Selbst gemalter Zebrastreifen

Experte: Zebrastreifen ist in Tempo-30-Zone erlaubt

Selbst gemalt ist nicht erlaubt, generell darf es aber schon Zebrastreifen in Tempo-30-Zonen geben. Foto: Torsten Lehmann

Selbst gemalt ist nicht erlaubt, generell darf es aber schon Zebrastreifen in Tempo-30-Zonen geben. Foto: Torsten Lehmann

Foto: IKZ

Sümmern.   Ein Experte rät der Stadt zu einer Verkehrszählung in Sümmern, denn Zebrastreifen seien in Tempo-30-Zonen „entbehrlich“, aber doch erlaubt.

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Das wird nicht nur Uwe Wiesebel, der „Zebrastreifen-Maler“ von Sümmern, gerne hören: „Ein Fußgängerüberweg ist in Tempo-30-Zonen durchaus erlaubt, er wird nur in den Richtlinien als entbehrlich angesehen. Wenn da aber viel Verkehr ist, macht ein Zebrastreifen meiner Meinung nach vom Verkehrssicherheitsgedanken her Sinn, zeigt er doch auch noch mal das Vorrecht für Fußgänger besonders an.“

Das sagte am Freitag auf Anfrage der Heimatzeitung Bernd Huppertz, seines Zeichens hauptamtlicher Dozent für Verkehrsrecht an der Fachhochschule für öffentliche Verwaltung in Köln, an der laut Eigendarstellung der „Nachwuchs für den gehobenen Dienst von Kommunen, Staat, Sozialverwaltung und Polizei in NRW“ unterrichtet wird. Sowohl in der Straßenverkehrsordnung als auch in den Allgemeinen Verwaltungsvorschriften dazu finde sich demnach nichts darüber, dass ein Fußgängerüberweg nicht auch in einer Tempo-30-Zone angelegt werden dürfe. Lediglich in den „Richtlinien für die Anlage und Ausstattung von Fußgängerüberwegen“, die das NRW-Verkehrsministerium 2001 erlassen hat, heißt es: „Fußgängerüberwege in Tempo-30-Zonen sind in der Regel entbehrlich.“ Das, so Huppertz, gehe darauf zurück, dass alle Verkehrsteilnehmer angehalten seien, mit „mäßiger Geschwindigkeit“ - also Tempo 30 - an Fußgängerüberwege heranzufahren. Da sie aber in der 30er-Zone sowieso ja schon nicht schneller unterwegs sein sollten, werde ein Zebrastreifen demnach für überflüssig angesehen.

Es gebe bei Fußgängerüberwegen zudem einen Richtungsstreit, eine „fast schon philosophische Auseinandersetzung“: Die Gruppe derjenigen aus dem Bereich der Verkehrserziehung, die davor warnen, dass sich die Kinder zu sehr auf die Zebrastreifen verlassen und in Gefahr geraten, contra diejenigen, besonders aus Schule und Elternschaft, die nach ihrem subjektiven Sicherheitsbedürfnis den Zebrastreifen doch für die sichere Lösung halten. Wichtig seien jetzt verlässliche Daten: Neben der Anzahl der Kraftfahrzeuge, die Mitte Mai 24 Stunden mit einem „Seitenradar“ gemessen werden sollen, müssten in den Spitzenzeiten, also morgens und mittags, die Fußgänger gezählt werden, um dann entscheiden zu können, ob ein Überweg möglich oder sogar empfohlen werde.

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