Wirtschaftsstandort

Guter Standort mit blassem Image

In Iserlohn sind viele erfolgreiche Unternehmen zu Hause, etwa die Kirchhoff-Gruppe. Im Schnitt beurteilen die Firmen den Standort Iserlohn als gut

Foto: Kirchhoff

In Iserlohn sind viele erfolgreiche Unternehmen zu Hause, etwa die Kirchhoff-Gruppe. Im Schnitt beurteilen die Firmen den Standort Iserlohn als gut Foto: Kirchhoff

Iserlohn.   Im „Gewerbemonitor“ nennen Unternehmen Stärken und Schwächen der Stadt Iserlohn.

Die Lage ist gut – auf diesen Nenner lässt sich eine repräsentative Befragung unter Iserlohner Unternehmen bringen. Die Firmen beurteilen das Wirtschaftsklima und viele Standortfaktoren in Iserlohn gut, aber es gibt auch wunde Punkte: Stadtimage, Verfügbarkeit von Fachkräften, Gewerbeflächen zur Erweiterung der Betriebe und die Breitbandversorgung (schnelles Internet) werden vielfach kritisch gesehen.

Zwei Drittel der Iserlohner Unternehmen sind mit dem Standort insgesamt ausdrücklich zufrieden, heißt es im Resümee des neuen „Gewerbemonitors“. Hintergrund ist eine Befragung im Auftrag der Iserlohner Wirtschaftsförderung (GfW), erklärt Geschäftsführer Thomas Junge.

Gute Noten für Straßennetz, Kundennähe, Lebensqualität

Regie führte bei der Befragung die Mainzer Firma L.Q.M. Marktforschung, die im Sommer 2016 rund 500 Unternehmen in Iserlohn kontaktierte – quer durch Branchen und Betriebsgrößen. Die Mehrzahl stammte aus dem produzierenden Gewerbe und dem Dienstleistungssektor. Von den rund 500 Firmen nahmen schließlich 37 Prozent an den Interviews für den „Gewerbemonitor“ teil.

Straßennetz, Kundennähe und Lebensqualität erhalten unterm Strich hohe Bewertungen. Dazu zählt auch das kulturelle Angebot in Iserlohn. Der Zugang zu „Business-Netzwerken“ sowie die Verbindung zu Forschung und Wissenschaft ist aus Sicht etlicher Unternehmen aber „verbesserungswürdig“, resümieren die Mainzer Marktforscher.

Derweil mangelt es vielen Iserlohner Unternehmen am Angebot qualifizierter Arbeitskräfte und Auszubildender. Rund ein Drittel der befragten Betriebe hatte demnach vorigen Sommer offene Jobs für Fachkräfte und Nachwuchs. Dabei erwartete rund die Hälfte der Unternehmen sogar eine weitere Verschlechterung der Arbeitsmarktlage aus ihrer Sicht.

Im bundesweiten Maßstab unter 14 Städten und Landkreisen des „Gewerbemonitors“ sehen die Marktforscher die Beurteilungen in Iserlohn aber „durchschnittlich bis leicht überdurchschnittlich“. Mit einer Ausnahme: „Besonders negativ“ falle die Bewertung der Breitbandversorgung aus – also die verfügbaren Datenautobahnen fürs Internet.

Schwächen bei Image, Internet, Gewerbeflächen

„Eher blass“ ist nach den Ergebnissen der Befragung auch das Standortimage Iserlohns. Zwar äußerten sich 51 Prozent der Firmen „zufrieden“, doch im bundesweiten Vergleich des „Gewerbemonitors“ sind es 59 Prozent. So fällt die Bewertung des Stadtimages in Iserlohn deutlich unterdurchschnittlich aus.

Klar bessere Noten gibt es hingegen im „Gewerbemonitor“ für den Service aus der Verwaltung. Die Unternehmen fühlen sich in Iserlohn überwiegend gut betreut, bilanzieren die Marktforscher. Am besten werde bei den kommunalen Leistungen die Kompetenz der Ansprechpartner im Rathaus beurteilt. Gleiches gilt für den Service der Wirtschaftsförderung (GfW).

Kritisch sehen die Firmen aber die telefonische Erreichbarkeit der Ansprechpartner im Rathaus und die Außendarstellung der Kommune selbst. Nach Meinung der Marktforscher werden damit „die eher verhaltenen Image-Werte des Standortes“ bestätigt.

Fazit von GfW-Geschäftsführer Thomas Junge: „Etliche Bereiche werden gut und sehr gut beurteilt, aber es gibt auch Schwächen. Daran gilt es zu arbeiten.“ Wichtige Ansatzpunkte für Iserlohn: Erweiterungsflächen für Betriebe, Fachkräfte und Ausbildung, Standortimage, aber auch das „Wirtschaftsklima“ betont Junge – wenig Bürokratie, zügige Genehmigungsverfahren, stabiler Gewerbesteuersatz.

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