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Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn der Clip angeht:Benjamin und Denis Smolarek, Max Ullmann und Laura Strelzyk sind vier der fünf „Credope“-Mitglieder, die Videos zum Thema Glauben für „Youtube“ produzieren.

Foto: Michael May

Ob ihr wirklich richtig steht, seht ihr, wenn der Clip angeht:Benjamin und Denis Smolarek, Max Ullmann und Laura Strelzyk sind vier der fünf „Credope“-Mitglieder, die Videos zum Thema Glauben für „Youtube“ produzieren. Foto: Michael May

Iserlohn.   Die Iserlohner Gruppe „Credope“ dreht „Youtube“-Videos rund um das Thema Glauben, mit denen sie vor allem die Jugend ansprechen will.

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Kennen Sie den „Planscher“? Das ist jener Typus Kirchgänger, der sich vor dem Gottesdienst schwungvoll am Weihwasser bedient, und zwar so, als wolle er sich eine feucht-fröhliche Kopf-Oberkörper-Wäsche verpassen. Oder den „Zuspätkommer“? Das ist jener Geselle, der bei schon laufender Messe in die Kirche kommt, um dann zielstrebig den aus seiner Sicht am schlechtesten zu erreichenden Sitzplatz anzusteuern, und auf dem Weg dorthin andere Besucher durch die Reihen schlingernd zu touchieren.

Den Glauben wieder „dope“ machen

So oder so ähnlich sieht das in dem Video „Credopes typische Kirchgänger“ aus, das seit einigen Wochen bei „Youtube“ kursiert. Credope – das sind Laura Strelzyk (23), Max Ullmann (21), die Zwillinge Benjamin und Denis Smolarek (beide 20) sowie Patricia Pranschke, eine Gruppe junger Menschen, allesamt Studenten oder Auszubildende innerhalb des katholischen Pastoralverbundes Iserlohn.

Gegründet hat sich die Gruppe um den Jahresbeginn, sechs Videos sind inzwischen online zu sehen. Und die sind vor allem eines: nämlich humorvoll und witzig. Bisherige Themen sind Ostern und Fasten, der Aschermittwoch, heiliger Geist und Glaubensbekenntnis sowie eben die Kirchgänger.

Mit den nicht ganz ernst gemeinten Videos will die Gruppe vor allem junge Leute erreichen. Diese dann zur katholischen Religion zu bewegen, ist weniger das erklärte Ziel: „Uns reicht es schon, wenn die Leute einfach etwas mehr über Glauben nachdenken würden“, sagt Benjamin Smolarek.

Apropos nachdenken – „Credope“, das ist ein Wortspiel aus „Credo“ („Ich glaube“ und „dope“, als Adjektiv frei übersetzt „super“ oder „cool“. Ursprünglicher Arbeitstitel der Gruppe, die erstmals im Januar zusammenkam, war „Make Credo dope again“, wie Laura Strelzyk erzählt – eine Anlehnung an den berüchtigten Trump-Slogan „Make America great again“.

Seither trifft sich die Gruppe unregelmäßig, so wie es eben passt. Technische Unterstützung gab es vor allem anfangs von Pastoralverbund-Vikar Stefan Kendzorra. Ideen sammeln, ein Tag drehen, ein Tag schneiden, dann noch Musik unterlegen – mehrere Tage dauert es, ein solches Kurz-Video wie etwa das eingangs beschriebene herzustellen. 61 „Youtube“-Abonnenten hat „Credope“ inzwischen, am meisten gesehen wurde mit 1745 Aufrufen bislang das Video „Ein etwas anderer Aschermittwoch“ – Tendenz steigend.

In dem Video („Glockenläuten statt Flaschenklimpern“) wird augenzwinkernd thematisiert, dass heute mehr Menschen diesen Tag mit Karneval und Kaltgetränken als mit Glauben verbinden. Trotz allem Humor gibt es eine Botschaft, nämlich dass der Tod zum Leben eben auch dazu gehört.

Kontakt zur Gruppe über Twitter und Instagram

„Wir wollen mit den Videos auch zeigen, dass sich Kirche und Glauben nicht nur im Gottesdienst abspielen, sondern größtenteils außerhalb“, sagt Max Ullmann.

Bislang hat die Gruppe nur positive Rückmeldungen auf ihre Videos erhalten. Weitere sind geplant, Messdiener, Adventszeit oder Weihnachten – an Themen-Ideen mangelt es nicht.

Wer Kontakt zu „Credope“ möchte oder sich womöglich engagieren will, kann die Gruppe am besten über die Sozialen Netzwerke Twitter oder Instagram erreichen.

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