Ausstellung

Heute schon gegafft?

Die Ausstellung in der Reformierten Kirche mit Plakaten der Schüler des Berufskollegs greift wieder ein aktuelles Thema auf.

Die Ausstellung in der Reformierten Kirche mit Plakaten der Schüler des Berufskollegs greift wieder ein aktuelles Thema auf.

Foto: Ralf Tiemann

Iserlohn.   Berufskolleg und Jugendamt greifen mit Plakatkampagne ein brennendes Thema auf.

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Es sind wieder sehr beeindruckende und aufrüttelnde Plakate, die die Schüler des Berufskollegs an der Hansaallee entworfen haben. Jedes Jahr arbeitet der Bereich Kinder- und Jugendschutz der Stadt Iserlohn mit den angehenden Mediengestaltern der Schule zusammen, um mit einer Plakatkampagne auf ein aktuelles Problem hinzuweisen. Mit dem Thema „Iserlohner gaffen nicht“ ist ihnen das auf jeden Fall gelungen. Denn das Phänomen der Gaffer an Unfallstellen oder bei Notfällen greift immer mehr um sich – Menschen, die glotzend und mit dem Smartphone filmen, anstatt zu helfen oder die Einsatzkräfte ungehindert arbeiten zu lassen.

Auch der stellvertretende Bürgermeister Thorsten Schick war bei der Ausstellungseröffnung gestern in der Reformierten Kirche beeindruckt von den unterschiedlichen und kreativen Umsetzungen des Themas und von der gedanklichen Tiefe, mit der die Schüler das Problem sehen und aufgreifen.

In seiner Begrüßung erinnerte er stellvertretend an einen Fall aus dem Jahr 2017 aus Hagen, wo eine Mutter bei einem tragischen Verkehrsunfall zusehen musste, wie ihr Kind stirbt und dabei von hunderten Schaulustigen umringt und gefilmt wurde. Eine solche Sensationslust sei menschenverachtend und hinterlasse tiefe Wunden bei den Betroffenen. Und Iserlohn sei dabei keine Insel der Glückseligen, wo so etwas nicht auch vorkomme.

Um so begrüßenswerter sei es, dass die Schüler dieses aktuelle und brennende Thema nun aufgegriffen haben und die Plakate nicht nur bis zum 13. Juni in der Ausstellung gezeigt werden, sondern das Siegerplakat auch in der ganzen Stadt aufgehängt wird. Die Ausstellung hängt in der Reformierten Kirche, weil das Rathausfoyer bekanntlich wegen Mängel im Brandschutz nicht mehr zur Verfügung steht (siehe Bericht auf Seite 1).

Siegerin Aaliyah Hümmer wählt ironischen Ansatz

Das Siegerplakat kommt von der 17-jährigen Aaliyah Hümmer, die gestern eine Urkunde und das Preisgeld von Thorsten Schick entgegen nahm. Die Schülerin hat mit dem Motiv des Scherzartikels der wackelnden Augen einen ironischen Ansatz gewählt und die Jury mit dem griffigen Slogan „Heute schon gegafft“, der das Gaffen ebenfalls auf ironische Weise zu einer Selbstverständlichkeit wie Essen oder Trinkern erklärt, überzeugt.

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