IBSV

Elf Zeitzeugen der Geburtsstunde der Parade

Annemone Kemper (oben, v. li.), Horst Rüping, Hildegard Eichler, Martina Villbrandt, Lilo Reiner (unten, v. .li.), Horst Storck und Gabi Hoffmann gehörten zude den Besuchern der 1. Internationalen Musikparade 1969 – und zu denen der 50. am Samstag.

Annemone Kemper (oben, v. li.), Horst Rüping, Hildegard Eichler, Martina Villbrandt, Lilo Reiner (unten, v. .li.), Horst Storck und Gabi Hoffmann gehörten zude den Besuchern der 1. Internationalen Musikparade 1969 – und zu denen der 50. am Samstag.

Foto: Torsten Lehmann

Iserlohn.  Zehn Iserlohner und eine (heutige) Plettenbergerin waren bei der 1. Musikparade 1969 am Seilersee dabei

Den einen (oder die eine), der seit 1969 keine der fünfzig Internationalen Musikparaden erlebt hat, gibt es wohl nicht. Aber gleich elf Zuschauer erhoben sich am Samstag, als Moderator Rudi Müllenbach auf Bitte der Heimatzeitung zu Beginn die weit über 750 Zuschauer fragte, wer bei der Geburtsstunde der Traditionsveranstaltung – damals noch im Stadion am Seilersee – dabei war.

„Das war richtig schön voll“, kann sich Horst Rüping (89) noch bestens erinnern. „Da gab es ja keine Sitzplatz-Tribüne, nur Stehplätze.“ Und die Stimmung sei sehr gut gewesen, nicht zuletzt wegen der vielen englischen Kapellen, berichtet der Oberleutnant aus der 1. IBSV-Kompanie, der auch mal als Schießwart im Verein in Amt und Würden und seit 1969 regelmäßig, aber eben nicht immer bei der Musikparade war.

Für „kleines Geld“ gab es eine „fantastische Sache“

Auch Horst Storck weiß noch gut, wie „knackevoll“ das Seilersee-Stadion damals gewesen sei. „Das war aber ja auch etwas ganz Außergewöhnliches. Die Marschmusik von den Kanadiern im Camp in Deilinghofen kannten wir schon, aber die Kapellen kamen ja von überall her hierhin“, sagt der heute 80-Jährige, der in Hemer aufgewachsen ist und seit 1967 in Iserlohn lebt. Und für „kleines Geld“ habe es damals sogar noch die „fantastische Sache“ mit den Fallschirmspringern gegeben, berichtet Storck, der sich am Samstag im Leichtathletik-Stadion heimisch fühlte, hat er dort doch viele Jahre den TuS-Nachwuchs trainiert und ist übrigens heute noch Übungsleiter in der Rückenschule.

Otto und Birgit Schmidt können sich auch noch an die Fallschirmspringer erinnern, die damals fast jedes Jahr einer der Höhepunkte im Programm waren. Ob auch schon 1969 wissen sie nicht: „Das war etwas Neues und Schönes, aber alles auch ein bisschen provisorischer“, erinnern sich die 76-Jährige und ihr vier Jahre älterer Mann.

Dafür dass später alles in der Organisation wie am Schnürchen lief, sorgte unter anderem Walter Hammerschmidt (82). Der „Alt-Iserlohner“, der mit seiner Sigrid (83) fast sechs Jahrzehnte verheiratet ist, mit ihr der 4. Kompanie des IBSV angehörte und eben 1969 am Seilersee dabei war, war später 21 Jahre lang für den Kartenverkauf im Häuschen am Hemberg-Stadion zuständig. Von ihrem Haus in der Kolping-Siedlung hatte er immer einen kurzen Weg. „Und hinterher mussten wir zum Abrechnen ins Geschäftszimmer auf der Alexanderhöhe.“

Auch die Eltern von Gabi Hoffmann (62) waren in der 4. Kompanie des IBSV aktiv. „Und deswegen war auch mal ein Flötist der Eisenbahner-Kapelle aus dem norwegischen Hamar bei uns untergebracht“, berichtet die gebürtige Iserlohnerin, die seit 35 Jahren in Plettenberg lebt, aber jedes Jahr „selbstverständlich“ zum Schützenfest und vor allem zur Musikparade in ihre Geburtsstadt kommt. „Wir haben den Erik Osby dann auch einmal dort vor einigen Jahren besucht.“

Der Vater von Lilo Reiner (55) war ebenfalls in der „4.“. „Und deswegen war ich immer mit dabei.“ Von den ersten Paraden weiß sie noch, wie sie als Kinder immer alles nachgespielt hätten, was die Kapellen vorgemacht haben. „Also hin und her rennen, und wir haben dann so getan, als ob wir musizieren und dirigieren.“ Groß geworden in der Calle kann sie sich vor allem sehr gut an den Bau des Hemberg-Stadions erinnern, weil dafür die Wald-Hütten von ihr und ihren Freunden dran glauben mussten. „Was haben wir damals geheult. Und hier war ja auf dem ganzen Berg Wald.“

Auch Martina Villbrandt (63) war stets mit ihrem Vater, dem 2002 verstorbenen Alfred Petri, der der Iserlohner Schützengilde angehörte, bei den Musikparaden. „Und ich weiß noch, wie ich furchtbaren Ärger bekommen habe, weil wir uns damals auf dem Ascheplatz beim Rumlaufen so schmutzig gemacht haben.“

Hildegard Eichler (70) war 1969 erst wenige Tage vor der Musikparade aus dem Münsterland der Liebe wegen nach Iserlohn gekommen. Hier arbeitete sie als Wirtschafterin in einer Familie, die dem Schützenfest bis heute verbunden ist, was dann auch sogleich den Besuch der 1. Internationalen Musikparade mit sich gebracht hätte.

Auch für Annemone Kemper (63) und ihre Familie war es als Iserlohner selbstverständlich, zur Parade zu gehen wie auch zum Schützenfest: „Da fährt man nicht in den Urlaub.“

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