Kunst

Genähte Asseln und ziselierte Kuh

Ab Freitag stellt das Frauenkunstforum in der Städtischen Galerie am Theord-Heuss-Ring 24 aus. Jette Flügge (2. v. li.) führt bei der Eröffnung in die Werke ein.

Ab Freitag stellt das Frauenkunstforum in der Städtischen Galerie am Theord-Heuss-Ring 24 aus. Jette Flügge (2. v. li.) führt bei der Eröffnung in die Werke ein.

Foto: Michael May

Iserlohn.   Das Frauenkunstforum zeigt ab Freitag Landschaften in der Städtischen Galerie.

Birken und Buchen, Kellerasseln und Kühe, Gräser, Raps und Heckenrosen finden sich in der Ausstellung, die das Frauenkunstforum ab heute in der Städtischen Galerie zeigt. In Fotografie, Malerei, Zeichnung, Druckgrafik und Objektkunst nähern sich die Künstlerinnen ihrem Ausstellungsthema „Landschaft“ auf vielfältige Weise: mal gegenständlich, mal abstrakt, hier in nuancierter und knalliger Farbigkeit und da in reduziertem Schwarz-Weiß.

Vielfach ließen sich die Künstlerinnen von Reisen inspirieren. So etwa Zeichnerin Christine Heller, die sich und ihre Mutter mit Ferngläsern in Reisegesellschaften und variierenden Landschaften platzierte. Andrea Wyskott-Blauscheck präsentiert ein Rinden-Objekt aus Papier und malte expressive Bäumbilder in der freien Natur, indem sie ihre Staffelei, Farbe und Leinwand mit in den Wald nahm und die Endbearbeitung in ihrem Atelier vornahm. Stefanie Bornemann bewegt sich auf fotografischem Terrain: Aus immer wieder demselben Blickwinkel zeigt sie eine 24-Stunden-Nordsee-Studie in einer Collage aus 24 Ansichten von Strand, Meer und Himmel in verschiedenen Farbstimmungen. Dazu passen die Schiffslandschaften von Marlies Backhaus, die auf Detail-Fotos mehrere Schichten transparenter Paste auftrug.

Goldschmiedin Dagmar Müller präsentiert eine fein ziselierte, silberne Minikuh auf einem stilisierten Weide-Sockel in einem grünschraffierten Objektkasten. Darin verarbeitete sie Reiseeindrücke aus Litauen. Die malerische Arktis-Ansicht von Annette Kögel gewinnt durch fluoreszierende Farben und verschiedene Rostschichten eine intensive Dreidimensionalität.

Jette Flügge, die bei der Ausstellungseröffnung in die Werke einführt, experimentierte in ihren Collagen mit verschiedenen Drucken, die sie miteinander kombinierte. Darin überlagern sich Natur- und Landschaftsszenen. Irmgard Schicks „Fliehende Landschaften“ lösen sich in einer flächig-streifigen Farbigkeit auf. „Yellow all over“ nennt Carola Liechke ihre suggestiven Raps-Landschaften. Impressionen aus Dänemark und Schweden verdichtete Karin Heyltjes in mehrerem Bildserien. Die Zersetzung in der Natur verarbeitete Monika Odental mit ihrem Arrangement genähter Kellerasseln auf dem Boden vor der Projektion von Laubbildern.

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