Karnevalistisches

Günter Braun geht noch nicht so ganz

Der Präsident der Kolpingsfamilie Hennen, Günter Braun, übergibt am Samstag das närrische Zepter an Benedikt Lowinski, bleibt dem Festkomitee aber noch erhalten.

Foto: Cornelia Merkel

Der Präsident der Kolpingsfamilie Hennen, Günter Braun, übergibt am Samstag das närrische Zepter an Benedikt Lowinski, bleibt dem Festkomitee aber noch erhalten. Foto: Cornelia Merkel

Hennen.   Nach 25 Jahren macht der Hennener Sitzungspräsident Günter Braun den Weg frei für Benedikt Lowinski. Das 66-jährige Organisationstalent bleibt dem Festkomitee aber erhalten.

Im Hennener Karneval geht am Samstag eine Ära zu Ende: Zum Start der fünften Jahreszeit am 11.11. verabschiedet Kolpingvorsitzender Michael Glowalla den 66 Jahre alten Günter Braun als Sitzungspräsident – nach einer nunmehr 25-jährigen Amtszeit. „Ich bleibe aber dem Orga-Team erhalten“, betont der scheidende Präsident, der im Hennener Karneval eine feste Größe ist. Er will nur nicht mehr an vorderster Front stehen, bis er nicht mehr könne, gibt er unumwunden zu. Und verweist augenzwinkernd auf den Klassiker von Udo Jürgens: „Mit 66 Jahren“.

Rückblende in der Biografie des gebürtigen Schwerters, der mit seiner Frau Gaby im Jahr 1983 ins elterliche Haus nach Hennen gezogen ist. Das damalige Prinzenpaar Beate und Günter Kolbert berief ihn 1983 in den Elferrat. Von diesem Zeitpunkt an engagiert sich Günter Braun im Hennener Karneval im damaligen Festausschuss in organisatorischen Belangen und in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit der Kolpingsfamilie und der Karnevalisten.

Im Jahr 1992 wurde der Hennener Karneval 42 Jahre alt, und Günter Braun konnte seinen 41. Geburtstag feiern. Bis dahin hatte der Mitbegründer des heimischen Karnevals, Senator Jakob (Köbes) Dautzenberg, das Narrenschiff als Sitzungspräsident durch die Wogen der fünften Jahreszeiten gesteuert, bevor er am 16. November 1992 das Zepter des Sitzungspräsidenten zur Proklamation des Prinzenpaares Ute und Klaus Angelkorte an Günter Braun übergab.

Es folgte ein Veranstaltung-Marathon an Karnevalssitzungen im Saal von „Haus Lehmufer“ bis zum Jahr 1999 mit je drei Sitzungen an den jeweiligen Wochenenden, um so der Kartennachfrage auch nur annähernd gerecht werden zu können. „Das war Stress pur“, erinnert sich Günter Braun.

Im Jahr 2000 feierten die Hennener Narren erstmals mit Unterstützung vieler Helfer den Sitzungskarneval der Kolpingsfamilie Hennen in einem großen Festzelt mit ausreichendem Platzangebot. Es stand damals an der katholischen Kirche: „Wettermäßig war das eine Katastrophe mit Sturm, Regen, Schnee und Eis an dem Wochenende. Aber die Leute haben alles mitgemacht“, erinnert sich Braun. „Zu unserem 50-Jährigen spielte damals eine Bigband der Bundeswehr im Festzelt. Trotz der Wetterbedingungen war es ein Erfolg.“ Danach zogen die Karnevalisten zum Hennener Sportplatz um.

Lampenfieber war für den Kriminalhauptkommissar in seiner 25-jährigen Amtszeit als Präsident nach eigenen Angaben kein Thema: „Ich war immer die Ruhe selbst: ob bei der Proklamation oder bei den Sitzungen. Ich hatte immer einen Ablaufplan, Konzepte und für Notfälle Sprüche parat.“

In mehr als 50 Karnevalssitzungen führte Braun als Sitzungspräsident souverän und mit der ihm eigenen unaufgeregten Art durch das zumeist über fünfstündige Programm. „Es war keine One-Man-Show“, verweist er auf die Gemeinschaftsleistungen der Aktiven und verdeutlicht, dass sie die Garanten für die gute Stimmung im Karneval sind. „Wir sind eine große Karnevalsfamilie.“ Das zeige sich auch bei den sozialen Aktivitäten in den Altenheimen und den Iserlohner Werkstätten ebenso wie bei den traditionellen Besuchen mit vielen „Tollitäten“ aus NRW im Landtag in der närrischen Jahreszeit.

Karneval-Hochburg im Iserlohner Norden

Das aktuelle Festkomitee mit Bernd Borgmann, Günter Kolbert, Thomas Schmitz, Benedikt Lowinski, Michael Glowalla und ihrem Sitzungspräsidenten Günter Braun haben mit den Karnevalssitzungen die Veranstaltungskultur in Hennen geprägt. Der Iserlohner Norden gilt als Karneval-Hochburg der Region.

Am 25. Februar 2017 leitete Günter Braun nach 25 Jahren seine letzte Karnevalssitzung im ausverkauften Festzelt. Als letzte Amtshandlung dankt er am 11. November dem scheidenden Prinzenpaar 2017, Tanja und Lorenz Martinek, für ihre Regentschaft, bevor er vom Vorsitzenden der Kolpingsfamilie Hennen, Michael Glowalla, in den Präsidenten-Ruhestand verabschiedet wird.

Seine große Erfahrung wird er weiterhin als Mitglied des Festkomitees in den Kolpingkarneval einbringen. „Vorbereitung ist im Karneval das A und O. Das gilt für die Verträge mit dem Zeltverleih und der Brauerei ebenso wie mit dem Sicherheitsdienst und den Ersthelfern.“ Der pensionierte Kriminalhauptkommissar ist nach wie vor gut vernetzt. Weil das Rote Kreuz und die Malteser bereits ausgebucht sind, konnten die Hennener Jecken die Ersthelfer des DLRG gewinnen, die auch ausgebildete Rettungssanitäter sind.

„Nach dem Karneval ist vor dem Karneval“, zeigt er auf, dass bereits nach dem obligatorischen Fischessen und der Stunksitzung die Weichen für die nächste Session gestellt wurden.

Günter Braun wird morgen Abend bei der Prinzenproklamation das närrische Zepter und die Pfauenfeder seiner Narrenkappe an seinen Nachfolger Benedikt Lowinski weitergegeben.

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