Verkehrsausschuss

Endlich Entlastung für die Rittershausstraße

Radfahrer dürfen auch künftig vom Hegestück in die Rittershausstraße abbiegen, ebenso wie die Linienbusse. Alle anderen sollen über den Großen Teich und den Kreisverkehr zu ihren Zielen gelangen.

Radfahrer dürfen auch künftig vom Hegestück in die Rittershausstraße abbiegen, ebenso wie die Linienbusse. Alle anderen sollen über den Großen Teich und den Kreisverkehr zu ihren Zielen gelangen.

Foto: Torsten Lehmann / IKZ

Sümmern.  Künftig darf nicht mehr vom Hegestück in die Rittershausstraße abgebogen werden, Busse und Radfahrer sind ausgenommen.

Es war genau 18.42 Uhr, als es am Dienstagabend in der letzten Sitzung des Verkehrsausschusses in dieser Wahlperiode zu einem ja schon beinahe historischen Moment kam: Nach 22 Jahren, so rechnete der Vorsitzende Rolf Kaiser (SPD) vor, habe das Gremium endlich eine Maßnahme beschlossen, um den Durchgangsverkehr auf der Rittershausstraße zwischen der Sümmerner Straße und der Einmündung Hegestück zu verringern.

So ist dort, wenn die entsprechenden Schilder aufgehängt worden sind, künftig nur noch dem Bus-Linienverkehr und Radfahrern das Abbiegen vom Hegestück in den Teil der Rittershausstraße erlaubt. Damit sind der aus Richtung Norden, also vor allem aus Unna und von der Autobahn A1 über den Bertingloher Weg und die Verlängerung der Rittershausstraße kommende Verkehr sowie die Beschäftigten der Firmen am Hegestück künftig angehalten, durch das Industriegebiet Rombrock zu fahren.

„Am Großen Teich“ wird vorfahrtsberechtigt

Um dort den Verkehrsfluss zu verbessern, soll nun endlich auch in den nächsten Tagen die Straße „Am Großen Teich“ vorfahrtsberechtigt werden. Fünf Jahre nach dem Beschluss zum Bau des Kreisverkehrs an der Sümmerner Straße und fast drei Jahre nach dessen Fertigstellung gilt dort nach wie vor „Rechts vor Links“ an den fünf Einmündungen und zwei Kreuzungen, wo es in der Vergangenheit auch schon zu teils sehr schweren Unfällen gekommen war.

Auch wenn die am Dienstag beschlossene Regelung am Hegestück nicht die komplette Abbindung der Rittershausstraße bedeute, die Rolf Kaiser als Sümmeraner und verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion seit Ende der neunziger Jahre immer wieder verfolgt hatte und die Fraktion der Linken nun erneut in einem Antrag vom 1. September gefordert hatte, bringe es in jedem Fall eine Entlastung für das Wohngebiet, waren sich die Ausschussmitglieder einig.

Deswegen hatten sie auch den Vorschlag der Verwaltung, zunächst nur den aus dem Industriegebiet kommenden Verkehr das Rechtsabbiegen zu untersagen, um die Gegenrichtung erweitert. Wie Verkehrsplaner Michael Kuprat im Ausschuss erläuterte, habe man zunächst den „Quell- und Zielverkehr des Gewerbegebietes“ im Fokus gehabt. Bei dem „stufenweisen Konzept“ sollte dann erst im Frühjahr des kommenden Jahres der mit der einseitigen Maßnahme erzielte Effekt gemessen werden. Damit gab sich der Ausschuss nach all der bereits vergangenen Zeit aber nicht zufrieden. Zumal schon jetzt zweifelhaft ist, wie vergleichbar die Zahlen sind. Denn erst für die Sitzung am Dienstag hatte die Verwaltung die Ergebnisse der ebenfalls 2015 schon beschlossenen Messungen, die bereits mehrfach, zuletzt von Manuel Huff (Linke) im Januar und Juni diesen Jahres, eingefordert worden waren, erstmals veröffentlicht.

Dabei war schon Ende Mai 2018, ein halbes Jahr nach Fertigstellung des Kreisverkehrs, gemessen worden, wobei eine Verringerung um etwa 2400 Fahrzeuge im Vergleich zur ersten Messung Ende März/Anfang April 2017 vor dem Bau des Kreisels festgestellt wurde. Auf die Nachfrage des CDU-Ratsherrn Michael Schmitt, wo denn genau gemessen worden sei, konnte die Leiterin der Straßenverkehrsabteilung, Sybille Ihlbrock, nur aus der Erinnerung heraus antworten, dass es wohl im Bereich Rittershausstraße 2 gewesen sein müsse – was viele im Ausschuss nur noch staunen ließ.

Bei den Messungen wurden auch die Anlieger erfasst

Denn an der Stelle kommen ja auch noch all die Fahrzeuge vorbei, die kurz danach in den Feldmarkring oder in die Straße „Auf der Haar“ abbiegen, also gar nicht zum Durchgangsverkehr gehören, den man ja durch den Bau des Kreisverkehrs aus der Straße bekommen wollte. Wenn man also nun tatsächlich genau feststellen will, wie viele Fahrzeuge durch die Regelungen weniger in der einen Richtung durch die Rittershausstraße fahren, müsste zuvor noch einmal im Bereich zwischen „Auf der Haar“ und dem Hegestück gemessen werden.

Ressortchef Christian Eichhorn machte aber deutlich, dass die Stadt selber nur über ein Seitenradarmessgerät verfüge und deswegen entsprechend die Messungen bei Bedarf extern vergeben müsste. Wie am Rande der Sitzung bekannt wurde, könnte der Märkische Stadtbetrieb Iserlohn/Hemer nach Anschaffung eigener Geräte das künftig übernehmen, wenn er von der Stadt dazu beauftragt würde. Einen entsprechenden Antrag will Rolf Kaiser nun auf den Weg bringen.

Weitere Abbindung wird auch noch untersucht

Zusammen mit Manuel Huff, der im Wahlkampf mehrfach von Anwohnern auf das zu schnelle Fahren, das gefährliche Überfahren des Bürgersteigs (um das Warten vor Baken zu umgehen) und eben den Durchgangsverkehr angesprochen worden war, freute sich Kaiser derweil, dass der Ausschuss die Verwaltung zugleich beauftragt hat, auch noch die weitere Abbindung der Rittershausstraße zu untersuchen.

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