14. Iserlohner Gesundheitstag

Gesund und auch noch gut fürs Klima

Dr. Axel Bünemann ist seit 2013 Chefarzt für Innere Medizin am St.-Elisabeth-Hospital. Zuvor war der 50-jährige Internist und Kardiologe am Knappschaftskrankenhaus und am St.-Johannes-Hospital in Dortmund.

Dr. Axel Bünemann ist seit 2013 Chefarzt für Innere Medizin am St.-Elisabeth-Hospital. Zuvor war der 50-jährige Internist und Kardiologe am Knappschaftskrankenhaus und am St.-Johannes-Hospital in Dortmund.

Foto: Michael May

Iserlohn.  Dr. Axel Bünemann wirbt beim Gesundheitstag ohne erhobenen Zeigefinger für eine regionale, saisonale und vorwiegend pflanzliche Ernährung.

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Es kann ganz einfach sein: Wer sich regional, saisonal und dazu noch überwiegend pflanzlich ernährt, tut nicht nur etwas Gutes für seine Gesundheit, sondern trägt zugleich auch dem Umwelt- und Klimaschutz Rechnung. „Denn tierische Produkte sind ja bekanntlich CO2-intensiver in der Produktion“, sagt Dr. Axel Bünemann.

Dass es vielen nicht so leicht fällt, sich richtig zu ernähren, weiß der Chefarzt der Inneren Medizin am St.-Elisabeth-Hospital, der sich seit vielen Jahren nicht nur mit seinem Kern-Fachgebiet, der Kardiologie, sondern auch mit dem Thema Ernährung beschäftigt. Beides hängt bekanntlich eng zusammen, wie der gebürtige Münchener, der in Herdecke aufgewachsen und seit einem Vierteljahrhundert in Dortmund zuhause ist, beim Gesundheitstag 2017 in einem sehr interessanten Vortrag dargelegt hat.

„Ernährung – gesund und auch noch gut fürs Klima“ lautet sein Thema am kommenden Samstag um 10.30 Uhr im Parktheater, und zwar im Löbbeckesaal. Denn dort dreht sich beim 14. Iserlohner Gesundheitstag – abgesehen vom Faszien-Workshop mit Sven Kruse um 11.45 Uhr – alles ums Essen. Zum Ansatz, mehr auf regionale Produkte zu setzen, bei denen eben lange Transportwege entfallen und auch das Wissen um die Herkunft (zumindest in den allermeisten Fällen) gesichert ist, passt perfekt um 16 Uhr die Live-Koch-Show mit Olaf Baumeister. „So kocht die Heimat – natürlich, gesund und lecker“ – das möchte der Küchenchef und Inhaber vom „Hotel-Restaurant Seegarten“ am Sorpesee, der bereits vor zwei Jahren das Publikum des Gesundheitstages bekochte und begeisterte, gemeinsam mit IKZ-Chefredakteur Thomas Reunert den Besuchern näher bringen, und natürlich wird es auch wieder kleine Probierhäppchen geben.

Insekten sind gute Möglichkeit, tierisches Eiweiß zu bekommen

Probiert werden darf auch schon um 13 Uhr, wenn Stefan Lunkenheimer, Profi-Koch und Dozent bei „Koch & Schule“ Iserlohn, „Insekten, das neue Superfood“ vorstellen und vor allem auch zubereiten wird. „Von der Grundidee her finde ich das super und extrem spannend“, sagt Dr. Bünemann, auch weil das eine Möglichkeit sei, Eiweiß anders als über die gewohnten tierischen Produkte zu bekommen. „Vom Geschmacklichen her habe ich allerdings noch meine Bedenken, aber da werde ich mich gerne am Samstag überzeugen lassen.“

Überhaupt spiele der Geschmack ja bei der Änderung der Ernährungsgewohnheiten eine entscheidende Rolle. „Man hält das nur durch, wenn es auch schmeckt“, sagt der Internist und Kardiologe. Denn wenn das nicht der Fall sei, klappe das vielleicht drei Wochen und dann falle man in alte Muster zurück. „Es ist dabei wie immer im Leben: Man muss Spaß daran haben, dann bleibt man auch dabei“, weiß er auch aus den Gewichtsreduktionskursen, die er zusammen mit der Ernährungsmedizinischen Beraterin Elke Danne bei der Volkshochschule Iserlohn anbietet.

Ganz grundsätzlich liegt es Dr. Bünemann aber bei seinem Vortrag fern, seinen Zuhörern etwas vorzuschreiben oder gar den moralischen Zeigefinger zu erheben. „Persönlich schaffe ich es ja auch nicht, mich an alle gegebenen Empfehlungen zu halten“, sagt der 50-Jährige, der trotz regelmäßigen Laufens und Fahrradfahrens nach eigenen Angaben auch nicht so essen kann wie er gerne würde. Vielmehr solle das Ganze eine Anregung sein, über die Dinge nachzudenken. „Denn gerade, was das Klima und die Umwelt angeht, schafft es ja keiner von uns, sich optimal zu verhalten“, stellt der Mediziner fest. Jeder solle, ja müsse einfach gucken, wo er seinen kleinen Beitrag dazu leisten könne.

Und das fange eben damit an, nicht das ganze Jahr über Erdbeeren, Weintrauben & Co. zu konsumieren, auch wenn die saisonunabhängige Verfügbarkeit von Obst und Gemüse ja sogar bei Discountern immer weiter Einzug gehalten habe. „Egal wie kontraproduktiv und schädlich das fürs Klima ist.“ Und auch aus gesundheitlichen Gründen sei der Verzehr saisonaler Produkte aufgrund der sich so automatisch ergebenen Abwechslung natürlich besser.

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