Wohnprojekt

Gepflegt, selbstbestimmt und nie alleine

Auf dem freien Grundstück neben dem Gemeindezentrum soll das Gebäude errichtet werden.

Auf dem freien Grundstück neben dem Gemeindezentrum soll das Gebäude errichtet werden.

Foto: Privat

Iserlohn.   Am Barendorfer Bruch entsteht bis 2018 eine Wohngemeinschaft für zwölf Menschen mit Pflegebedarf.

Ein in Iserlohn bislang einmaliges Senioren-Wohnprojekt wird im kommenden Jahr am Barendorfer Bruch eröffnen. Die Wohngemeinschaft für zwölf Menschen mit Pflege- und Betreuungsbedarf entsteht unter dem Titel „Wohnen in Barendorf“ auf dem 3000 Quadratmeter großen Grundstück neben dem Gemeindezen­trum der Freien evangelischen Gemeinde (FeG). Die Gemeinde gab auch den Anstoß zu dem Projekt.

Erstmals öffentlich vorgestellt wird das Vorhaben am kommenden Dienstag, 18. Juli, ab 19 Uhr im Zelt des „Street Art“-Projekts auf dem ehemaligen Sportplatz an der Grundschule Lichte Kammer. Vertreter der Investorengesellschaft „7x7“ aus Bonn und der Ambulante Pflegedienst des Diakonisches Werkes Bethanien werden dabei die Planungen erläutern. Denn der Pflegedienst, der seit einigen Jahren im Gemeindezentrum der FeG ansässig ist, wird die Räume für die Wohngemeinschaft anmieten und die Pflege- und Betreuungsleistungen sowie die hauswirtschaftlichen Dienstleistungen übernehmen.

In der Nachbarschaft viele Möglichkeiten für Kontakte

Zur Konzeption gehört, dass Pflege und Betreuung auch bei Schwerstpflegebedürftigkeit gewährleistet ist. „Das schafft Sicherheit und Geborgenheit“, weiß Hartmut Fehler, Leiter des Geschäftsbereichs Ambulante Pflege beim Diakonischen Werk Bethanien, das seinen Sitz in Solingen hat. Mit dem Angebot soll ein späterer Umzug in ein Pflegeheim möglichst umgangen werden. Und da die Wohngemeinschaft direkt neben der Freien evangelischen Gemeinde einzieht, gebe es in unmittelbarer Nachbarschaft sehr viele Möglichkeiten für Kontakte und die Pflege neuer Freundschaften im Alter.

Gepflegt, selbstbestimmt und nie alleine wohnen – so lautet das Motto der Wohngemeinschaft. Zwölf Einzelzimmer mit je einem seniorengerechten Bad, eine große Wohnküche, ein Wohnzimmer und ein Pflegebad werden in der Wohnung in der ersten Etage des Gebäudes entstehen. Dazu kommen Hauswirtschafts- und Kellerraum. Für frische Luft und gemütliche Stunden unter freiem Himmel würden die Terrassen und ein Innenhof sorgen. Im Obergeschoss sind zudem sechs Penthouse-Wohnungen als Eigentumswohnungen geplant mit einer Größe von 76 bis 104 Quadratmetern. Alle Wohnungen werden über einen Balkon, Kellerraum sowie einen überdachten Pkw-Stellplatz mit direktem Zugang zum Haus verfügen und sind über einen Aufzug erreichbar.

Weitere Mitbewohner können Dienstleistungen nutzen

Die Mitbewohner können auch verschiedene Dienstleistungen in Anspruch nehmen, die für die Senioren-Wohngemeinschaft angeboten werden.

Senioren-WGs sind von der Politik gewünscht und werden finanziell von Pflegekassen zusätzlich unterstützt. Was die Wohngemeinschaften von einem Heim unterscheidet sind die überschaubare Größe, die eigenen Möbel für das persönliche Zimmer, die soziale Komponente der gewollten Nachbarschaft mit den Mietern im Haus und vor allem das selbstbestimmte Leben innerhalb der Wohngemeinschaft. Das Diakonische Werk Bethanien betreut seit mehreren Jahren solche Senioren-WGs an ihrem Stammsitz in Solingen und in Schalksmühle. Die Verantwortlichen sind sich sicher, dass solche Senioren-Wohngemeinschaften „eine hervorragende Alternative“ zum Leben alleine zu Hause und dem Wohnen in einem Pflegeheim sind.

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