Coronavirus

Gesichtsmasken Marke Eigenbau made in Iserlohn

Martina Eckert mit einigen ihren selbst genähten Masken.,

Martina Eckert mit einigen ihren selbst genähten Masken.,

Foto: Privat

Iserlohn.  Aus der Not heraus nähen zwei Iserlohnerinnen jetzt Masken zum Schutz vor Infektionen selbst.

Überall wird der Mangel an Schutzmasken beklagt, erst am Dienstag war in den überregionalen Schlagzeilen zu lesen, dass noch vor Beginn der Corona-Krise sechs Millionen der FFP2-Masken in Belgien ersatzlos vernichtet wurden. Zwei Beispiele aus Iserlohn zeigen, wie sich Betroffene derzeit selbst helfen oder auch helfen lassen.

Besondere Situationen fordern besonders viel Kreativität. Davon hat Martina Eckert schon immer eine Menge gehabt, konnte sie während ihrer Berufstätigkeit – 40 Jahre Justiz – aber nicht immer ausleben. Nun leidet sie an Asthma und COPD (Chronic Obstructive Pulmunary Disease, eine dauerhaft atemwegsverengende Lungenerkrankung) und gehört so zur Corona-Risikogruppe. „Man macht sich natürlich Sorgen“, sagt sie.

Schnittmuster aus dem Internet

Gesichtsmaske beziehungsweise Mundschutz ist derzeit bekanntlich aber Mangelware. So kam die kreative Iserlohnerin auf die Idee, selbst welche zu nähen. „Es ist natürlich eher ein Spuckschutz, aber auch damit kann man sich und andere ja schützen“, betont die 58-Jährige. Ein Schnittmuster hatte sie im Internet auf den Seiten der Stadt Essen gefunden. „Es ist viel Fingerfertigkeit gefordert“, beschreibt Martina Eckert die filigrane Arbeit, den Stoff und die Bänder so zusammenzufügen, dass sie am Ende auch richtig am Gesicht sitzen. Inklusive Bügeln, Schneiden und Nähen benötige sie für eine Maske etwa 45 Minuten.

Kaum waren die ersten Exemplare fertig, kamen die „Bestellungen“ aus dem Freundes- und Bekanntenkreis. „Ich verdiene damit kein Geld“, erzählt sie.

Nach einer Weiterbildung zur Betreuungsassistentin und nachdem sie durch ihre pflegebedürftige Mutter Einblicke in die Arbeit des Seniorenheimes Tersteegenhaus bekommen hatte, weiß Martina Eckert, dass in der aktuellen Situation auch die selbst genähten Masken stark gefragt sind. Zum Beispiel in Situationen wie Blutabnehmen oder für das kurze Gespräch mit einem Patienten. Martina Eckert selbst schützt sich natürlich nicht nur mit einer Maske vor einer Coronainfektion. „Wir lassen im Moment keinen bei uns rein“, sagt die 58-Jährige.

Eine Oberärztin gab den letzten Anstoß

Bettina Paul näht im Gegensatz zu Martina Eckert schon lange beruflich: In ihrem Geschäft „Fabrikotage“ bietet sie neben Vintage-Artikeln unter anderem auch Nähkurse an. Durch das Öffnungsverbot ist sie derzeit quasi zum Nichtstun gezwungen. „Ein Onlineshop wäre für mich keine Option, das ist megakompliziert“, erklärt sie. Eine Kundin hätte sie auf die Idee gebracht, mit dem Mundschutz-Nähen zu beginnen. „Ich hätte das selbst gar nicht so auf dem Schirm gehabt“, so Bettina Paul. Als sie von einer Oberärztin einer Klinik erfuhr, dass auch dort Masken fehlen, habe sie ebenfalls zunächst das Essener Schnittmuster genutzt, habe dann aber im Iserlohner Geschäft „Turmstoffe“ eine Variante gefunden, die sie als praktischer ansieht.

In der vergangenen Woche hat Bettina Paul nun mit der Produktion begonnen. „Es dauert länger als man denkt“, gesteht sie. Anfragen eben jener Ärztin, aber auch von Privatleuten gibt es inzwischen zuhauf. Und sie sagt: „Ich brauche Hilfe, allein schaffe ich das schon gar nicht mehr.“ Unterstützung ist also willkommen.

„Nachdem ja nun die Geschäfte geschlossen sind, habe ich erstmal Stoffe aus meinem Upcycling-Fundus verwendet“, so die Gewerbetreibende, die auch spezielle Wünsche bei Farben und Mustern erfüllt. Ihr ist es wichtig, dass die Masken bei 60 Grad waschbar sind und dass die Ohrschlingen verstellbar sind.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben