VHS

Fremde Lieder für die Freundschaft

„Dein Lied ist mein Lied“ lautet das Motto. In dem Chor sollen die Sängerinnen und Sänger aus unterschiedlichen Nationen die Liedauswahl selbst mitbestimmen.

Foto: Michael May

„Dein Lied ist mein Lied“ lautet das Motto. In dem Chor sollen die Sängerinnen und Sänger aus unterschiedlichen Nationen die Liedauswahl selbst mitbestimmen. Foto: Michael May

Iserlohn.   Die VHS gründet einen internationalen Chor für Deutsche und Zugewanderte.

Musik ist eine internationale Sprache, sagt man. Tatsächlich gibt es unzählige Beispiele, die davon erzählen, wie Musik Gegensätze und Grenzen überwindet und Menschen aus unterschiedlichen, vielleicht manchmal sogar verfeindeten Kulturen zusammenbringt. Das von Daniel Barenboim gegründete „West-Eastern Divan Orchestra“, das zu gleichen Teilen aus israelischen und arabischen Musikern besteht, ist da nur die Spitze des Eisbergs. Auch im Kleinen erleichtert das gemeinsame Singen oder Musikmachen oft das Miteinander.

Die Initiative, einen internationalen Chor mit Iserlohnern aus möglichst vielen Ländern zusammenzubringen, liegt von daher geradezu auf der Hand. Schon am kommenden Mittwoch, 14. Februar, soll dieser neue Chor unter dem Titel „Mein Lied ist dein Lied“ unter dem Dach der Volkshochschule in den Räumen der Städtischen Galerie proben.

Mit integrativen Angeboten, in denen Teilnehmer verschiedener Nationen über das gemeinsame Tun zueinander finden, hat die Iserlohner Volkshochschule bereits reichlich Erfahrung, wie Claudia Weigel von der VHS auf Anfrage erklärt. Als zuständige Programmbereichsleiterin für den Bereich Integration und Internationale Begegnung hat sie eine integrative Nähwerkstatt, das Angebot „Kochen verbindet“, zweisprachige Stadtbegehungen oder auch einen integrativen Zeichenkurs, der aber mangels Nachfrage nicht zustande gekommen ist, im Programm. Finanziert werden all diese Angebote vom Iserlohner Integrationsrat und aus Mitteln der Integrationspauschale NRW. Auch der neue internationale Chor wird wegen der Förderungen für die Teilnehmer kostenlos sein.

VHS-Chöre gebe es bundesweit schon sehr viele, sagt Claudia Weigel. „Ich finde aber gerade die Idee, einen internationalen Chor zu gründen und Lieder der anderen Kulturen selbst zu singen, sehr reizvoll.“ Es liegen schon jetzt mehr als zehn Anmeldungen, vorwiegend von deutschen Sängerinnen (und einem Sänger), vor. Eine gezielte Werbung in den VHS-Integrationskursen soll aber noch für zugewanderte Sängerinnen und Sänger sorgen. Und natürlich sind auch jetzt noch alle Interessierten eingeladen, sich anzumelden – die Kursnummer lautet 181_40003, Anmeldungen sind unter 02371/217-1943 möglich.

Bunte Mischung vontraditionell bis modern

Spaß wird der neue Chor auf jeden Fall machen. Das Repertoire soll von den Teilnehmern selbst mitbestimmt werden, soll aber auf jeden Fall von traditionell bis modern reichen und international bunt gemischt sein. Notenkenntnisse sind nicht erforderlich. Und in Ernst W. Klar hat Claudia Weigel auch genau den richtigen Chorleiter für dieses neue Projekt gefunden. Als versierter Musiker ist er in der Lage, den Chor zu führen, mit der Gitarre und dem Klavier zu begleiten und auch ausgefallene Wünsche für mehrstimmigen Chor zu arrangieren.

„Ich weiß absolut nicht, was da genau auf mich zukommt“, sagt Ernst W. Klar im Gespräch über das kleine Abenteuer, das vor ihm liegt. Er freut sich aber schon sehr auf die besondere Aufgabe, denn die internationalen und verbindenden Seiten der Musik liegen ihm bei allem, was tut, immer besonders am Herzen. Neben seinem Chor „Canterino“ leitet er auch den Thomas-Chor in der Versöhnungs-Kirchengemeinde, mit dem er vor allem Taizee-Gesänge probt – und dieses „Taizee-Singen“ sei im Grunde für alle Nationen und bedeute nicht mehr als „Kommt alle zusammen und singt mit“. Auch mit den „Offenen Singen“, die er regelmäßig anbietet, gehe er auf alle zu. Ebenso mit seiner Gestaltung des Internationalen Friedensfestes des Kirchenkreises auf dem Marktplatz, bei dem ebenfalls die Internationalität der Musik im Mittelpunkt stand.

Wenn es gut läuft, soll ein kontinuierlicher Chor aus dem VHS-Kurs erwachsen, der dann natürlich auch prädestiniert für Auftritte bei den verschiedenen städtischen Veranstaltungen wäre. Das Jubiläum 100 Jahre VHS Iserlohn steht auch schon kurz bevor.

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