Bestattung

Friedhof in Hennen bietet ab sofort Baumbegräbnisse an

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Viele Mitglieder der Hennener Gemeinde waren am Sonntag der Einladung zur feierlichen Eröffnung des Friedhofseils für Bestattungen unter Bäumen gefolgt.

Viele Mitglieder der Hennener Gemeinde waren am Sonntag der Einladung zur feierlichen Eröffnung des Friedhofseils für Bestattungen unter Bäumen gefolgt.

Foto: Vanessa Wittenburg / IKZ

Hennen.  Ein neuer Bereich auf dem evangelischen Friedhof in Hennen macht die Bestattung unter Bäumen möglich. Es gibt ein naturbelassenes Konzept.

Was als Wunsch aus der Gemeinde herangetragen wurde, ist jetzt auf dem evangelischen Friedhof in Hennen Realität geworden: In einem neu eröffneten Bereich soll ab sofort die Bestattung unter Bäumen möglich sein. Eine große Freifläche mit einem Rundweg ist dafür angelegt worden, erste junge Bäume sind bereits gepflanzt worden, und Bänke laden zum Verweilen und Innehalten ein. Ein Lichtkreuz aus Holz, gefertigt von Konrad Horsch, ist als sichtbares Zeichen des christlichen Glaubens zen­tral auf dem Platz aufgestellt worden. „Es soll uns ein Zeichen der Hoffnung an diesem Ort sein“, erklärte Pfarrerin Brigitte Zywitz.

Der Einladung zur Eröffnung des Friedhofsteils waren etwa 50 Interessierte gefolgt. Zu Beginn des Jahres hatten die Arbeiten auf dem Areal begonnen, für die Umsetzung waren die Landschaftsarchitekten Bimberg, die Firma „GreenTeam“ sowie die Gärtnerei Austmann zuständig. Das Konzept sollte sich in das vorhandene Gelände und den Baumbestand einfügen, ohne spektakulär oder aufregend zu wirken.

Naturbelassenes Konzept: Teilanonyme Bestattung direkt unter den Bäumen

Entlang des Rundweges sollen an den Randsteinen Gedenktafeln aus Messing, entworfen von Michael Bulter, angebracht werden. „Die Namen der Verstorben sollen uns auf unserem Weg über diesen Friedhofsteil begleiten“, erklärte Pfarrerin Christine Grans das Konzept. Neben den Bäumen und der vorrangig „wild“ wachsenden Wiese soll das naturbelassene Konzept sich auch in den Bestattungen wiederfinden, daher dürfen etwa nur Urnen verwendet werden, die schnell biologisch abgebaut werden. Nach dem Abräumen von Kränzen und Blumen einige Tage nach der Beisetzung können keine Pflanzen oder Kerzen an der Stelle der Urne abgelegt werden. Auch einen zentralen Ort zum Ablegen von Blumen oder ähnlichem soll es nicht geben.

„Es soll nicht nur ein Ort der Trauer sein, sondern vor allem der Hoffnung und des Lebens“, sagte Pfarrerin Christine Gans vor dem Lichtkreuz. Der Baumfriedhof solle vielmehr einladen, zum Gedenken und Erinnern, zum Spazierengehen und Genießen. Möglich gemacht hätten dieses „tolle Ergebnis“ hinter den Kulissen auch Nicole Lindheim vom Friedhofsauschuss, Ulrike Bergmann von der Friedhofsverwaltung sowie Susanne Wittenburg von der kreiskirchlichen Verwaltung Sauerland-Hellwig. Die Gäste der Eröffnung waren auf jeden Fall begeistert von dieser Neuerung – die ersten Anfragen zu Bestattungsmöglichkeiten gab es bereits.

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