Kalthof

Große Sorge um die Nahversorgung

Zusammen mit der Ortsvereins- und Stadtverbands-Spitze und dem Fraktionsgeschäftsführer machte sich Anja Ihme (3. v. li.) einen Eindruck vor Ort.

Zusammen mit der Ortsvereins- und Stadtverbands-Spitze und dem Fraktionsgeschäftsführer machte sich Anja Ihme (3. v. li.) einen Eindruck vor Ort.

Foto: Torsten Lehmann

Kalthof.   Nach dem angekündigten Ende des Aldi-Marktes zum 30. Juni 2019 ist unklar, wie es weitergeht im Kalthof-Center.

Die Schließung des Aldi-Marktes nach mehr als 18 Jahren zum 30. Juni 2019 aufgrund des nicht verlängerten Mietvertrages (wir berichteten) war am Samstag nicht nur rund um das Kalthof-Center, sondern vielerorts im Iserlohner Norden ein Gesprächsthema.

„Alle machen sich Sorgen, selbst wenn ein anderer Discounter kommt“, fasste Anja Ihme die Stimmungslage zusammen. Die sachkundige Bürgerin der SPD-Ratsfraktion stammt aus Kalthof und kümmert sich – nicht nur wegen der nach wie vor bestehenden familiären Bindung – im Ortsverein Hennen-Kalthof ihrer Partei um die Belange der Menschen dort. „Viele bangen jetzt mit den Aldi-Mitarbeitern um deren wohnortnahe Beschäftigung.“ Denn zwar wird, anders als zunächst vielfach befürchtet, laut Aussage einer leitenden Mitarbeiterin am Freitagnachmittag vor Ort niemand entlassen. In welchem Markt die zehn Beschäftigten (neun in Teilzeit), die überwiegend aus Kalthof und der unmittelbaren Umgebung kommen, indes ab dem 1. Juli eingesetzt werden können, ist noch absolut unklar. „Und bei weiten Wegen stellt sich dann natürlich die Frage des überhaupt Machbaren und ob es sich dann auch noch finanziell lohnt“, verdeutlichte Anja Ihme.

Immer freundliches Personal und Treffpunkt anderer Art

Nicht nur in sozialen Netzwerken wird bereits jetzt dem „immer freundlichen Personal“ nachgetrauert, das über das übliche Maß eines Discounters hinaus geholfen hätte. Zudem nutzen die Kunden, so ist zu hören, angesichts der stets angenehmen Atmosphäre und in Ermangelung anderer Treffpunkte den Aldi-Markt auch gerne für ein Schwätzchen untereinander beim Einkauf.

„Uns blutet das Herz, dass wir hier schließen müssen“, sagte die frühere Filialleiterin, die inzwischen andernorts in höherer Verantwortung bei Aldi ist, aber immer noch in Kalthof wohnt, auch im Namen der Mitarbeiter. Sehr gerne hätte man weiterhin und vor allem künftig in einem um 400 auf 1200 Quadratmeter vergrößerten Markt mit dem neuen Aldi-Konzept und mit einer sogar verdoppelten Belegschaft die Kundenwünsche erfüllt.

Dafür war man dem Vernehmen nach auch bereit, eine – nicht nur der größeren Fläche entsprechend – höhere Miete zu zahlen. Woran die Verlängerung oder Neufassung des Mietvertrags letztlich gescheitert ist, ließ sich bislang nicht klären. Auch eine schriftliche Anfrage bei Lidl als möglichem Nachfolger blieb bislang unbeantwortet, eine Sprecherin bat mit Verweis auf die am Wochenende fehlenden Ansprechpartner um Verständnis.

Apotheker Peter Gollasch sorgt sich derweil, dass ein möglicher neuer Besitzer der Immobilie weiterreichende Pläne zur Vergrößerung der Verkaufsfläche hat, als es bei der Erweiterung seines direkten Nachbarn Aldi der Fall gewesen wäre. „Dann steht die Existenz der Mühlen-Apotheke auf dem Spiel“, machte er deutlich. Er werde aber alles tun, um die Arzneimittelversorgung in Kalthof, Leckingsen und Refflingsen auch weiterhin sicherzustellen: „Wir werden unsere Apotheke in Kalthof erhalten.“

Erfolglose Kontaktaufnahme mit Immobilienverwalter

Auch der dritte Mieter in diesem Teil des Kalthof-Centers, Alexander Hein vom 2012 eröffneten Mix-Markt, zeigte sich trotz seines noch weiter laufenden Mietvertrages besorgt angesichts der Nachrichtenlage. Eine Kontaktaufnahme mit dem bisherigen Immobilienverwalter sei bislang erfolglos geblieben.

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