Kultur

Frühzeitige Weichenstellung

Theaterdirektor Jojo Jostmann hört am 30. Juni 2021 auf. Die Stelle des Kulturbüroleiters soll bereits zum 1. Januar 2021 besetzt werden.

Theaterdirektor Jojo Jostmann hört am 30. Juni 2021 auf. Die Stelle des Kulturbüroleiters soll bereits zum 1. Januar 2021 besetzt werden.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Johannes Josef Jostmann und Politik erarbeiten Stellenprofil für neue Kulturbüroleitung.

Im Kulturbereich stehen Veränderungen an, die schon frühzeitig eine strategische Neuausrichtung erforderlich machen. Nachdem die Politik bei der Neubesetzung der Museumsleitung gute Erfahrungen gemacht hat, indem sie mit dem langjährigen Museumsleiter Gerd Schäfer die Weichen für den Neuanfang gestellt hat, soll jetzt im Theater- und Kulturbürobereich das selbe Prozedere gewählt werden. Museumsleiterin Dr. Sandra Hertel konnte von ihrem Vorgänger eingearbeitet werden und auf ein gut bestelltes Feld mit erfolgreichen Kulturveranstaltungsformaten zurückgreifen (wie berichtet).

Die Fußstapfen, die Theaterdirektor Johannes Josef Jostmann (63) hinterlässt, sind ebenfalls groß. Da sind sich jetzt schon die Verantwortlichen im Iserlohner Kulturbetrieb einig. Auch wenn JoJo Jostmann als Leiter des Kulturbüros erst zum 30. Juni 2021 aus dem Dienst bei der Stadt Iserlohn ausscheidet, befasst sich der Kulturausschuss schon am Donnerstag, 12. September, ab 17 Uhr in seiner Sitzung im Fanny-van-Hees-Saal der VHS mit der Nachfolgeregelung.

Es ist beabsichtigt, die Stelle bereits zum 1. Januar 2021 zu besetzen, um Wissenstransfer zu gewährleisten. So soll eine Einarbeitungszeit zur Spielzeit 2021/22 ermöglicht werden.

Strategische Leitung des Theaters und Kulturbüros

Zunächst soll unter Mithilfe von Johannes Josef Jostmann ein Stellen- und Anforderungsprofil mit Vertretern der Fraktionen, des Bereichs Personal, des Personalrats und des Kulturressorts erarbeitet werden. Zu den Aufgaben gehören die strategische inhaltliche Leitung und Steuerung des Parktheaters und des dazugehörigen Kulturbüros. Erwartet wird die Weiterentwicklung des Theaters als kulturelles Zentrum der Stadt und der Region. Weitere Aufgaben seien eine anspruchsvolle und ausgewogene Ausgestaltung des Spielplans, die Umsetzung des bildungs- und kulturpolitischen Auftrags und die strategische Steuerung der Vermarktung und Vermietung des Parktheaters. Der oder die „Neue“ übernimmt die Leitung des Kulturbüros und des Parktheaters mit 17 Mitarbeitern plus einiger Hilfskräfte.

„Zum jetzigen Zeitpunkt ist noch nicht sicher, welche Auswirkungen zukünftig der Bau und Betrieb einer neuen Parkhalle auf den Aufgabenzuschnitt haben kann“, erklärt Ressortleiter Joachim Köhnke. „Es steht jedoch fest, dass für die Aufgaben der Theaterleitung 2021 eine Person gefunden werden muss. Die Aufgaben bestehen auch weiterhin, unabhängig von den Entwicklungen rund um die Parkhalle.“

Betreiberkonzept dergeplanten Veranstaltungshalle

Auf der Tagesordnung der Sitzung des Kulturausschusses steht außerdem ein Nutzungs- und Betreiberkonzept der geplanten Veranstaltungshalle Alexanderhöhe.

VHS-Leiter Rainer Danne wird außerdem einen Jahresbericht der VHS vorlegen, die am Freitag, 20. September, mit einer langen Nacht der Volkshochschule ihr 100-jähriges Bestehen feiert. Dazu gibt es noch im Oktober einen Festakt im Parktheater.

Die Aufarbeitung denkmalwürdiger Grabstätten ist ein weiteres Thema des Kulturausschusses. Dazu liegt ein Antrag der SPD-Fraktion vor. Die Kosten für die Reparatur und Wiederherstellung denkmalwürdiger Grabstätten sollen mit Hilfe von noch einzustellenden Kunsthistorikern oder Restauratoren ermittelt werden. Derzeit sind 80 denkmalgeschützte oder kulturhistorisch bedeutsame Grabstellen erfasst. Die Verwaltung soll im Rahmen des Stadtmarketings und der touristischen Informationen einen Flyer mit den wichtigen Grabstellen erstellen. Nach Vorlage von Angeboten oder Kostenvoranschlägen soll die Verwaltung den politischen Gremien zur weiteren Vorgehensweise Vorschläge unterbreiten. Oberste Priorität haben die durch Vandalismus und Diebstahl zerstörten Gräber der Familie Giebe sowie das Grab des Mitglieds des Vorparlaments und Beteiligten der Revolution von 1848/49 in Iserlohn, Rechtsanwalt Carl August Michael Schuchart (wie berichtet).

Weitere Themen im Ausschuss sind die Anschaffung von Rollatoren für Iserlohner Kultureinrichtungen, Kunst im Kreisverkehr und Blühwiesen in Barendorf.

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