Valentinstag

Es muss nicht immer ein Blumenstrauß sein

Liebe liegt in der Luft: Fabian Klatt (22) und Sabrina Drosta (21) sind seit drei Monaten ein Paar.

Liebe liegt in der Luft: Fabian Klatt (22) und Sabrina Drosta (21) sind seit drei Monaten ein Paar.

Foto: Carolin Meffert

Iserlohn.   Für viele Iserlohner ist das Geheimrezept für eine erfolgreiche Beziehung ganz viel gemeinsame Zeit.

Ruth und Reinhard Schock sind verliebt wie am ersten Tag. Seit bereits 25 Jahren sind die zwei ein Paar, doch erst im letzten Jahr haben sie sich das Ja-Wort gegeben. Das Geheimnis ihrer erfolgreichen Beziehung? So viel Zeit wie möglich miteinander verbringen. „Wir gehen gemeinsam aus, gehen ins Theater oder machen Wellness zusammen“, verrät Ruth Schock.

„Hin und wieder gibt es spontan Blumen oder wir gehen zusammen essen“, ergänzt ihr Mann. Und auch am Valentinstag gibt es hin und wieder eine kleine Aufmerksamkeit. „Ich bin meistens diejenige, die etwas verschenkt und dann schaut mein Mann ganz verdutzt“, sagt Ruth Schock und lacht. Doch teure Geschenke gibt es am Valentinstag nicht. Für ihren Mann kauft sie ganz klassisch Süßigkeiten, wie Mon Chérie oder mal ein süßes Herz aus der Bäckerei.

Für Janes Auer und Merle Wagner ist der 14. Februar ein ganz besonderer Tag. Der Valentinstag rückt bei ihnen jedoch ein wenig in den Hintergrund. „Wir haben unseren Jahrestag am 14. Februar und außerdem feiern wir auch beide Geburtstag“, verrät Janes Auer. Daher können die Geschenke an diesem Tag auch mal größer ausfallen. Im Alltag ist es für das junge Paar wichtig, dem anderen eine Freude zu machen, indem man auch mal kleinere Dinge für den anderen erledigt. Außerdem fügt Janes Auer hinzu: „Es sind die kleinen Überraschungen, die die Liebe warm halten.“

Doch der Valentinstags-Hype kommt nicht bei jedem an. Sarah Beermann und Martin Tripp sehen dem Tag der Liebenden entspannt entgegen. „Wir gehen nur Essen und machen uns einen erholsamen Tag“, sagt Sarah Beermann. Anstatt sich an einem bestimmten Tag im Jahr die Liebe zu zeigen, unternimmt das Paar so viel wie möglich miteinander. Die kommerzielle Seite des Liebestages wird bei ihnen komplett ausgeblendet. Martin Tripp findet sogar: „Der Valentinstag ist wie Halloween. Man muss nicht alles mitmachen.“

Antonina Pizzuto von der „pro familia“-Beratungsstelle nutzt den heutigen Tag zum Anlass, um ein wichtiges Thema anzusprechen. Die Sexualpädagogin klärt heute in einem Vortrag Paare über aktuelle Verhütungsmöglichkeiten auf. „Valentinstag ist der Tag der Verliebten“, sagt sie. „Wenn man darüber nachdenkt, muss man auch zwangsläufig an Sexualität denken. Daher fand ich den Valentinstag passend.“

Die Sexualpädagogin erklärt Verhütungsmittel

Der Vortrag soll einen Überblick über alle gängigen Verhütungsmittel bieten. Antonina Pizzuto bringt in ihrem „Verhütungsmittelkoffer“ die ganze Spannbreite zur Anschauung mit: Von Kondomen über Verhütungspflaster, Verhütungsring, bis hin zu den technischen Hilfsmitteln für die Methoden der natürlichen Empfängnisverhütung.

Doch zunächst geht es um das Verständnis der eigenen Anatomie. „Viele Frauen und Männer wissen nicht, wie wir aufgebaut sind“, sagt Antonina Pizzuto. Daher erklärt sie den Teilnehmern, wie der normale Zyklus funktioniert, was in der fruchtbaren Phase passiert und wie sich die eingenommenen Hormone auf den Körper auswirken.

Da hormonelle Verhütungsmittel oder auch Kondome ihren Schwachpunkt in der Anwendung besitzen, zeigt Antonina Pizzuto auch, wie die Verhütungsmittel eingesetzt werden. „Die wenigsten wissen, dass Kondome unterschiedliche Breiten haben. Das heißt dann auch wirklich mal nachmessen. Wenn ein Kondom deutlich zu breit oder zu schmal ist, dann kann es reißen.“ Um Verhütungsmittel wie den Nuvaring zu erklären, nutzt sie auch ein 3D-Modell zur Veranschaulichung.

Natürlich ist der Vortrag nicht nur für frisch verliebte Paare interessant, denn die Wahl des geeigneten Verhütungsmittels ist auch von der eigenen Lebensphase und Beziehungssituation abhängig. „Wenn man weiß, dass man in den nächsten drei bis fünf Jahren nicht schwanger werden möchte, dann nimmt man Langzeitverhütungsmittel“, erklärt die Sexualpädagogin. „Der Kinderwunsch beeinflusst auch ganz stark das Verhütungsmittel.“ Der Vortrag dient auch dazu, neue Wege der Empfängnisverhütung kennenzulernen. Die kostenlose Informationsveranstaltung findet heute von 17 bis 18.30 Uhr in den Räumlichkeiten der „pro familia“-Beratungsstelle am Theodor-Heuss-Ring 2 statt.

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