Kundenzufriedenheitsanalyse

Gute Noten für die neue Innenstadt

Foto: IKZ

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Iserlohn. Handlungsbedarf besteht nach einer Kundenzufriedenheitsanalyse auf einigen Feldern des Stadtmarketings, auch wenn die neue Iserlohner Innenstadt gute Noten bekam. Die Zufriedenheit dominiert bei 77 Prozent der Befragten, wobei vier Prozent sogar sehr zufrieden waren.

Die Bereiche Pflanzungen, Toiletten und Sicherheit sind ausbaufähig, auf diesen Nenner lassen sich die Ergebnisse einer Untersuchung des Stadtmarketings der Gesellschaft für Wirtschaftsförderung und der Business and Technology School (BiTS) bringen.

„Wir haben mittels der BiTS-Erhebungen viele Erkenntnisse gewonnen, deren Schlussfolgerungen in unsere Planung und tägliche Arbeit einfließen werden”, bewertet Andreas Warnke, Leiter des GfW-Stadtmarketings, die Ergebnisse. Studenten der BiTS interviewten im vorigen November 208 Besucher der Innenstadt zu ihrer Zufriedenheit als Kunden. Die Mehrzahl der Befragten kommt mit dem Pkw in die Innenstadt (35,75 Prozent) oder zufuß (24,10 Prozent), mit dem Bus 18,23 Prozent, aber nur 0,54 Prozent mit dem Fahrrad.

Dreiviertel der Befragten wünschen sich längere, einheitliche Ladenöffnungszeiten bis 20 Uhr. Allerdings sind 43 Prozent gegen eine Ausweitung bis 22 Uhr. Die Ergebnisse will Werner Luck vom „Iserlohn City-Management” den Einzelhändlern noch einmal vorstellen.

Im Freizeitbereich hat die Studentenstadt Nachholbedarf: Den Befragten fehlen Clubs für junge Leute (80 Prozent), junge Bekleidungsangebote und Sportgeschäfte. Sie vermissen „Zara”, „Peek & Cloppenburg”, „New Yorker” und „Mc Donald's”. Den älteren Kunden fehlen Haushaltswaren- und klassische Bekleidungsgeschäfte und spezialisierte Läden. Lob gab es für den neuen Bahnhof, die Gehwege, die Weihnachtsbeleuchtung, den verkaufsoffenen Sonntag und den Wochenmarkt.

Nachholbedarf ergibt sich nach Ansicht der Kunden bei der Ausstattung mit Spielmöglichkeiten, Toiletten und Bepflanzungen. Günstige Parkmöglichkeiten sind bei den meisten der Befragten sehr wichtig. Sie kritisierten die Höhe der Parkgebühren. Dazu sagte GfW-Geschäftsführer Thomas Junge, dass aber leider wenige Einzelhändler mitmachen bei der Parkgebühren-Rückerstattung.

Schwachpunkte sind die mangelhafte Verkehrsinfrastruktur, zu wenig freistehende Parkplätze, zu wenig öffentliche Toiletten und die unterschiedlichen Ladenöffnungszeiten. Chancen sieht Projektleiter Stefan Hörnemann (BiTS) bei der Verkehrsnetzoptimierung, bei einheitlichen Ladenöffnungszeiten bis 20 Uhr und durch die attraktive neue Fußgängerzone.

Außerdem analysierten die BiTS-Studenten das Image des Standortes Iserlohn und führte dazu auch 278 Befragungen in Iserlohn, Dortmund, Hemer und Menden durch. Neben positiven Assoziationen durch den Eishockeyclub, die Natur der Waldstadt und das Naherholungsgebiet Seilersee sowie die Brauerei haben die Befragten aber auch Schwachpunkte aufgelistet: ein einseitiges Angebot, eine schlechte Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln und die „Überfremdung” durch den gefühlten hohen Migrantenanteil.

Zu viele Billigangebote

Iserlohn hat nach Ansicht der Befragten zu viele Lotto- und Handyläden und zu viele Billigangebote. „Das City-Management sollte aufpassen, dass das nicht kippt”, appellierte BiTS-Projektleiter an die Verantwortlichen. Das sei nicht so leicht, erklärten GfW-Geschäftsführer Thomas Junge und Werner Luck vom „Iserlohn City-Magagement”. In erster Linie seien die Vermieter der Innenstadt-Immobilien dafür verantwortlich, auf die habe man keinen Einfluss. Überraschend: Mehr als zwei Drittel der Befragten sind günstige Einkaufsmöglichkeiten nicht so wichtig.

Produkte des langfristigen Bedarfs decken über 60 Prozent der Iserlohner in Dortmund und nur zu 21 Prozent vor Ort. Die Iserlohner kaufen ihren täglichen Bedarf zu 98,36 Prozent vor Ort; 54 Prozent entfallen auf ihren mittelfristigen Bedarf. Die Hemeraner und Mendener sind große Fans von Iserlohn als Einkaufsstadt: Selbst Dinge des täglichen Bedarfs decken Mendener zu 40 Prozent in Iserlohn und 52 Prozent der Hemeraner. BiTS-Projektleiter Hörnemann sprach von „Superzahlen” beim Konsumverhalten zu Dingen mittelfristigen Bedarfs: 82, 9 Prozent der Kunden aus Menden, 79,5 Prozent der Kunden aus Hemer, und Hagener decken sich zu 44 Prozent in Iserlohn damit ein, 93,44 Prozent der Iserlohner. Produkte des langfristigen Bedarfs kaufen 83 Prozent Hemeraner in Iserlohn und 47 Prozent Mendener. Das spreche für einen hervorragenden Kundenzufluss aus Menden und Hemer.

Kino als großer Magnet

Das Kino ist nicht nur für die Iserlohner ein Freizeitmagnet, sondern zieht auch 79 Prozent Hemeraner und 68 Prozent Mendener. Zu den Stärken Iserlohns zählten die Befragten die Naherholungsmöglichkeiten, die Roosters, das moderne Kino, die Familienfreundlichkeit und das Sportangebot. Das Freizeitangbot für Jugendliche lasse demgegenüber zu wünschen übrig, referierte BiTS-Dozent Stefan Hörnemann. Als weitere Schwachpunkte nannten die Befragten die Bekanntheit Iserlohns, die Sicherheit und das Warenangebot.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Leserkommentare (1) Kommentar schreiben