Friedensfest

Freibier, Fun und Friedenslieder

Die Band Paxx sorgte mit „Klassikern der Friedensliteratur“ für einen Auftakt nach Maß.  

Die Band Paxx sorgte mit „Klassikern der Friedensliteratur“ für einen Auftakt nach Maß.  

Foto: Ralf Tiemann

Iserlohn.  Traumstart: So familienfreundlich und entspannt ging es beim Friedenfestival noch nie los.

„Wenn er im kleinen Kreis loslegt, liegen alle unterm Tisch“, sagen seine Freunde. Und für sie ist klar: Der Mann gehört auf die Bühne. Gestern Abend war nun so weit: Mohamed Basheer Al Sayed Ahmed – oder einfach Basheer – traute sich. Ganz spontan gab er seine Premiere als Comedian – ein kurzer Auftritt, bei dem ihm gehörig die Knie zitterten, wie er sagt. Bei dem er aber auch schon ziemlich frech loslegte, indem er sich darüber beschwerte, dass es als Flüchtling kaum möglich sei, Deutsch zu lernen, weil man auf der Straße fast nur Ausländer trifft. Was auf Basheer selbst allerdings ganz und gar nicht zutrifft. Seit vier Jahren lebt der 22-jährige Syrer erst in Iserlohn, hat rasend schnell Deutsch gelernt und träumt davon, als Stand-Up-Comedian erfolgreich zu sein.

Friedenslieder von Lennon bis Wader

Und seine sympathische Premiere hat gestern auf jeden Fall mit dazu beigetragen, dass das Friedensfestival wohl den entspanntesten Start seiner Geschichte hinlegte. Natürlich lag es nicht nur an ihm. Das Wetter spielte perfekt mit, der Besuch war fantastisch, die Atmosphäre ebenso und die Organisatoren vom FriedensPlenum hatten ganz bewusst auf Familienfreundlichkeit statt auf Pogo-Tauglichkeit bei der Musikauswahl gesetzt.

Bestes Beispiel dafür war die Hemeraner Band Paxx, die sich eigens für diesen Abend gegründet hatte und „Klassiker der Friedensliteratur“, wie Frontmann Harry Hamann es ausdrückte, mitgebracht hatte. John Lennon, Hannes Wader, TonSteineScherben und passenderweise auch einen Rückgriff auf die 48er Revolution, deren Jubiläum ja gerade auf diesem Platz an der Bauernkirche gefeiert worden war, hatte die Band im Programm – einfach stark.

Und so war es schon gestern zum Auftakt das bunte und fröhliche Treiben mit vielen Kindern und entspannter Stimmung, das man sonst eher vom Samstag kennt und bei dem nur die traditionelle Freibier-Ausgabe an den einstmals „harten Freitag“ erinnerte – und selbst da ging nur noch eine halbe Kiste Paderborner über den Tisch. Heute startet die erste Band um 15.30 Uhr.

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