Eklat um Bürgermeister Joithe

FDP Iserlohn wirft Joithe mangelnde Führungskompetenz vor

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Geriet nach der letzten Ratssitzung unter Druck: Bürgermeister Michael Joithe. Nun legt die FDP nach.

Geriet nach der letzten Ratssitzung unter Druck: Bürgermeister Michael Joithe. Nun legt die FDP nach.

Foto: Dennis Echtermann

Iserlohn.  Nach dem Eklat im Rat beim Thema Anwohnerparken und einem Interview des Bürgermeister in der Heimatzeitung reagiert nun die FDP.

Nach dem Interview in der Heimatzeitung mit Bürgermeister Michael Joithe, in dem dieser darauf beharrt, sich den Inhalt der Drucksache seiner Verwaltung zu Anwohnerparkgebühren „nie zu eigen“ gemacht zu haben, reagiert nun die FDP mit einer Mitteilung:

„Was für ein Eigentor war schon das vor sachlichen Fehlern und völlig unangemessenen Formulierungen strotzende Video zum Thema Anwohnerparken des Bürgermeisters. Wie beschämend muss für ihn die völlig gerechtfertigte Maßregelung des Kämmerers Michael Wojtek vor dem Rat und in der Öffentlichkeit gewesen sein. Und trotzdem keinerlei Einsicht, keine Reue.

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Denn wenige Tage später kommt der nächste öffentliche Rundumschlag im Interview mit der Heimatzeitung. Und längst geht es nicht nur um die Gebühren des Anwohnerparkens. Auch da gibt es natürlich viele Ungereimtheiten. Zum Beispiel, dass die Haltung des Bürgermeisters 150-200 Euro gewesen sein soll. Im Rat waren das „in der ganzen Diskussion“ noch 240 Euro gewesen. Auch, dass es keinerlei Reaktionen der Fraktionen gegeben habe, ist nicht nur falsch, sondern eine bemerkenswerte Aussage. Ein Bürgermeister, der nur auf Signale der Fraktionen reagiert, statt zu agieren, Mehrheiten zu organisieren und klare Kante für eigene Überzeugungen zu zeigen, ist ein erschreckend zahnloser Verwaltungschef. Das eigentliche kommunikative Desaster und das finale Aufkündigen einer vertrauensvollen Zusammenarbeit, ist das erneute Zurschaustellen eines Konflikts in der Öffentlichkeit. Der Bürgermeister redet nicht mit seiner Verwaltung, er redet über sie und das schadet dem Ansehen unserer Stadt.

„Das hat Iserlohn nicht verdient“

Michael Wojtek ist ein fachlich überragender Kämmerer. Er hat sich in dieser Angelegenheit nichts zu Schulden kommen lassen. Im Gegenteil. Der Kämmerer hat die originäre Aufgabe, die Sicht des Finanzchefs einer Kommune darzustellen und sachlich nüchtern Berechnungsgrundlagen aufzustellen. Den Rundum-Blick, die politische und gesellschaftliche Konsensfähigkeit und das Ergebnis im Sinne aller Bürgerinnen und Bürger – das ist die Aufgabe des Bürgermeisters und in der Umsetzung die der Politik. Aus dieser Verantwortung stiehlt sich Michael Joithe nicht nur, er versucht dem Kämmerer zu schaden. Mit diesem Schritt hat der Bürgermeister den Bogen weit überspannt.

Die vagen Andeutungen einer Rücktrittsforderung hat Joithe im Interview bereits weggewischt. Nun ist es an der Politik, die Folgen der vom Bürgermeister initiierten ,Chaostage’ abzuwägen und Schaden von der Stadt abzuwenden. Fest steht: Es darf kein ,weiter so’ und auch keine roten Linien geben. Alle politischen Kräfte – inklusive „DieIserlohner“, die ebenfalls von ihrem Mitglied Joithe via Interview abgekanzelt wurde – sind verpflichtet, das Ruder herumzureißen. Der Bürgermeister allein vermag das nun nicht mehr. Denn in weniger als elf Wochen soll der Haushalt 2023 im Rat verabschiedet werden. Kaum vorstellbar, wie diese Herausforderung nach diesem Drama gelingen soll. Dass alles anders werden solle, hatte Joithe immer angekündigt. Dass alles schlimmer werden würde, hat Iserlohn nicht verdient.“

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