Stadtplanung

Genehmigung für Schlieperblock-Sanierung

Die IGW verkauft 17 der insgesamt 23 Gebäude im Schlieperblock als so genannte „Ausbauhäuser“.

Die IGW verkauft 17 der insgesamt 23 Gebäude im Schlieperblock als so genannte „Ausbauhäuser“.

Foto: Michael May IKZ

Iserlohn.  Die Wohnungsgesellschaft IGW will schon in Kürze mit den Arbeiten im Außenbereich beginnen.

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Es ist nur ein von einer städtischen Behörde ausgestelltes Stück Papier, für Olaf Pestl jedoch steht die jetzt erteilte Baugenehmigung für die grundlegende Sanierung des Schlieperblocks symbolisch für die Rettung des unter Denkmalschutz gestellten Ensembles am Grüner Weg vor dem Verfall. „Es ist schon etwas besonderes, dass es endlich losgehen kann“, zeigt sich der Geschäftsführer der städtischen Wohnungsgesellschaft IGW erleichtert und erfreut, dass der zwischen 1928 und 1932 errichtete „Block“ am Grüner Weg nun erstmalig und umfassend modernisiert werden kann.

Einziges erhaltenes Ensemble seiner Art

Die IGW selbst setzt sich seit Jahren mit dem komplizierten Projekt der Block-Erneuerung auseinander. Eine Realisierung verschiedener zwischenzeitlich erarbeiteter Konzepte scheiterte bisher jedoch nicht am Willen, sondern stets an der fehlenden Wirtschaftlichkeit. „Den Denkmalwert haben wir nie in Zweifel gezogen“, betont Pestl, dass die städtische Gesellschaft sehr wohl wisse, dass der im Geiste des Bauhaus entworfene Schlieperblock das einzige in ganz Nordrhein-Westfalen erhaltene Ensemble seiner Art darstellt.

Gebaut wurde der Schlieperblock in Zeiten der Weltwirtschaftskrise, um ärmeren Iserlohnern eine Unterkunft zu geben, nachdem mehrere Gebäude im Stadtkern wegen Einsturzgefahr abgerissen werden mussten. Dass es sich seinerzeit um den Bau von schlichten und zweckmäßigen Gebäuden gehandelt habe, sei unstrittig, so Olaf Pestl, dies sage jedoch nichts über die bauliche Qualität der Substanz aus: „Die Substanz ist nach wie vor gut, in der Innenstadt haben wir zahlreiche Objekte, die da nicht mithalten können.“

Um die Geschichte des Schlieperblocks nun zu einem guten Ende führen zu können, setzt die IGW auf die Mobilisierung von privatem Kapital. Von den 23 Gebäuden sollen 17 als sogenannte Ausbauhäuser verkauft werden, die sechs verbleibenden Gebäude bleiben im Eigentum der IGW, die hier zwölf Mietwohnungen schaffen und weiterhin Präsenz im Quartier zeigen wird. Olaf Pestl: „Wir sind uns der Verantwortung bewusst, mit dieser regional einzigartigen Siedlung behutsam und respektvoll umzugehen.“ Aus unserer Sicht ist dieses Projekt ein hervorragendes Beispiel für urbane Innenentwicklung anstelle der Erschließung neuer Wohngebiete auf der grünen Wiese.“

Mit der Herrichtung der eigenen Gebäude ist der selbst gestellte Auftrag der Wohnungsgesellschaft jedoch nicht abgeschlossen. Die IGW zeichnet darüber hinaus verantwortlich für das gesamte künftige äußere Erscheinungsbild des Schlieperblocks einschließlich Straßen- und Wegebau sowie Grünanlagengestaltung. „Wir werden die Ausbauhäuser komplett von außen saniert und mit Gasanschluss versehen verkaufen“, erklärt der Geschäftsführer. Auf diese Weise werde eine einheitliche Gestaltung unter Einhaltung der denkmalrechtlichen Auflagen sichergestellt. Freie Hand haben die Erwerber dann beim Innenausbau der 120 bis 160 Quadratmeter großen Immobilien, die zudem allesamt einen eigenen Garten erhalten werden. Für neun Ausbauhäuser hat die IGW bereits potenzielle Käufer gefunden, Interessierte können sich bei einer öffentlichen Informationsveranstaltung am 21. Mai zwischen 10 und 16 Uhr über das gesamte Projekt mitsamt Kauf- und Rahmenbedingungen informieren. Schon in Kürze sollen im Schlieperblock mit den Tiefbauarbeiten zur Herstellung der neuen Erschließung begonnen werden, während parallel dazu nicht denkmalgeschützte Gebäude abgerissen werden.

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