IBSV

Glückliche Gäste in prächtigen Kutschen

50 Jahre ist Bernd Müller im BSV Lössel und nahm mit seiner Frau Jutta die Enkelinnen Mia (li.) und Luisa mit in die Leser-Kutsche.

50 Jahre ist Bernd Müller im BSV Lössel und nahm mit seiner Frau Jutta die Enkelinnen Mia (li.) und Luisa mit in die Leser-Kutsche.

Foto: Torsten Lehmann

serlohn.  Nicht nur die Lösseler jubelten Jutta und Bernd Müller zu, und Oberst Wolfgang Barabo machte Jonas (11) eine doppelte Freude.

I „Ein Traum! So etwas kriegt man wohl nie wieder!“ Am Ende der viereinhalb Kilometer langen Festzug-Strecke durch die Iserlohner Innenstadt waren die Lösseler Jutta und Bernd Müller restlos begeistert.

Ihr Sohn Mathias hatte die Bewerbung der beiden für die Leser-Kutsche von Heimatzeitung und IBSV losgeschickt, und zwar unter anderem weil sein 66-jähriger Vater immer davon erzählt hatte, wie er 1964 einmal auf einem Kutschbock im Iserlohner Festzug mitgefahren sei. „Meine Tante Irene war da Königin vom BSV Lössel, der seinerzeit noch mit einer eigenen Kutsche teilnahm“, berichtete Bernd Müller. Da der König damals erkrankt war, wurde er durch Oberst Ernst Müller vertreten, den Schwager der Königin, also Bernd Müllers Vater und Lössels König von 1969. Müller selber, seit genau 50 Jahren im Verein, hat den Rang eines Stabshauptmannes, hatte aber im Gegensatz zu seinem Sohn (bislang) noch keine königlichen Würden: „Da wurde wohl eine Generation übersprungen.“

Gegen eine Kutschfahrt wie Regenten und Honoratioren hatten der Konditormeister und seine 62-jährige Frau aber nichts einzuwenden: „Meld’ uns da mal. Aber das wird sowieso nichts“, hatten sie noch ihrem Sohn gesagt, als er von der Idee der Bewerbung berichtete. Mathias Müller und seine damalige Königin und heutige Frau Anne wollten mit diesem Erlebnis den Eltern auch Danke sagen für die großartige Unterstützung während der eigenen Regentschaft, die von 2015 bis ‘18 dauerte: „Egal ob es beim Besuch anderer Vereine war, durch Kuchenbacken oder sich um unsere kleine Tochter zu kümmern, wenn wir als Königspaar unterwegs waren – sie waren immer für uns da und sind es natürlich auch heute noch!“

Das überraschende Dankeschön kam bestens an. Auch bei Mathias Müllers Nichten Mia (7) und Luisa (5), für die auch noch Platz war in dem Glas-Landauer, der als „Crème de la Crème“ unter den Kutschen gilt. Besonders aufregend sei es gewesen, als die beiden Polnischen Warm- bzw. Kaltblüter Petra und Vera die Südstraße hinauf in leichten Trab kamen, erzählten die Enkelinnen, während Oma und Opa, die schon oft in Schützenzügen mitgelaufen sind, die ganze Fahrt durch die Menschenmengen sichtlich genossen und sich freuten, wie viele Lösseler und weitere bekannte Gesichter sie am Straßenrand dabei entdeckten. Und Zug-erfahren wie Müllers nun mal sind, hatten sie auch noch selber Bonbons mitgebracht, um den Zuschauern eine Freude zu machen.

Sozialpädiatrisches Zentrum bekannter machen

Auch Oberst Wolfgang Ba­rabo hatte für seine diesjährigen Gäste in der Kutsche reichlich Wurfmaterial dabei: Jonas Talhof kam vor rund elf Jahren als Frühchen im Bethanien-Krankenhaus zur Welt, und dort wird dem Iserlohner auch heute noch im Sozialpädiatrischen Zentrum geholfen. Statt traditionell einen der Bürger mitzunehmen, wollte Barabo auf diese Weise die so wichtige Einrichtung und ihre unverzichtbare Arbeit bekannter machen: „Denn wir alle müssen Inklusion leben.“ Vor allem aber wollte er Kindern eine Freude machen.

Und das gelang bei Jonas gleich doppelt, denn da das für Sonntag eingeladene Mädchen aus dem SPZ kurzfristig erkrankte, durfte er zusammen mit seinem Papa Bernhard Lohmann und seiner Cousine Emily (10) noch ein weiteres Mal beim Oberst mitfahren. Schon vor seiner Kutschen-Premiere am Samstag sei er „total aufgeregt“ gewesen, berichtete Jonas: „Ich konnte gar nichts frühstücken, und das Zähneputzen musste ich auch abbrechen.“ Das Winken während der Fahrt sei zwar schon anstrengend, dafür habe das Bonbonwerfen aber viel Spaß gemacht. Und besonders toll sei die Parade auf der Alexanderhöhe gewesen, wo er dann nicht nur den IBSV-Spielmannszug, der vor der Kutsche des Obersts marschiert, sondern auch die weiteren Kapellen sehen und vor allem hören konnte. Das alles hat Jonas so gut gefallen, dass er jetzt in die IBSV-Jugend möchte. „Da haben wir ja alles richtig gemacht“, freute sich Oberst Barabo.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben