Parkhaus Seilersee

Einsparpotenzial in siebenstelliger Höhe

Paul Ziemiak (v. li.), Michael Schmitt und Jörg Teckhaus erläuterten noch einmal den Alternativ-Vorschlag und einige Ergebnisse der Prüfung.

Paul Ziemiak (v. li.), Michael Schmitt und Jörg Teckhaus erläuterten noch einmal den Alternativ-Vorschlag und einige Ergebnisse der Prüfung.

Foto: Torsten Lehmann

Iserlohn.   Die Stadtverwaltung hat die Alternative zum Parkhaus geprüft, bleibt aber zum Bedauern der CDU trotz höherer Kosten bei ihrem Vorschlag.

Sieben Wochen, nachdem der Rat einstimmig beschlossen hat, die Entscheidung über den möglichen Bau des Parkhauses am Seilersee auf die nächste Sitzung am 29. Mai zu vertagen, hat die Verwaltung die Ergebnisse der Prüfung der möglichen Alternative vorgelegt – und bleibt bei ihrem Beschlussvorschlag, das Parkhaus zu bauen.

„Dabei sind durch den ,Grundstückstausch’ mit einem angrenzenden Autohaus, das bereit ist, auf dem Kirmesplatz neu zu bauen, Einsparpotenziale im investiven Bereich in siebenstelliger Höhe realisierbar“, sagte der stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Michael Schmitt am späten Freitagnachmittag bei einem Ortstermin an der Eissporthalle. Eine genauere Zahl darf er nicht nennen.

Bewirtschaftung aller Parkplätze am Seilersee?

Denn nachdem die Ergebnisse der Prüfung bereits am vergangenen Montag in der Runde der Fraktionsvorsitzenden vorgestellt worden waren, wurden am Freitag die Fraktionsbüros informiert, und zwar, was den Kauf und Verkauf der Grundstücke betrifft, wie üblich mit einer nicht-öffentlichen Sitzungsvorlage. Der CDU sei es aber wichtig, so Schmitt, zumindest die Größenordnung der möglichen Einsparung gegenüber dem 6,6 Millionen Euro teuren Parkhaus deutlich zu machen, weswegen man jetzt auch noch mal bewusst an die Öffentlichkeit gehe.

Denn hinzu kämen ja beim Parkhaus auch noch die jährlichen Betriebskosten von bis zu 350 000 Euro. Denen stünden bislang nur prognostizierte Einnahmen von maximal 120 000 Euro gegenüber, wobei deren tatsächliche Realisierung noch völlig offen sei. Denn dafür notwendig seien flankierende Maßnahmen wie beispielsweise die Bewirtschaftung aller anderen Stellplätze im gesamten Seilersee-Bereich, die bislang kostenlos zur Verfügung stehen. „Im allerschlimmsten Fall haben wir also bei einer angenommenen Nutzungszeit eines Parkhauses von 25 Jahren Betriebskosten von 8,75 Millionen Euro“, rechnet Schmitt vor.

Das Ergebnis der baurechtlichen Prüfung, also die Frage, ob auf dem Kirmesplatz die Errichtung eines architektonisch ansprechenden Autohauses möglich ist, habe jedenfalls ergeben, dass es lediglich notwendig sei, den Bebauungsplan für den betreffenden Bereich zu ändern. Der Platz sei insgesamt 16 300 Quadratmeter groß. „Unter Berücksichtigung von baulichen Restriktionsflächen wie Leitungsrechten, Abstandsflächen und dem nicht überbaubaren unterirdischen Regenüberlaufbecken verbleibt eine bebaubare Fläche von etwa 5000 Quadratmetern, die für das neue Autohaus ausreichen würden“, erläuterte der Vorsitzende des Planungsausschusses.

Nach der Osterkirmes habe es ein Gespräch mit den Schaustellern gegeben, bei dem sie entgegen vorheriger öffentlicher Äußerungen nicht grundsätzlich gegen die Lösung gewesen seien. „Denn der ,Tausch’ böte ja zugleich die Möglichkeit, im Interesse der Schausteller Grundlegendes auf der Kirmes zu verbessern, und das ohne großen Mehraufwand“, berichtete Fraktionsgeschäftsführer Jörg Teckhaus.

Aufsichtsrats-Vize gegen Anhebung der Parkgebühren

Als stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung, die bekanntlich das Parkhaus bauen und betreiben soll, hält er zudem nichts davon, dass der erwartete jährliche Verlust von 220 000 Euro beim neuen Parkhaus durch eine Anhebung der Parkgebühren in den innerstädtischen Parkhäusern kompensiert werden könnte. Und der CDU-Stadtverbandsvorsitzende Paul Ziemiak unterstrich noch einmal, dass sich die Ablehnung des Parkhauses nicht gegen die neue Gesamtschule richte. „Aber es kann doch nicht sein, dass eine für den Stadt und die Bürger teure Entscheidung getroffen wird, wenn es eine kostengünstigere Alternative gibt.“

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