Musik

Großer Dank für ein denkwürdiges Konzert

Die Sängerinnen und Sänger sowie Musikerinnen und Musiker haben mit ihrer Aufführung des „Weihnachtsoratoriums“ am zweiten Weihnachtstag einen großen Erfolg gefeiert.

Foto: Wolfgang Meutsch

Die Sängerinnen und Sänger sowie Musikerinnen und Musiker haben mit ihrer Aufführung des „Weihnachtsoratoriums“ am zweiten Weihnachtstag einen großen Erfolg gefeiert. Foto: Wolfgang Meutsch

Iserlohn.   Stehende Ovationen nach der Aufführung der Kantaten 4-6 des „Weihnachtsoratoriums“ in St. Aloyius

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Sie war sicherlich ein Meilenstein der ohnehin nicht gerade ereignisarmen Geschichte der Kirchenmusik in Iserlohn: die Aufführung sämtlicher sechs Kantaten aus Bachs berühmtem „Weihnachtsoratorium“ und dies sozusagen in ökumenischer Verbundenheit und Absprache. Hatte die Kantorei am dritten Advent mit den ersten drei Kantaten vorgelegt, so folgte nun am zweiten Weihnachtstag die Aufführung der Kantaten 4-6 in St. Aloysius. Und hatte Kirchenmusiker Christopher Brauckmann im Vorfeld betont, wie nicht unbedingt leicht der Zugang so manches Chorsängers zu diesem Komponisten und dessen Werk war, so schien aber beste Überzeugungsarbeit geleistet worden zu sein. Der aus den drei Chören des Pastoralverbundes zusammengesetzte Klangkörper begeisterte mit einer engagierten, konzentrierten und hochmusikalischen Wiedergabe dieses immer noch unglaublich populären Werkes. Sauber in der Intonation, präzise in der Aussprache und mit großer dynamischer Bandbreite folgten die Sängerinnen und Sänger dem souveränen Dirigat von Brauckmann, der die Fäden fest in der Hand hielt. Sicherlich kam dem auffallend frischen Chorklang das vergleichsweise niedrige Durchschnittsalter gerade in den hohen Frauenstimmen entgegen, aber man spürte auch, dass hier im Vorfeld sehr professionell und stimmbildnerisch vorbildlich gearbeitet worden ist. Das „WO“, wie es in Kennerkreisen genannt wird, erschien sozusagen in „entschlacktem“, sehr schwungvollen Gewand mit zügigen Tempi und ohne jegliches Pathos.

Vorzügliche Solisten,klare Stimmen und Diktion

Dieser sehr modernen Interpretation entsprachen kongenial die vorzüglichen jungen Solisten, allesamt nicht nur schlank von Gestalt , sondern auch in der Tongebung und klar in der Diktion. Anna Kristin Naechster (Sopran), Lea Martensmeier (Alt), Andreas Post (Bariton) und allen voran Tenor Daniel Jeremy Tilch sangen hochkultiviert und jugendlich unverbraucht, so dass ihre Ensemblestücke mitunter zu den klanglichen Höhepunkten zählten. Aber auch die Arien und insbesondere die Tenorrezitative waren ein wahrer Hörgenuss. Nicht unerwähnt sollte die Chorsängerin Annemarie Knufmann-Turcan bleiben, die bei der Arie „Flößt mein Heiland“ wunderbar mit der Solosopranistin in den Dialog trat und dabei mit einer schönen, klaren Stimme aufhorchen ließ.

Christopher Brauckmann hatte mit der „Musica Antiqua Markiensis“ ein vorzügliches Orchester engagiert, welches auf alten beziehungsweise original nachgebauten Instrumenten der Barockzeit musizierte und stets sensibel auf die Zeichen des Dirigenten einging.

Stehende Ovationen in einer gut gefüllten Aloysius-Kirche waren der Dank für ein denkwürdiges Konzert ganz im Geist der Ökumene und man kann nur auf weitere gemeinsame Projekte der beiden großen Kantoreien hoffen.

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