Bildung

Finanzspritze für „Gift-Projekt“ am Stenner

Martin Pape vom Bayer-Standort Bergkamen hat jetzt die Förderurkunde an Lehrerin Meike Pape und den Projektkurs übergeben.

Martin Pape vom Bayer-Standort Bergkamen hat jetzt die Förderurkunde an Lehrerin Meike Pape und den Projektkurs übergeben.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Die Bayer-Stiftung fördert den Toxikologie-Kurs von Lehrerin Meike Voß mit 2000 Euro.

Ob eine Substanz giftig ist, entscheidet allein die Menge. Das wusste bereits Paracelsus im 16. Jahrhundert. Die Schüler der Stufe Q1 des Gymnasiums An der Stenner sind während der vergangenen Monate noch einen Schritt weiter gegangen: Sie haben sich im Rahmen eines Projektkurses Toxikologie damit beschäftigt, welche Substanzen sich schädlich auf den Organismus auswirken.

Lehrerin Meike Voß erklärt: „Die Schüler haben den Wunsch vor mehr als einem Jahr geäußert, 23 haben sich am Ende für den Projektkurs entschieden.“ Es ging nicht nur darum, zu experimentieren und wissenschaftliche Vorgänge nachzuvollziehen, sondern auch um die Sensibilisierung der Jugendlichen für die eigene Gesundheit.

Besondere Systematikund großes Engagement

Für das Engagement und die besondere Herangehensweise hat die Bayer-Bildungsstiftung jetzt einen Scheck über 2000 Euro an die Stennerstraße gebracht. Schulleiter Stefan Schmoldt erklärt: „Besser kann es nicht sein: Ein zentrales Projekt wird gefördert und fließt direkt in den Unterricht ein.“ Meike Voß hat eine besondere Systematik entwickelt, bei der lediglich ein übergeordnetes Thema vorgegeben war. Sie sagt: „Ich möchte die Projektarbeit bewusst offen gestalten, damit sich die Schüler während der Recherche ermutigt fühlen, neue Gebiete zu erschließen.“ Die offene Auseinandersetzung mit Themen baue Vorurteile ab und trage dazu bei, sich individuell zu entfalten. Ihre eigene Aufgabe sieht die Lehrerin darin, Beispiele für Substanzen mit schädlichen Wirkungen aufzuzeigen, wie beispielsweise Nikotin, Nitrate und Salmonellen.

„Natürlich gab es Höhen und Tiefen, aber das Projekt ist erst durch die Schüler zu dem geworden, was es ist“, erklärt Meike Voß. Sie hat bei der Übergabe der Fördermittel für das Vertrauen gedankt, dass ihr die Bayer-Stiftung entgegengebracht hat.

Martin Papa findet lobende Wort für das Stenner

Martin Pape vom Bayer-Standort Bergkamen konnte das Lob zurückgeben: „Uns geht es um Wertschätzung engagierter Pädagogen, die bei ihren Schülern über das normale Maß hinaus das Interesse für Naturwissenschaften steigern. Das muss mal öffentlich honoriert werden.“ Das Projekt treffe die Anforderungen der Stiftung „idealerweise“, entscheidend sei der innovative Charakter gewesen. Zahlreiche Bewerbungen habe es gegeben, den Juryzuschlag neben 40 weiteren Projekten habe letztlich das Stenner-Gymnasium bekommen. „Nicht ganz uneigennützig werden solche Initiativen gefördert, wir haben einen hohen Bedarf an Nachwuchs“, so Pape, der natürlich auch kurz auf die aktuellen Bayer-Schlagzeilen einging. „Bayer kauft Monsanto, weil es das innovativste Unternehmen ist. Bei Monsanto geht es nicht um Glyphosat.“ Was das Rekrutieren des Nachwuchses angeht, so haben fünf Jugendliche nun ein klares Berufsziel vor Augen.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben