Terror

Großeinsatz nach Bombendrohung gegen Moschee

Die Polizei hat den Bereich um die Moschee abgesperrt.

Die Polizei hat den Bereich um die Moschee abgesperrt.

Foto: Kevin Pinnow

Iserlohn.  Per E-Mail ist eine Bombendrohung gegen den Vorsitzenden der DITIB-Gemeinde an der Bergwerkstraße eingegangen. Der Staatsschutz ermittelt.

Es ist 14.30 Uhr am Donnerstag. Vedat Özdemir und Aytac Kuruagac von der Ditib-Gemeinde checken ihre E-Mails. Im Spam-Ordner finden sie etwas angsteinflößendes: eine Bombendrohung für 16 Uhr gegen ihre Moschee an der Bergwerkstraße.

Sofort schaltet der stellvertretende Vorsitzende der Ditib-Gemeinde, Aytac Kuruagac, die Polizei ein. Die handelt umgehend, sperrt den Bereich rund um die die Moschee großräumig ab, räumt die umliegenden Gebäude. Wegen der terroristischen Art der Bedrohung übernimmt wenig später der Staatsschutz die Einsatzleitung, Beamte aus Hagen kommen zum Einsatzort.

An der nahe gelegenen Bömberg-Grundschule richtet die Feuerwehr vorsorglich bereits ein Lager ein, um im Falle einer Explosion schnell reagieren zu können. Ein Spezialteam mit einem Sprengstoff-Spürhund wird hinzugerufen, zwei weitere treffen später ein. Glücklicherweise wird die Polizei nichts finden, das Gebäude am Abend wieder freigeben, die Straßensperren aufheben und die Nachbarn wieder in ihre Wohnungen lassen.

Doch in den Nachmittagsstunden ahnt das noch keiner. Viele der Bewohner warten an den Absperrungen. Darunter natürlich auch Mitglieder der Ditib-Gemeinde. Unter ihnen Vedat Özdemir. Das Vorstandsmitglied war es, der die gegen 12.20 Uhr verschickte Mail als erster sah. „Die Mail war verschlüsselt und kam von einem Schweizer Server“, erzählt Özdemir. Er sieht einen Zusammenhang zwischen der Mail und der von vor zwei Tagen an die Ditib-Moschee in Köln. „Da wollte uns jemand Bange machen“, sagt er.

Er selbst war am Donnerstag seit 9 Uhr morgens an der Bergwerkstraße, um einer Schulklasse der Realschule Hemberg die Moschee zu zeigen. „Wir waren also die ganze Zeit hier. Uns ist in der Zeit nichts aufgefallen.“

Gegen 19 Uhr beendet die Polizei ihren Einsatz. Die drei Spürhunde, die eine Stunde lang alle Winkel der Moschee abgesucht haben, finden nichts. Die Drohung stellt sich als heiße Luft heraus. Erkenntnisse der Polizei und des Staatsschutzes zum Absender der Mail gibt es bislang noch nicht. Die Ermittlungen laufen.

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