Literatur

Für jeden Mord der richtige edle Tropfen

Die „mörderischen Sauerländer“ Astrid und Frank Kallweit entführten ihr Publikum bei der Lesung auf Einladung der Kindernothilfe in die verschiedenen deutschen Weinregionen.

Die „mörderischen Sauerländer“ Astrid und Frank Kallweit entführten ihr Publikum bei der Lesung auf Einladung der Kindernothilfe in die verschiedenen deutschen Weinregionen.

Foto: Cornelia Merkel / IKZ

Iserlohn.  Astrid und Frank W. Kallweit stecken Fans an mit ihrer Leidenschaft für die deutschen Weinregionen – mit Teufelswein und düsteren Typen.

Krimidinner sind beliebt. Die Kombination mit Wein eignet sich auch – besonders, wenn es um Krimis geht, bei denen das Publikum deutsche Weinregionen kennenlernt und für jede Geschichte ein anderer Tropfen ins Glas kommt.

Beim Titel des Abends und dem gleichnamigen neuen Krimiband der „Mörderischen Sauerländer“ Astrid und Frank W. Kallweit „Mordsabgang“ war der Name Programm. Und das in doppelter Hinsicht. Die Krimihäppchen, die das Autorenpaar servierte, gaben Einblicke in reichlich schräge Typen, versprühten reichlich kriminelle Energie und machten Appetit auf mehr. Dafür hielten sie am Ende ihr jüngstes Werk bereit. Und die Weine im Ausschank mundeten den Weinkennern und -Neulingen.

Geschichten mit Orts- und Sachkenntnis zum Weinanbau

Ihre Geschichten aus verschiedenen Weinregionen weisen hohe Orts- und Sachkenntnis zum Weinanbau, Rebsorten und zu regionalen Besonderheiten auf. Ihre touristischen Tipps weckten bei dem einen oder anderen Lust, auf die Weinwanderpfade zu begeben.

Die „mörderischen Sauerländer“ schlüpften in wechselnde Rollen und brauchten bei ihren spannenden und humorvollen Geschichten nur wenige Requisiten, um ihren Protagonisten Leben einzuhauchen.

Den Anfang machte Frank Kallweit mit seiner Geschichte „Teufelswein zur Moselhochzeit“: dazu ein feinherber Riesling.

Zu dieser Lesung waren zwei handelnde Personen extra angereist, die das ein oder andere Déjà-vu der verhagelten Hochzeit mit entsprechend quietschfidelen Gesten quittierten. In der Geschichte „Murks muss weg!“ und „Tödliche Verbindung“ entführten Astrid und Frank Kallweit ihr Publikum zum Tatort Südliche Weinstraße in die Pfalz, einer Region, in der sie als die „mörderischen Sauerländer“ fast 20 Jahre recherchierten. Auch wenn Orte und Personen frei erfunden sind, lassen sie sich immer wieder von den Bewohnern inspirieren, verriet die Autorin zu ihrer Geschichte um Korruption bei Weinprämierungen und der Wahl zur Weinprinzessin. Weitere Tatorte für ihre Kurzkrimis „Leichtsinn“, „Geld, Liebe oder“ und „Edler Tropfen“ waren der Rheingau und der Kaiserstuhl. Dazu empfahlen sie für prickelnde Momente einen Riesling Secco, einen halbtrockenen Chardonnay und einen trockenen Grauburgunder.

Komplimente verdiente sich die Kindernothilfe, die den heimischen Literaturfans am Samstag in der herbstlich dekorierten Sammlung der Städtereinigung einen kurzweiligen, spannungsreichen und genussvollen Abend in familiärer Atmosphäre bereitete. Zu den edlen Tropfen reichten sie selbst gemachte Dips und Brot.

„Es war ein schöner Abend, wir kommen wieder“, sagten zwei Frauen, die erstmals bei einer Veranstaltung der Kindernothilfe zu Gast waren.

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