Olympia

Gebürtiger Iserlohner legt im Deutschen Haus auf

Dj Georg Meierotto macht ein Selfie, während die deutsche Eishockey-Mannschaft ihre Silbermedaille feiert.

Foto: Privat

Dj Georg Meierotto macht ein Selfie, während die deutsche Eishockey-Mannschaft ihre Silbermedaille feiert. Foto: Privat

Iserlohn.   In Südkorea feierten die Sportler ihre Gewinne. Hinter dem DJ-Pult nahm Georg Meierotto die Liederwünsche der Olympia-Helden an.

Viele sportliche Erfolge, ja sogar ein Medaillenregen für die deutschen Olympioniken in Südkorea – und die Musik zu den abendlichen Partys im Deutschen Haus steuerte ein gebürtiger Iserlohner bei: Georg Meierotto. Fast drei Wochen lang hat er die deutschen Sportler in Pyeongchang zum Tanzen gebracht. Auch wenn der 40-Jährige heute als Fotograf und DJ in Berlin lebt, fühlt er sich mit seiner Heimatstadt nach wie vor verbunden.

Den Weg nach Pyeongchang hat ihm eine zufällige Begegnung in Österreich geebnet. Als DJ legt er regelmäßig im Designhotel Mama Thresl in Leogang auf. Dort knüpfte er die Kontakte zum deutschen Sportmarketing, die ihn schließlich ins Deutsche Haus bei den Winterspielen führten. Obwohl er privat lieber die Beastie Boys oder Curtis Mayfield hört, verlangten die Sportler dort von ihm vor allem Après-Ski-Hits. Dass er in Leogang auflegen durfte, hat Meierotto seinen beruflichen Kontakten in Berlin zu verdanken, seinem heutigen Wohnsitz, nachdem er sein Fotodesign-Studium in München absolviert hatte.

Das Großstadtleben in Berlin – dort lebt er seit 2003 – und die Auftritte kosten ihn viel Energie. Er ist deswegen froh, dass er manchmal zurück in die Waldstadt fahren kann, um alte Freunde oder die Verwandtschaft zu besuchen. „Ich genieße es im ruhigen Iserlohn. Da kann man richtig Energie tanken“, sagt Georg Meierotto. Und sich an alte Zeiten erinnern: So ist ihm das Schützenfest von 1982 in guter Erinnerung. Sein Vater Klaus Meierotto wird damals Schützenkönig, der vierjährige Georg ist ganz nah dran. „Ich stand damals auf dem Wagen der Iserlohner Schützen. Das war ein tolles Erlebnis für mich“, sagt der Fotograf und DJ.

Der Geruch von Pfeifentabak begleitet seine Kindheit

Auch ansonsten erinnert er sich gerne an die Waldstadt, an seine Zeit im Reiterverein und an die Wälder. „Das Sauerland ist eine wahnsinnig schöne Gegend“, sagt der Wahl-Berliner. Auch deswegen besucht er immer wieder gerne seine Verwandtschaft, darunter seine Tante, die langjährige CDU-Ratsfrau und zeitweilige Landtagsabgeordnete Renate Brunswicker.

So mancher Iserlohner wird den Namen Meierotto mit dem „Haus des Tabaks“ an der Mendener Straße in Verbindung bringen. Georgs Vater Klaus Meierotto führte den Laden, der kleine Georg hat oft den Alltag im Geschäft mitbekommen. „An den Geruch von Pfeifentabak kann ich mich noch genau erinnern“, sagt der heutige Berliner. Besonders Stammkunden besuchten das Geschäft. Die Familie achtete sehr darauf, am Leben der Stadt aktiv teilzunehmen. „Als Kind habe ich mitbekommen, dass das Vereinsleben und der Stand in der Gesellschaft ganz wichtig waren“, erinnert sich Georg Meierotto.

Die längsten Ferien in seinem Leben

Mit zehn Jahren stand dann der Weggang aus Iserlohn an: Georg Meierotto hatte gerade die vierte Klasse an der Grundschule Sümmern abgeschlossen, als es seinen Vater Klaus Meierotto aus Karrieregründen an den Ammersee zog. „Ich hatte damals die längsten Sommerferien meines Lebens“, erinnert sich der 40-Jährige. Die Ferien in Nordrhein-Westfalen fingen früher an als in Bayern. In der Schule wurde es dann für den Zehnjährigen schwieriger. „Ich konnte natürlich kein Bayrisch und hatte einen Iserlohner Akzent. Die anderen Kinder haben mich deswegen gehänselt“, erzählt der Fotograf. Allerdings war für ihn das Leben dort auch nicht so eng, es gab es keine Vereine, in denen er sich engagieren musste. Als Verkäufer bei Mercedes musste der Vater sich nicht auf die lokale Stammkundschaft verlassen. „Man konnte eigentlich sein, wer man wollte.“

In Pyeongchang hat Georg Meierotto eine Menge bekannter Leute kennengelernt. „Altkanzler Gerhard Schröder und Prinz Albert von Monaco saßen im Deutschen Haus im Publikum“, sagt er. Bei so manchem Spitzensportler stellte er erst später fest, wen er überhaupt vor sich hatte. „Da hat sich gerade eine blonde Frau mit mir unterhalten und erst im Nachhinein merke ich: Das ist Lindsay Vonn.“ Die US-amerikanische Skirennläuferin hatte sich bei Georg Meierotto ein Lied gewünscht.

Was den DJ aber besonders beeindruckte, war der olympische Gedanke im Haus. „Das war ganz international. Alle Nationen waren unter einem Dach“, sagt Georg Meierotto. Als die Skispringer aus Norwegen Gold gewannen und die Deutschen Silber, haben sich die Sportler gegenseitig gefeiert. Im Deutschen Haus spritzten die Sportler aus Magnumflaschen Sekt auf das Publikum. Auch das deutsche Eishockey-Team amüsierte sich auf der Bühne. „Die waren nach dem Spiel so mit Adrenalin vollgepumpt, dass sie bis halb fünf durchgefeiert haben.“ In musikalischer Hinsicht auch ein Verdienst von Georg Meierotto.

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