Wettbewerb

Großer Erfolg für Mia Hohmann

Als Preis gab es eine Urkunde und eine wertvolle Renaissance-Flöte: Mia Hohmann (li.) mit ihren Trio-Partnerinnen bei der Preisverleihung.

Foto: Privat

Als Preis gab es eine Urkunde und eine wertvolle Renaissance-Flöte: Mia Hohmann (li.) mit ihren Trio-Partnerinnen bei der Preisverleihung. Foto: Privat

Iserlohn.   15-Jährige gewinnt mit ihrem „Trio Amiro“ den ersten Preis in Amsterdam

Die Jury-Mitglieder haben sich förmlich mit ihrem Lob überschlagen. Schon nach der ersten Runde hagelte es Komplimente und Anerkennung. Nach dem Finale sind die Kommentare schließlich mit Superlativen gespickt – mit dem eindeutigen Ratschlag: „Bleibt als Trio zusammen – Ihr werdet weit kommen.“ Die Iserlohner Blockflötistin Mia Hohmann hat jetzt zusammen mit ihren Duo-Partnerinnen Anna Maria Wempe und Ronja Vollmari bei dem internationalen Wettbewerb der „Open Recorder Days“ in Amsterdam, einem der größten Festivals für Blockflöte, den ersten Platz in ihrer Altersklasse belegt.

Damit hätten wir nie gerechnet“, sagt die 15-jährige Schülerin des Stenner-Gymnasiums. Mit ihrem „Trio Amiro“ hatte sie zwar in diesem Jahr schon einen ersten Preis beim Bundeswettbewerb erreicht und sich damit als bestes Nachwuchs-Blockflöten-Ensemble ganz Deutschlands empfohlen. Angesichts der internationalen Konkurrenz mit den besten Gruppen aus Europa, den USA und dem fernen Osten sagt Mia aber eher bescheiden, sie hätten „nur“ Jugend musiziert gewonnen. In Amsterdam hatten sich die drei jungen Mädchen kaum Chancen ausgerechnet – zu unrecht, wie sich herausgestellt hat. 89 erwartungsvolle Ensembles sind dort gestartet, durchgesetzt hat sich aber das Trio um Mia Hohmann. 24 Ensembles waren es noch in der zweiten Runde, 14 im Finale, und das „Trio Amiro“ bekam den ersten Preis: Mehr geht nicht – Weltklasse.

Nicht erst seit diesem Erfolg ist klar, dass es sich bei der Mia Hohmann um ein überragendes Musiktalent handelt. Sie spielt sehr gut Klavier, noch besser Geige und einfach umwerfend Blockflöte. Woher sie das hat, kann auch ihre Mutter Ramona Hohmann nicht genau sagen. Im engeren Familienkreis, sagt sie, spiele klassische Musik gar nicht so eine große Rolle. Mia habe aber schon mit drei Jahren die Blockflöte für sich entdeckt. Und obwohl die Finger eigentlich noch viel zu klein waren, hat sie schon damals immer einen Weg gefunden, sie zum Klingen zu bringen. Von da ab sei ihr einfach alles nur so zugeflogen.

Begabtenförderungin Münster

„Blockflöte macht am meisten Spaß“, sagt Mia zu ihren persönlichen Vorlieben. Die könne sie schließlich auch am besten spielen. Erst hat sie Unterricht an der Musikschule Iserlohn genommen. Seit zweieinhalb Jahren fährt sie aber schon etwa zwei mal in der Woche – vor Wettbewerben auch schon mal öfter – nach Münster, wo sie neben der normalen Schule bereits als Jungstudentin der Flöten-Koryphäe Gudula Rosa in den Genuss des Begabtenförderprojektes der Westfälischen Schule für Musik und der Musikhochschule Münster kommt. Dort hat sie auch ihre beiden Trio-Partnerinnen kennen gelernt, mit denen sie nun die Fachwelt bei den großen Wettbewerben in Erstaunen versetzt.

Von dem kleinen Instrument gehe eine besondere Faszination aus, weil sich gerade die Ensembles fern ab von der üblichen klassischen Literatur in die eher abseitigen Fächer der Alten und der Neuen Musik stürzen können. Gerade moderne Komponisten haben viel für Blockflöten geschrieben, und da geht es oft weit über das strenge klassische Musizieren hinaus. „Wir haben uns bei den Proben spontan Choreographien für unsere Stücke ausgedacht“, sagt Mia – vor Lachen seien sie da oft gar nicht mehr zum Spielen gekommen. Auch der Wettbewerb in Amsterdam habe riesigen Spaß gemacht – kein Wunder bei so einem Erfolg und so vielen großartigen Eindrücken.

Wo der Weg später einmal hinführen soll, weiß Mia noch nicht. Am Stenner-Gymnasium ist sie gerade in die Oberstufe gekommen und möchte in zweieinhalb Jahren erst einmal ihr Abitur machen. Danach soll es natürlich etwas mit Musik sein, aber in welche Richtung genau, weiß sie noch nicht. Als nächstes steht wieder „Jugend musiziert“ an – dieses Mal im Fach Blockflöte solo.

Vor allem hofft Mia aber, dass das „Trio Amiro“ wirklich noch möglichst lange zusammen bleibt, was keine Selbstverständlich ist. „Sonja ist schon 17 und macht nächstes Jahr Abitur“, sagt die Iserlohnerin. Und das könne sich natürlich auch auf das weltbeste Nachwuchs-Ensemble auswirken.

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