Abfall

Grünabfallcontainer: Das gehört da nicht rein!

Ein Lobbe-Mitarbeiter durchsucht die Grünabfälle nach Plastiktöpfen, Etiketten und Müllsäcken. Erst danach können sie weiterverarbeitet werden.

Ein Lobbe-Mitarbeiter durchsucht die Grünabfälle nach Plastiktöpfen, Etiketten und Müllsäcken. Erst danach können sie weiterverarbeitet werden.

Foto: Kevin Pinnow

Iserlohn.  Neben Laub und Grünschnitt landet oft auch Plastik und Kunststoff im Grünabfall. Wieso das problematisch ist

Plastikfolien, Pflanzenetiketten, Töpfe aus Kunststoff, Grablichter, Altpapier, Sperrmüll – nichts davon gehört in den Grünabfallcontainer. Und trotzdem landet es immer wieder genau dort. Das ist problematisch. Denn anders als der Hausmüll aus der Tonne landen die Grünabfälle nicht in der Müllverbrennungsanlage, sondern beim Entsorgungsbetrieb Lobbe und werden dort weiter verwertet. Zuvor müssen sie aber von jeglichem Plastik befreit werden. Und das ist aufwendig.

Erst einmal aber zur Ursachenforschung: Wie kommen überhaupt Plastikteilchen und Kunststoffe in die Container? „Es gibt zwei Arten von Missbrauch“, sagt Jochen Lippross, der als Bereichsleiter Biomasse bei Lobbe den Verwertungsprozess verfolgt. Einmal den vorsätzlichen, also den, bei dem Menschen ganz bewusst ihren Bauschutt und Restabfall in den Grünabfallcontainern entsorgen.

Und dann gebe es den Missbrauch, bei dem sich die Bürger nicht im Klaren darüber seien, was sie mit diesem einen Plastikblumentopf in der Kette auslösen. „Sie denken einfach: Dieser eine Blumentopf macht doch nichts.“ Aber das tut er: „Jeder einzelne Plastik-Blumentopf gefährdet die ökologische Effizienz des Abfallsystems.“

Um bei diesen Menschen ein Bewusstsein zu schaffen, sei es laut Lippross wichtig zu verstehen, was mit den Grünabfällen eigentlich passiere: „Wenn die Grünabfälle angeliefert werden, sortiert zunächst ein Mitarbeiter per Hand sämtliche Plastikteile aus, die er sieht.“ Eine Höllenaufgabe. Wie ein Fass ohne Boden.

Anschließend werden Äste, Laub, Wurzeln – und auch die übrig gebliebenen Plastikteilchen – zerkleinert, um sie anschließend über Förderbänder bewegen zu können. „Hier wird darauf geachtet, dass es nicht zu stark zerkleinert wird und beim Sieben noch weitere Plastikteile herausgefischt werden können“, erklärt Lippross. Das Zahnscheibensieb ist nämlich die nächste Station. Dort wird alles über ein Sieb mit einer Durchlässigkeit von 30 Millimetern geschickt. Alles, was durch das Sieb geht, geht direkt an die Landwirtschaft. Alles, was vom Sieb herausgefiltert wird, wie größere Äste und Blätter aber eben auch Plastikteile, wird in ein Kompostwerk verfrachtet, wo diese Vorgänge in technisch aufwendigeren Verfahren wiederholt werden.

Nachhaltigkeit und Klimaschutz

Je mehr Plastik oder andere Stoffe also in die Grünabfälle gelangen, umso weniger kann davon auf effiziente Art und Weise verwertet werden und schnell bei den Abnehmern landen. „Das ist dann irgendwann auch nicht mehr ökologisch“, sagt Lippross in Bezug auf Einsatz und Ertrag innerhalb des Verwertungsprozesses. Dabei sei das ja das übergeordnete Ziel: Nachhaltigkeit und Klimaschutz.

Mit einer entsprechenden Trennung und der richtigen Entsorgung von Grünabfällen (siehe Infokasten) könne jeder einzelne seinen Teil dazu beitragen. Wobei ja noch zu ergänzen ist, dass es den Iserlohnerinnen und Iserlohnern sogar noch recht leicht gemacht wird: Neben den vielen Containern im gesamten Stadtgebiet und den Bringhöfen werden Grünabfälle zusätzlich noch abgeholt.

„Dieses System ist in allen Punkten ökologisch beispielhaft. Aber es lebt eben auch davon, dass alle mitmachen“, sagt Jochen Lippross abschließend, der hofft, mit dieser Art der Aufklärung möglichst viele von einem verantwortungsbewussten Handeln überzeugen zu können.

Also: Beim nächsten Besuch am Grünabfallcontainer einfach nur das reinwerfen, was auch wirklich reingehört. Plastik und Kunststoff definitiv nicht.

Grün- und Gartenabfälle richtig entsorgen

Neben der Abholung der Grünabfälle stehen im gesamten Stadtgebiet Container zur Verfügung.

Das darf NICHT in den Container: Bioabfall wie Obst- und Gemüsereste, Steine, Bodenaushub, Gartensäcke, Hölzer aus dem Außenbereich.

Das darf in den Container: Laub, Rasen, Grünschnitt, Baumschnitt sowie Äste, Grasnarben ohne Boden, kleine Wurzeln.

Wichtig ist, dass die Abfälle nicht länger als ein Meter sind und einen Durchmesser von maximal 15 Zentimeter haben dürfen. Größere Grünabfälle müssen gekürzt, zerkleinert oder gehäckselt werden.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben