Schule

Es geht voran – nicht nur am Gebäude

Noch ist die neue Gesamtschule Seilersee ein Rohbau, im Sommer soll sie aber bezogen werden.

Noch ist die neue Gesamtschule Seilersee ein Rohbau, im Sommer soll sie aber bezogen werden.

Foto: Michael May

Iserlohn.   Die Gesamtschule Seilersee bereitet sich schon auf ihren letzten Umzug vor

Ein Phantom sei es bisher gewesen, das neue Schulgebäude am Seilersee. Ein Phantom, das irgendwo am Horizont in ferner Zukunft herumspukte. Nun steht der letzte Schritt aber plötzlich unmittelbar bevor, der Umzug an den endgültigen Standort nach inzwischen dreieinhalb Jahren der Provisorien und Umzüge, in denen erst am Wiesengrund und jetzt am Bömberg viel Spontanität und Improvisationstalent gefragt gewesen seien, sagt Daniel Asmuth.

Der Schulleiter der Gesamtschule Seilersee hat sich in der ehemaligen Realschule am Bömberg mit seinen Kollegen und Schülern inzwischen gut eingelebt. Von den räumlichen Möglichkeiten her sei das Gebäude im Vergleich zu der zu eng gewordenen ehemaligen Hauptschule Wiesengrund ein klarer Fortschritt. Der Pausenhof sei aber deutlich zu klein für die vierzügige Gesamtschule mit derzeit knapp 450 Schülern. Trotz solcher Abstriche und der Schwierigkeiten, die die Neuorientierung in einem neuen Gebäude als Zwischenstation für nur ein Jahr naturgemäß mit sich bringt, sei die Entscheidung der Stadt, die Schule an einem Standort zusammenzuziehen anstatt sie an zwei Standorten zu fahren, genau richtig gewesen.

Als Tablet-Schule ins neue Schuljahr

Kaum eingelebt geht der Blick aber schon wieder zum nächsten und dann endgültigen Standort am Seilersee, der im Sommer bezogen werden soll. Und das nicht nur, weil die Baustelle mit selbst entworfenem Raumkonzept konkrete Formen annimmt und derzeit die Möblierung und Ausstattung bis ins kleinste Detail geplant und ausgeschrieben werden muss. Sondern auch, weil sich die neue Schule, die sich nach wie vor auch konzeptionell im Aufbau befindet, auch inhaltlich stetig weiterentwickelt.

So wird sie als Tablet-Schule ins Schuljahr 2019/20 gehen. Jeder neue Fünftklässler verpflichtet sich also mit der Anmeldung, ein Tablet anzuschaffen, wobei Finanzierungs- oder Zuschussmöglichkeiten gegeben sind beziehungsweise noch eingerichtet werden sollen. Auch die älteren Jahrgänge sollen die Möglichkeit bekommen, regelmäßig mit digitalen Endgeräten zu arbeiten. Konkrete Lösungen hierfür werden aktuell erarbeitet.

Um eine möglichst hohe Gleichbehandlung zu gewährleisten, hat sich die Schule für ein bestimmtes Modell entschieden und wird auch die Verwaltung der Geräte inklusive der Entscheidungen darüber, welche Programme und Apps eingerichtet werden, übernehmen. Vieles ist dabei noch im Fluss und wird noch von der Schulgemeinschaft festgelegt, vor allem auch der genaue Umgang mit Spielen oder sozialen Medien. Von vornherein, so Asmuth, seien die Wünsche und Ideen aber auch Sorgen von Eltern und Schülern in den Prozess hin zur Tablet-Schule berücksichtigt worden.

„Der Umgang mit modernen Medien ist eine neue Kulturtechnik“, sagt er, weswegen die Tablets flächendeckend ergänzend zum herkömmlichen Unterricht eingesetzt werden sollen. Präsentations- und Recherchemöglichkeiten, individuelles Lernen, Programme zum Vokabeln lernen – die Einsatzmöglichkeiten sind groß, ganz abgesehen von einem möglichst frühen kritischen Umgang mit modernen Medien und deren Gefahren. Alle Klassenräume werden zudem mit großen 86-Zoll-Displays ausgerüstet, die über die Tablets angesteuert werden können und die die alten Kreidetafeln ersetzen. Die Entscheidung des Stadtrates, die Digitalisierung der Schulen voranzutreiben, habe die Gesamtschule in ihrer Entscheidung sehr zum Positiven beeinflusst, sagt Asmuth.

65-Minuten-Rastereröffnet mehr Möglichkeiten

Eine weitere Neuerung wird das 65-Minuten-Stundenraster sein, das die Gesamtschule als erste Iserlohner Schule einführt. Hintergrund ist vor allem, dass sich die Zeitbemessung für die Oberstufe am 45-Minuten-Raster der Gymnasien ausrichtet und ein Grundkurs in der Oberstufe 135 Minuten (also drei mal 45 Minuten) in der Woche erfordert. Mit dem aktuellen 60-Minuten-Raster sei das schwierig, mit dem 65-Minuten-Raster (also 130 Minuten bei zwei Stunden) könnten diese 135 Minuten aber auch ohne große Kunstgriffe sichergestellt werden.

Positive Nebeneffekte: Die langen Schultage werden von derzeit 15.35 Uhr auf dann 15.15 Uhr verkürzt, und die Schule bekommt nach der Mittagspause eine einheitliche Lernzeit von etwa 30 Minuten, in der (anders als bei anderen, über den Tag verteilten Lernzeiten) alle Lehrer und Schüler verfügbar sind. Das habe den Vorteil, dass Lerngruppen neu nach Alter, Fächern oder Lernstärken gemischt werden können, dass Jüngere von Älteren lernen können, individuelleres Lernen möglich wird, dass auch die Lehrer getauscht werden können oder sich leistungsstarke Schüler mit ganz anderen Projekten beschäftigen können.

Die Baustellen am Seilersee sind in vollem Gange – nicht nur am Gebäude, sondern auch an den pädagogischen Konzepten und am Schulleben, das unter den neuen räumlichen Bedingungen nun organisiert werden muss. „Der Standort am Seilersee ist toll und kann vor allem den Schülern sehr viel bieten“, sagt Daniel Asmuth. Auch das neue Raumkonzept habe Vorteile, da trotz des Umbaus im Bestand vieles möglich wurde, was auch bei einem Neubau auf der grünen Wiese für die Schule eine hohe Priorität gehabt hätte. „Ich bin froh, dass die Stadt diesen Weg mit uns gegangen ist.“

Infoabend und vorgezogenes Anmeldungen

Die Gesamtschule Seilersee lädt am Montag, 14. Januar, zu einem Elterninformationsabend ein, an dem ab 19 Uhr am Bömberg vor allem die Neuerungen für interessierte Eltern derzeitiger Viertklässler erklärt werden.

Für die Gesamtschulen hat die Stadt ein vorgezogenes Anmeldeverfahren von Freitag, 8., bis Donnerstag, 14. Februar, eingerichtet.

Grund ist, dass am Seilersee erneut ein höherer Überhang erwartet wird. Nach einem festgelegten Auswahlverfahren wird die Schule erwartungsgemäß viele Kinder ablehnen müssen.

Eltern, die keinen Platz bekommen, haben dann in der
regulären Anmeldephase von Freitag, 22., bis Donnerstag, 28. Februar, die Möglichkeit, ihr Kind an einer anderen Schule anzumelden.

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