Rettungsdienste

Feuerwehr bündelt Kräfte in Iserlohn

Koordinationszentrum Iserlohn: Freya Balk leitet den neuen Lehrgang kommissarisch. Sie und der stellvertretende Feuerwehrchef Christopher Rosenbaum erklärten jetzt Details.

Koordinationszentrum Iserlohn: Freya Balk leitet den neuen Lehrgang kommissarisch. Sie und der stellvertretende Feuerwehrchef Christopher Rosenbaum erklärten jetzt Details.

Foto: Tim Gelewski

Iserlohn.  Im April startet ein neuer Ausbildungslehrgang, der für den Kreis von Iserlohn koordiniert wird – ein weiterer Schritt, gegen Fachkräftemangel.

Viele Berichte hatte es in den letzten Jahren gegeben über den Nachwuchsmangel und den Kampf der Berufsfeuerwehren um geeignetes Fachpersonal. Ein Grund, warum am 3. Juli vergangenen Jahres im Feuerwehrausschuss ein neuer Grundausbildungslehrgang beschlossen wurde mit dem Ziel, Kräfte im Märkischen Kreis zu bündeln und auch die Ausbildung zu modernisieren.

Gesagt, getan – am 1. April startet nun der neue Lehrgang für Brandmeisteranwärter. 25 Plätze gibt es. Kommissarische Leierin ist Freya Balk, eigentlich Sachgebietsleiterin Gefahrenabwehr bei der Iserlohner Feuerwehr. „Der theoretische Teil der Ausbildung wird im Gerätehaus Grüne stattfinden“, sagt sie. Die Praxis an wechselnden Standorten.

Feuerwehren aus Kreis schicken auch Ausbilder

Das Besondere an dem neuen Lehrgang im Vergleich zur Vergangenheit ist, dass die Wehren aus den Nachbarstädten im Kreis zum einen Anwärter schicken, zum anderen aber auch Fahrzeuge und Ausbilder. „Die Feuerwehr Iserlohn übernimmt eine koordinierende Funktion“, sagt Christopher Rosenbaum, stellvertretender Leiter der Feuerwehr.

Dass die Feuerwehren anderer (kleinerer) Städte in Iserlohn Ausbildungsplätze gewissermaßen „einkaufen“, war bereits in den Vorjahren üblich. Mit dem Nachteil allerdings, dass die hiesigen Ausbilder im Einsatzdienst fehlten. Dies soll mit der Umstellung begrenzt werden. „Nun muss nicht mehr eine Feuerwehr allein die Ausbilder stellen“, sagt Freya Balk. So sollen außerdem Kosten gespart werden.

Mit der Umstellung einher geht auch eine Modernisierung der Inhalte beziehungsweise deren Vermittlung. „Frontalunterricht ist nicht mehr so gewünscht“, erklärt Freya Balk weiter. Außerdem werden bei den verschiedenen Ausbildungseinheiten bis zu sechs Ausbilder gleichzeitig anwesend sein – was vor allem bei Praxisübungen ein Vorteil ist.

Apropos Praxis – die hatten wohl viele der Bewerber für den Ausbildungsplatz unterschätzt. Bevor nämlich jemand angenommen werden kann, muss er oder sie sich einem Auswahltest stellen, der schriftliche, praktische und auch sportliche Komponenten beinhaltet. Vor allem letzterer Teil war allerdings von nicht wenigen Bewerbern offenbar zu sehr auf die leichte Schulter genommen worden.

Viele Anwärter unterschätzen die Anforderungen

Drei Kilometer laufen in 15 Minuten, Tauchen, Schwimmen, sich 45 Sekunden mit dem Kopf oberhalb einer Klimmzugstange festhalten, einiges davon ohne Verschnaufpausen – „das unterschätzen viele“, sagt die Feuerwehrfrau, obwohl die Vorgaben des Sporttests für jeden vorab einsehbar seien.

Vier der 25 Ausbildungsplätze im Kurs werden auf Iserlohner Anwärter entfallen. Beworben hatten sich 120 Personen. „Zum Auswahltest erschienen sind aber nur 60. Das lässt leider tief blicken“, sagt Christopher Rosenbaum in Bezug auf die fehlende Einstellung und Verlässlichkeit vieler junger Leute.

Die niedrige Zahl von Iserlohner Feuerwehr-Azubis ist indes als durchaus positives Zeichen zu werten. Drei Mitarbeiter, die sich haben nach Iserlohn versetzen lassen im Zulauf, dazu zwei Neuanstellungen – „im Grunde sind wir dann voll“, erklärt Christopher Rosenbaum, dass der Fachkräftemangel aktuell bei der Iserlohner Wehr kein Thema mehr ist. Anders als etwa in Lüdenscheid, das 9 der 25 Ausbildungsplätze in Beschlag hat.

Die Ausbildung ab dem 1. April wird 18 Monate dauern. Nach zwei Jahren startet ein neuer Lehrgang. Gesucht werden einzig noch Gebäude für Praxisübungen. Leerstehende Fabrik-Gebäude und Gelände, Häuser, Höfe, Scheunen, Freiflächen. „Wem etwas einfällt oder wer etwas zur Verfügung stellen kann, der kann sich gerne melden“, sagt Rosenbaum.

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