Jugend debattiert

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Ein spanndes „Jugend debattiert“-Schulfinale boten am Stenner-Gymnasium

Foto: Cornelia Merkel

Ein spanndes „Jugend debattiert“-Schulfinale boten am Stenner-Gymnasium

Iserlohn.  Sophie Marie Oetzel und Paul Milbers siegten bei „Jugend debattiert“ am Stennergymnasium. Und Kiyan Esfandiyari vor vor Katharina Heim am Schulfinale am Berufskolleg.

Sollten Klassenarbeiten anonymisiert geschrieben werden? Darüber stritten sich die beiden Befürworter Torben Flashove (9d) und Marie Baltzer (8d) mit ihren Kontrahenten Gabriel Palabas (9d) und Paul Milbers (9d). Im voll besetzten Forum des Gymnasiums an der Stenner beeindruckten sie in ihrem verbalen Schlagabtausch ihre Juroren und ihre Mitschüler mit erstaunlichen rhetorischen Fähigkeiten, Sachkenntnis, Argumentation, Ausdrucksvermögen, Gesprächs- und Zuhörfähigkeit.

In ihrer Debatte ging es um Diskriminierung und Vorurteile bei Lehrern und den Wunsch nach mehr Notengerechtigkeit. Der Aufwand, die Kosten und die Fehleranfälligkeit anonymisierter Verfahren stehen in keinem Verhältnis zu vermeintlichen Vorzügen, waren Gegen-Argumente. Paul Milbers (15) siegte in diesem Schlagabtausch. „Eine gute Debatte, die Zeit ist schnell verflogen. Es war eine knappe Entscheidung“, befand Jurymitglied Mascha Westermann.

Soll für Minderjährige ein Smartphone-Führerschein vorgeschrieben werden? Dafür sprachen sich Julia Trompetter (EF) und Anna Monika Friedrich (Q1) mit starken Argumenten aus. Sie warnten vor Folgen von Cybermobbing. Katharina Schmitz (Q1) und Sophia Maria Oetzel (EF) hielten durchaus überzeugend dagegen, indem sie forderten, die Eltern stärker in die Aufklärung über die Risiken der „sozialen Medien“ einzubeziehen. Sie machten sich für einen Social-Media-Führerschein stark. Sophia Marie Oetzel (15) setzte sich durch.

„Die Schüler lernen fürs Leben. Seit 2003 beteiligt sich das StennerGymnasium an den Wettbewerben, mit denen die demokratische Streitkultur und rhetorische Fähigkeiten der Schüler gefördert werden“, erklärte Schulkoordinatorin Ursula Neumann-Jede. Sie dankte den Juroren Sonja Holwe, Mascha Westermann, David Göddeck, Stephanus Vagidas und Bhaarrath Sivanesan für ihr Mitwirken.

Notengebung im Sportunterricht

Im Berufskolleg an der Hansaallee behandelten die Teilnehmer des Schulfinales von „Jugend debattiert“ die Frage „Soll im Sportunterricht auf Notengebung verzichtet werden?“ Wirtschaftsgymnasiastin Katharina Heim sprach sich für eine Abschaffung der Notengebung aus: Spaßfaktor und Motivation würden dadurch anwachsen. Ein guter Sportlehrer könne auch ohne Notengebung motivieren. Wirtschaftsgymnasiast Kiyan Esfandiyari hob hervor, dass gerade im Fach Sport die Sozialkompetenz mit benotet werde: Wer bringt sich ein? Wer hilft? Das werde in keinem anderen Fach bewertet. Kiyan Esfandiyari siegte vor Katharina Heim. Die beiden anderen Debattierenden waren Kamil Ujma (Höhere Berufsfachschule für Wirtschaft und Verwaltung) und Emile Konrad (Wirtschaftsgymnasium).

Die Jury bestand aus Schulsiegern aus den Jahren 2016 und 2017 – David Wrede und Franziska Schmitz sowie den Lehrern Marina Biadala, Andreas Herrmann und Claudia Vogel, Schulkoordinatorin und zugleich „Jugend debattiert“-Regionalkoordinatorin. Die Sieger des Schulwettbewerbs haben sich für den Regionalwettbewerb am 21. Februar in Dortmund qualifiziert.

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