Private Fachhochschule UE

Grüne Wiesen, große Baustellen

Graeme Guy, neuer Campus-Manager an der privaten Fachhochschule UE.

Graeme Guy, neuer Campus-Manager an der privaten Fachhochschule UE.

Foto: Frank Jungbluth

Iserlohn.   Graeme Guy, der neue Campus-Manager an der privaten Fachhochschule, ist dorthin zurück gekehrt, wo vor 35 Jahren alles anfing.

„Diese Wiesen“, sagt Graeme Guy, „es ist wirklich so wie in der Kerrygold-Werbung. Sie sind grüner“, lacht der 55-Jährige. Wenn er an Ballymena, seine Heimatstadt im Nordosten Nordirlands denkt, dann fällt ihm dieses satte, vollmundige Grün ein. Er hat die Wiesen seiner Kindheit gegen die große Baustelle getauscht, auf der nahe seines Arbeitsplatzes die Gesamtschule Seilersee wächst, aber das ist ein Teil der Geschichte des bunten Lebens des Graeme Guy, der mit 55 Lebensjahren wieder dort angekommen ist, wo diese Geschichte eines schönen Tages einmal angefangen hat.

Mit 17 ging der Nordire, bekennender Royalist, zur Army, wie so viele seiner Generation Anfang der 1980er Jahre, als die Britische Armee eine gute Berufs- und Lebensperspektive für junge Männer wie Graeme Guy geboten hat. Er wird Soldat im 50. Regiment der Royal Artillery, kommt nach Deutschland, wird in Menden stationiert und ist sogar einer der zackig Marschierenden in den Reihen seiner Truppe, als Queen Elisabeth II in den Dortmunder Napier-Barracs 1984 die Parade abnimmt.

„Das war eine andere Zeit“, sagt Guy. „Heute ist eine andere, eine gute, seit ich wieder hier in Iserlohn am Seilersee arbeite.“ Seit einigen Wochen ist der frühere Soldat Campus-Manager an der privaten University of Applied Sciences, er ist der Mann, der als Verantwortlicher für Gebäude und Technik dafür gerade stehen muss, dass der Betrieb reibungslos läuft bei der Fachhochschule, dass die Lichter nicht ausgehen und mögliche Probleme keine großen Baustellen, sondern schnell und zuverlässig gelöst werden.

„Es war ein wenig so, wie nach Hause zu kommen“, sagt Graeme Guy auf die Frage, wie es sich anfühle an einem Ort zu arbeiten, den er aus der Zeit kennt, als in den Gebäuden und Räumen der Fachhochschule noch ein britisches Militärhospital war, in das der frühere Sergeant vor 34 Jahren mit starken Schmerzen eingeliefert wurde. Guy hatte sich beim Fliegertraining in Paderborn schwer verletzt, der Sprung aus dem Hubschrauber war misslungen, man musste ihn in der alten Argonner-Kaserne, die von der British Army von 1946 bis zur Schließung 1994 als Militärhospital genutzt worden ist, operieren. Tausende Soldaten sind dort behandelt und wieder geheilt worden. „Wenn man in den Keller geht“, sagt Graeme Guy verschwörerisch, „dann kann man die alten OP-Säle noch sehen. Die Fliesen sind immer noch an der Wand.“

Das alte Krankenzimmer, in dem Guy nach seinem schmerzhaften Sturz 1985 gepflegt worden ist, gibt es – mit anderer Verwendung – noch im Hauptgebäude. Die Erinnerungen bleiben, auch wenn die Gegenwart des Campus-Managers natürlich bestimmend ist für die tägliche Arbeit des Mannes, der eigentlich zurück sollte nach Nordirland, aber dann doch blieb, in Deutschland seine Frau Roswitha gefunden hat und mit ihr und den gemeinsamen drei Kindern zufrieden in der Region zwischen Ruhr und Lenne lebt und lacht.

„Die Deutschen sind nette Leute“, sagt er. „Aber den Unterschied zu uns Nordiren merken sie in der Kneipe“, erzählt er dann doch von der alten Heimat, der Küste in Nordirland und dem guten Tropfen, den sie in Bushmills zwischen Castlerock und Ballintoy machen. „Traumhaft weiße Strände gibt es dort, aber das Wasser hat minus zwei Grad“, lacht Graeme Guy; und dann klingelt das Telefon wieder. Irgendwo auf dem Campus ist was zu tun. So ist das, wenn man zuhause ist.

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