Sonntagskonzerte

Gerlingser Konzertreihe ist am Nußberg angekommen

Für die Kirchenkabarettistin Ulrike Böhmer war der Umzug der Gerlingser Sonntagskonzerte in die Johanneskirche am Nußberg natürlich ein gefundenes Fressen.

Für die Kirchenkabarettistin Ulrike Böhmer war der Umzug der Gerlingser Sonntagskonzerte in die Johanneskirche am Nußberg natürlich ein gefundenes Fressen.

Foto: Michael May IKZ

Iserlohn.   Das Gesangs-Ensemble „Sei Colori“ wird in der ersten Auflage der Konzertreihe in der gut besuchten Johanneskirche ausgiebig gefeiert – und Kirchenkabarettistin Ulrike Böhmer würzt den Neustart mit ein paar passenden Kommentaren.

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„Was ist bloß los mit der Ökumene in Iserlohn?“ Es schwang schon bisschen Entsetzen in der Stimme von Ulrike Böhmer mit. Schließlich sei die gemeinsame Nutzung beider Konfessionen der Gerlingser Kirche St. Michael ein ökumenischer Leuchtturm für das ganze Sauerland gewesen. „Und dann ziehen die Evangelischen einfach wieder aus!“

Ökumene lebt am Nußberg weiter

Die Kirchen-Kabarettistin war der Überraschungsgast des ersten Gerlingser Sonntagskonzertes auf Nußberger Boden. Wie berichtet ist auch der Evangelische Kirchenchor Gerlingsen mit samt seiner Konzertreihe der Gemeinde gefolgt und hat nun unter altem Namen eine neue Heimat in der Johanneskirche gefunden. Und dort hat die Reihe am Sonntag mit dem Vokalensemble „Sei Colori“ einen famosen Neustart erlebt. Ulrike Böhmer sorgte dabei mit ihren Einlagen für viel Heiterkeit, sprach den Anwesenden aber auch mit dem Appell, nicht alles mit sich machen zu lassen und lieber neue, ökumenische Wege zu finden, durchaus aus der Seele.

Wobei man sich nach diesem wunderbaren Auftakt in der gut gefüllten Johanneskirche weniger Sorgen um die Ökumene machen muss. Die hat am Nußberg mit den Sonntagskonzerten und den dazugehörigen ökumenischen Gottesdienst und dem jeweils anschließenden Empfang einen neuen Ort gefunden. Vielmehr ist der Stadtteil Gerlingsen zu bedauern, der mit den Sonntagskonzerten ein überaus beliebtes kulturelles Aushängeschild verloren und eine halb verwaiste Kirche behalten hat.

Dass die Sonntagskonzerte großes Publikum anziehen und hohes musikalisches Niveau bieten können, zeigte der Initiator der Sonntagskonzerte mit seinem Vokalsextett „Sei Colori“ höchst eindrucksvoll: Sechs erstklassige Solisten, die sich zu einem umwerfenden und ausgewogenen Klang zusammen getan haben.

Bereits im November hatten die sechs Sängerinnen und Sänger den Abschied von der Kirche St. Michael gestaltet. Nun haben sie unter dem Titel „Dieser Schein trügt nicht“ (in Anlehnung an den Barockmeister Johann Hermann Schein) ein Programm aus geistlichen A-capella-Werken zusammengestellt, in dem zunächst die Alte Musik dominierte, später aber auch die Neue Musik ausgiebig zum Zuge kam. Und gerade das bot einen besonderen Hochgenuss. Denn die wunderbare Wirkung der menschlichen Stimme im Zusammenklang fordert zeitgenössische Komponisten immer wieder heraus, was dem Publikum die seltene Möglichkeit gibt, Neue Musik von einer faszinierenden und ungeahnt schönen Seite kennen zu lernen – ein Schwelgen in Harmonien, sich reibend, schwebend und erhebend.

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