Spendenaktion

Hier bekommen Bedürftige in Iserlohn Hilfe

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Der Bürgermeister packt spontan mit an: Auf dem Fritz-Kühn-Platz können sich auch am Samstag von 10 bis 18 Uhr Bedürftige melden und sollen mit den gesammelten Sachspenden ausgestattet werden.

Der Bürgermeister packt spontan mit an: Auf dem Fritz-Kühn-Platz können sich auch am Samstag von 10 bis 18 Uhr Bedürftige melden und sollen mit den gesammelten Sachspenden ausgestattet werden.

Foto: Michael May / IKZ

Iserlohn.  Das Team um Sabine Neveling stattet bedürftige Familien auf dem Fritz-Kühn-Platz auch am Samstag noch mit Sachspenden aus.

Samstagvormittag auf dem Fritz-Kühn-Platz: Auf dem Rasen liegen Schneereste, der Wind ist bei der eiskalt-feuchten Luft schneidend. Kein Wetter, bei dem man sich freiwillig länger als nötig draußen aufhält – und bei dem die Gedanken gerade in der Adventszeit öfter denjenigen gelten, die beim Heizen oder dem Kauf warmer Kleidung für ihre Familie mit ihrer existenziellen Not hadern müssen.

Solchen Bürgerinnen und Bürgern soll geholfen werden: Sabine Neveling und ein paar freiwillige Helfer bauen eine kleine Zeltstadt auf für die gespendeten Sachen, die das kleine Team in den vergangenen Wochen gesammelt hat. Die Stadt Iserlohn hatte dafür Räume im Untergeschoss der ehemaligen Karstadt-Immobilie zur Verfügung gestellt, wofür sich Sabine Neveling äußerst dankbar zeigt. Bürgermeister Michael Joithe packt gerade spontan selbst mit an beim Aufbau und zeigt sich angetan von der Aktion: „Es ist eigentlich schade, dass in einem reichen Land, wie wir es sind, so etwas nötig ist – aber da es scheinbar nötig ist, finde ich es großartig, dass sich Ehrenamtliche gefunden haben, um so etwas für die Iserlohnerinnen und Iserlohner auf die Beine zu stellen.“

Große Unterstützung aus der Iserlohner Bürgerschaft

Als die Idee an die Verwaltung herangetragen worden sei, habe man sofort überlegt, wie dabei geholfen werden könne, sagt Michael Joithe: „Achim Vorweg hat da schnell reagiert und die Räume zur Verfügung gestellt. Vielleicht war das der letzte Akt, bei dem die Karstadt-Immobilie noch mal etwas Gutes tun konnte, bevor sie abgerissen wird.“

Sabine Neveling freut sich über die Unterstützung durch einen heimischen Betrieb und die große Spendenbereitschaft – diverse Rollcontainer und mobile Kleiderständer sind gefüllt, zudem sind Möbel wie Kinderstühle und Reisebetten, aber auch Kinderwagen gestiftet worden. „Halb Iserlohn!“, ruft die Organisatorin vergnügt auf die Frage, wie viele Familien sie wohl damit ausstatten könne.

Bei der Ausgabe kann sich allerdings nicht jeder einfach bedienen: Zusätzlich zum Corona-Status – es gilt die 3G-Regel – müssen Besucher etwa mit einem Jobcenter-Bescheid oder dem Ausweis der Caritas-Tafel ihre Bedürftigkeit nachweisen, ganz ähnlich wie bei der Aktion „Weihnachtswunschbaum“, für die sich Sabine Neveling zwischenzeitlich auch noch gemeldet hatte, als das Angebot auf der Kippe stand. „Aber dann wäre ich wohl wirklich umgefallen“, räumt sie im Nachhinein ein. Der Bürgermeister lobt das Ergebnis: Dass der Verein „Bürger helfen Bürgern“ und das Neveling-Team jeweils eine der beiden Aktionen übernommen hätten, sei eine sehr gute Lösung. „Die Iserlohner Stadtgesellschaft hält zusammen, wenn es um solche Dinge geht“, hat Joithe im ersten Jahr seiner Amtszeit beobachtet.

Von der Stadt gibt es Bastelsets als Dreingabe

Die Verwaltung erweitert die Aktion um ein weiteres Element: „Kultur-Carepakete“ stehen in Tütenform zum Mitnehmen bereit. Den Inhalt hat die heimische Künstlerin Kristina Hesse weihnachtlich gestaltet, etwa mit Materialien und Anleitungen zum Basteln. „Zum Beispiel für so einen Brot-Tüten-Stern – einfach zu basteln, aber trotzdem wunderschön“, führt Hesse ein Exemplar vor. Für die Carepakete konnte die Stadt Iserlohn Fördermittel aus dem NRW-Projekt „Kulturrucksack“ flüssig machen.

Für Bedürftige ist das Angebot auf dem Fritz-Kühn-Platz auch am heutigen Samstag von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Die Organisatoren bitten um Spenden für das Sozialzentrum „Lichtblick“.

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