Gedenkstunde

Frieden ist eine zeitlose Botschaft

Bei der Gedenkstunde am Mahnmal wurden traditionell Kränze und Gestecke niedergelegt.

Bei der Gedenkstunde am Mahnmal wurden traditionell Kränze und Gestecke niedergelegt.

Foto: IKZ

Iserlohn.   Zur traditionellen Gedenkstunde einen Tag vor dem Friedensfest hatte das Friedensplenum am Donnerstag zum Mahnmal am Poth eingeladen.

Mit einem mittlerweile 22 Jahre alten T-Shirt, das ihm einst ein Freund gestaltetet hatte, brachte Detlev Paul seine einfache Botschaft auch ohne Worte unter die Gäste der gestrigen Gedenkstunde am Mahnmal für die Opfer des Faschismus am Poth. „Frieden“ stand auf dem in die Jahre gekommenen Kleidungsstück in englischer, he­bräischer und arabischer Sprache. Keinesfalls in die Jahre gekommen, sondern nach wie vor höchst aktuell ist indes der Leitgedanke des heute beginnenden Friedensfestes, das inoffiziell mit der traditionellen Gedenkfeier samt Kranzniederlegung eröffnet wird. „Die Friedensbewegung ist so nötig wie eh und je“, betonte Paul angesichts der zahlreichen kriegerischen Konflikte der Gegenwart.

Als „pervers“ bezeichnete der Sprecher des Friedensplenums in diesem Zusammenhang den Verkauf einer deutschen Panzerfabrik für 2,6 Milliarden Euro an Algerien: „Dieses Geld ist gefährliches Geld.“ Absolut verfehlt sei auch die Debatte über die Anschaffung von bewaffneten Drohnen für die Bundeswehr, „Geräte, die das anonyme Morden ermöglichen“. Auch die doppelzüngige deutsche Politik gegenüber den Flüchtlingen aus Syrien prangerte Paul mit scharfen Worten an, da sich die tatsächliche Hilfe entgegen der vollmundigen Unterstützungserklärungen auf die Übernahme von Krankenkassenbeiträgen beschränke, „den Rest müssen die einladenden Familien und Institutionen selbst finanzieren“. Mit Sorge blickte Detlev Paul zudem nach Israel, das dieser Tage wieder wie ein Pulverfass wirke, bei dem die Lunte schon brennt. So wie die israelische Administration jedoch aktuell wieder agiere, lasse sich Frieden niemals erreichen. Immerhin, so der Aktivist, gebe es durchaus einen Funken Hoffnung, dass der Waffenstillstand in der Ukraine halte. Weitere Redebeiträge hielten Friedensaktivist Armin Kligge und Sophia Steneberg.

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