn auch wenn der Pastoralverbund signalisiert habe, eventuell ein Gebäude zur Verfügung stellen zu können, die Stadt bei der Suche helfe und sich inzwischen zudem mehrere Privatpersonen gemeldet und auf leerstehende Immobilien verwiesen hätten: „Es gibt noch nichts Konkretes“, sagte Vereinspressesprecherin Petra Lukoschek am Samstag.

Enttäuschung, Bedauern, eventuell Ärger, aber auch Dankbarkeit, dass man die Räume von Wila nutzen durfte, und die Hoffnung, bald ein neues Zuhause für den Kunstverein zu finden, nannte dann auch Vorstandsmitglied Dagmar Oeser in ihrer Einführungsrede als mögliche Gefühle der Kunstschaffenden in der aktuellen Situation. Ganz passend lautete dann auch der Titel der Ausstellung „Menschen und Emotionen“. Überwiegend hätten die Künstler dabei das menschliche Gesicht und/oder Körperhaltungen und wie darin Gefühle zum Ausdruck kommen, zu ihren Motiven gemacht, und das entsprechend auch schon bei der Farbwahl, dem Farbauftrag und der Bildkomposition berücksichtigt. Dass indes Künstler, Kunstwerk und auch Betrachter zusammengehörten und Emotionen dabei das Bindeglied seien, könnten die Besucher selber überprüfen, da die Künstler bei der Vernissage waren.

Auch Vizebürgermeister Michael Scheffler nannte den Titel ein „sehr gutes und treffendes Thema“ für eine Ausstellung. „Denn es gehört zum Wesen der Kunst, gute und mal weniger gute Emotionen, Diskussionen und auch gesellschaftliche Diskurse auszulösen“, sagte Scheffler mit Blick auf „Großer Kopf, schwebend“ auf dem Vorplatz des Stadtbahnhofs und die „Elena“ am Poth.

Auch Gastkünstler aus Chorzów waren dabei

Der Kunstvereins-Vorsitzende Christoph Wieloch freute sich, dass mit Dr. Kaja Renkas und Artur Otremba zwei Gastkünstler aus der polnischen Partnerstadt Chorzów dabei waren. Wieloch dankte der Firma Wila, dass sie die „wunderbaren Räume“ seit 2012 nutzen durften und den Teams für den Aufbau der beiden Ausstellungen. Denn neben „Menschen und Emotionen“ gab es noch eine Sonderschau mit „Das Beste aus fünf Jahren im Atelier Wila“. Zudem boten 14 Vereinsmitglieder in einer „Kunstmarkt-Passage“ ihre Werke an. Gespendete Werke, Kuchen und Kaffee wurden zugunsten der „Flaschenkinder“ verkauft. Und Wieloch dankte der neuen Coverband „Love Is The Rhythm“ mit Sängerin Emily Dettmer und den Gitarristen Joel Hohmann und Kris Lukoschek, die für den musikalischen Rahmen der Eröffnung der Ausstellung sorgten, die letztlich am Wochenende insgesamt 300 Interessierte anlockte.

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