Hennen

Gesamtkosten bei 10 Millionen Euro

Bevor eine Dreifachturnhalle geplant wird, sollte die Erweiterung der Sporthalle der ehemaligen Hauptschule Hennen geprüft werden, regt Michael Schmitt

Foto: Michael May

Bevor eine Dreifachturnhalle geplant wird, sollte die Erweiterung der Sporthalle der ehemaligen Hauptschule Hennen geprüft werden, regt Michael Schmitt Foto: Michael May

Hennen.  Eine lebhafte Debatte entbrennt im Planungsausschuss zum Thema Dreifach-Sporthalle in Hennen.

Der Diskussion über die Entwicklung des Standorts der ehemaligen Hauptschule Hennen ist am Mittwoch im Planungsausschuss eine Debatte vorausgegangen, ob überhaupt über den entsprechenden Tagesordnungspunkt diskutiert werden soll. Denn Ausschussvorsitzender Michael Schmitt (CDU) hatte den Tagesordnungspunkt zunächst von der Tagesordnung nehmen lassen. Der CDU-Politiker begründete das damit, dass der Bürgermeister ja in der letzten Ratssitzung zugesagt habe, dass Sportbüro mit einer Prüfung zu beauftragen, ob ein Bedarf für eine Dreifach-Sporthalle in Hennen gegeben sei – verbunden mit einer Befragung der Sportvereine im Iserlohner Norden. Schmitt wollte die Ergebnisse dieser Prüfung abwarten, bevor weitere Planungsschritte für das Projekt erfolgen. Diskutiert und entschieden wurde dann aber doch, denn ein Antrag von Volker Keitmann (SPD), das Thema wieder auf die Tagesordnung zu setzen, fand eine knappe Mehrheit.

Schmitt gab den Vorsitz vorübergehend ab

Als der Tagesordnungspunkt dann schließlich aufgerufen wurde, saß Michael Schmitt nicht mehr auf dem Stuhl des Vorsitzenden, er hatte Volker Keitmann gebeten, das Ruder zu übernehmen, um sich aktiv an der Debatte beteiligen zu können. „Warum neue Fakten schaffen, wenn wichtige Informationen noch fehlen“, begründete Schmitt seine Vorbehalte. Auch ihm sei es ein Herzensanliegen, eine Nachfolgenutzung für das Hauptschulgelände anzustoßen. „Uns kann momentan aber niemand sagen, ob eine Dreifach-Sporthalle für Hennen Sinn macht“, so Schmitt weiter. Er kritisierte, dass sich die Planung ausschließlich auf den Bau einer Dreifachsporthalle fokussiere, anstatt auch weitere Optionen wie beispielsweise eine Erweiterung der vorhandenen Sporthalle um ein Feld zu prüfen. Am Ende müsse doch ein Projekt stehen, welches wirklich zu Hennen passt. Auch CDU-Ratsmitglied Eva Kirchhoff übte Kritik. Dass nunmehr bei den Planungen eine vorzeitige Festlegung auf eine Dreifach-Sporthalle erfolge, entspreche nicht früheren Beschlüssen im Planungsausschuss und im Rat.

Nur Zustimmung fürweitere Planungen

Stadtbaurat Mike-Sebastian Janke nahm nochmals Bezug auf die Bürgerversammlung in Hennen. Und er sah in der vorgelegten Drucksache nicht mehr als eine Art „Zwischenbericht“ mit Kostenprognose. Demnach belaufen sich die Baukosten für eine Dreifach-Sporthalle auf 5,4 Millionen Euro. Multifunktionale Elemente könnten diese Summe noch steigern. Für die Gesamtmaßnahme – unter anderem Abriss des Schulgebäudes, Herstellung der Außenanlagen und Sanierung des Lehrschwimmbeckens – wird inzwischen eine Summe von 9,97 Millionen Euro aufgerufen. Der Beschlussvorschlag stelle keinen Baubeschluss dar, sondern lediglich die Zustimmung, weiter planen zu dürfen.

Rolf Kaiser (SPD) sagte, dass auch er bei den genannten Summen zunächst geschluckt habe. „Aber wir beschließen hier heute ja nichts, was Geld kostet“, so Kaiser, diese Entscheidungen würden später fallen. Dieter Beele (SPD) erinnerte daran, dass die Idee einer Dreifach-Sporthalle ja letztlich aus der Hennener Bevölkerung stamme und sich die dortigen Vereine dann intensive Gedanken zu dem Thema gemacht hätten. Helmut Baumhardt (UWG-Piraten) begründete seine Zustimmung, die Planungen fortzusetzen, mit dem Votum der Bürgerversammlung in Hennen. Die Vereine hätten dargelegt, dass sie eine Dreifachhalle auch vernünftig belegen könnten.

Michael Schmitt sprach davon, dass es zwei Belegungspläne gebe, einen mit und einen ohne Schwerter Vereine. Seine Frage, ob die Halle in Hennen dann auch für Schwerter Vereine gebaut werde, erwiderte Dieter Beele mit der Aussage, dass das nicht der Fall sei. Johannes Peeren (Die Linke) zeigte sich überzeugt, dass, wenn es in Hennen ein entsprechendes Angebot gebe, dieses auch angenommen werde. Michael Schmitt vermutete, dass eine solche Halle in Hennen in ganz NRW, vielleicht sogar deutschlandweit, die einzige sei, die nicht räumlich an eine Schule angebunden ist, also die Grundauslastung durch den Schulsport fehle. Vor einer klaren Bedarfsanalyse, so Schmitt, könne er nicht einer „exklusiven Planung für eine Dreifach-Sporthalle zustimmen.“

Verhandlungen über Grunderwerb fortsetzen

Eine knappe Mehrheit mit den Stimmen von SPD, FDP, Linken und UWG-Piraten folgte dann dem Beschlussvorschlag, der die Verwaltung beauftragt, auf Grundlage der Kostenprognose die Planung für den Neubau einer Dreifach-Sporthalle, die Sanierung des Lehrschwimmbeckens und die Anlage der Außenanlagen zu konkretisieren. Auch Verhandlungen über einen Grunderwerb sollen fortgeführt werden.

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