Parkhalle

Gefahr in Verzug: Parkhalle ist dicht

Aufbau für ein Konzert in der Parkhalle: Der Blick ins Innere verdeutlicht die Zeltkonstruktion, die nunmehr statisch marode ist.

Foto: WRONSKI, Josef

Aufbau für ein Konzert in der Parkhalle: Der Blick ins Innere verdeutlicht die Zeltkonstruktion, die nunmehr statisch marode ist. Foto: WRONSKI, Josef

Iserlohn.   Die Iserlohner Parkhalle ist statisch marode. Auf Anordnung müssen auch Hacienda, Keglerheim und Billardcafé schließen.

Eine solche Überraschung vorm Nikolaustag hätten sich alle gerne erspart: Die Parkhalle auf der Alexanderhöhe ist derart mürbe, dass sie gestern komplett gesperrt werden musste. Nicht einmal die Pächter oder städtische Mitarbeiter dürfen die Räume betreten – ob Restaurant „Hacienda“, Keglerheim, Billardcafé „Pirates“ oder Senator-Pütter-Saal. Aus, vorbei, für immer.

Die Hiobsbotschaft kam am Dienstagmittag vom Verwaltungsvorstand im Rathaus. Die Stadt musste unverzüglich handeln, denn ein Gebäudegutachter hatte die sofortige Stilllegung empfohlen. Der externe Sachverständige war am Montag zur turnusmäßigen Prüfung der Halle angerückt – und erkannte gefährliche Schäden.

„Dünnwandige Stahlprofile der Außenstützen sind in einigen Fußpunkten so weit weggerostet, dass sie nur noch in aufgelösten Fragmenten vorhanden sind. Es zeigen sich in der Fassade vertikale Bewegungen von bis zu 22 Millimetern. Durch die Art der Aufhängung besteht die Gefahr, dass sich die Betonplatten lösen und aus der Fassade herausstürzen.“ So heißt es in einer Mitteilung aus dem Rathaus.

Die gesamte Hallenkonstruktion ist also am Ende. Und es besteht zusätzlich Gefahr, dass die Betonplatten der Fassade selbst ins Dach der „Hacienda“ krachen und das Restaurant zerstören. Deshalb sollen heute Absperrzäune aufgestellt werden.

IBSV: Ausweichlösung für Frühlingsparty muss her

Hauptnutzer der Parkhalle ist der IBSV. Und die Iserlohner Bürgerschützen können in ihrem Domizil die Veranstaltungen nunmehr abschreiben: nicht nur die Weihnachtsfeiern der Kompanien im Senator-Pütter-Saal, sondern vor allem auch die Frühlingsparty am 10. März und das Schützenfest 2018. Ausfallen wird die Frühlingsparty deshalb nicht, geschweige das Schützenfest, stellt Oberst Wolfgang Barabo auf Nachfrage klar. Aber die Schützen müssen für sich und ihre Gästescharen nach Ausweichmöglichkeiten suchen.

Fieberhaft kreisen bereits die Gedanken. Möglicherweise kommt für das Schützenfest im Sommer 2018 eine große Zeltlösung in Betracht, hieß es gestern hinter den Kulissen. „Aber es ist viel zu früh, um jetzt zu spekulieren“, betont Barabo. Noch diese Woche sind Gespräche anberaumt mit dem Ordnungsressort und dem Baudezernat der Stadt.

Verfallsdatum seit 25 Jahren abgelaufen

Dabei baut Barabo keineswegs auf Verzweiflung, sondern auf Optimismus: „Ich sehe das wirklich pragmatisch.“ Wenn es eine gute Lösung fürs Schützenfest 2018 auf der Alexanderhöhe geben soll, „dann muss die Halle bis dahin aber auch weg sein“.

Abriss ist also das unzweifelhafte Schicksal der Parkhalle, die 1972 ohnehin nur als Übergangslösung errichtet wurde. Damals war die alte Parkhalle abgebrannt und einem Provisorium gewichen, das im Grunde nur eine Zeltkonstruktion ist: leichte und billige Bauweise, für die die Stadt mit dem Hersteller eine Nutzungsdauer von 20 Jahren vereinbarte. Nur durch laufende Reparaturen und Sanierung war die weitere Nutzung bis heute möglich. „Irgendwann ist eine solche Zeltkonstruktion auch am Ende ihres Lebenszyklusses. Und dieser Moment war gestern“, schilderte Baudezernent Mike-Sebastian Janke am Dienstagabend im Betriebsausschuss des Kommunalen Immobilien-Managements (KIM). Die Verträge mit den Pächtern seien dabei vor Jahren entsprechend ausgestaltet worden.

Das stimmt, wie Hacienda-Chef Bernd Hegemann bestätigt. Er ist schon seit rund 20 Jahren mit von der Partie auf der Alexanderhöhe, seit 1999 als Pächter. Das plötzliche Aus ist ein heftiger Schlag – fürs Keglerheim und das Billardcafé gleichermaßen. Schließlich hängen berufliche Existenzen daran.

Hegemann musste bereits alle Weihnachtsfeiern absagen, ebenso den Silvestertag, für den schon 90 Buchungen vorgelegen hätten. Zudem hatten Schulen für Abi-Feiern bereits für Sommer 2018 und 2019 reserviert.

Hegemann hält nunmehr Ausschau nach einem anderen möglichen Standort des Restaurants. Derweil wird Bürgermeister Dr. Peter Paul Ahrens die Lage kommenden Montag auch mit den Fraktionschefs im Stadtrat erörtern. Zugleich will die Stadt weiter mit den Pächtern sprechen, um „vielleicht auch Hilfestellung zu leisten“, erklärte Baudezernent Janke.

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