Schützenwesen

IBSV präsentiert seine Schätze

Hilke Müsse legt letzte Hand bei der Königskette von 1832 an. Heute dürfen zunächst geladene Gäste einen Blick in das IBSV-Zimmer werfen, bevor morgen auch die Öffentlichkeit willkommen ist.

Foto: Jennifer Katz

Hilke Müsse legt letzte Hand bei der Königskette von 1832 an. Heute dürfen zunächst geladene Gäste einen Blick in das IBSV-Zimmer werfen, bevor morgen auch die Öffentlichkeit willkommen ist. Foto: Jennifer Katz

Iserlohn.   Im Museum für Handwerk und Postgeschichte gibt es ab sofort ein eigenes IBSV-Zimmer.

Die Idee schwirrt schon länger in den Köpfen der Verantwortlichen umher, die Realisierung hat sich wegen der Arbeiten auf dem Fritz-Kühn-Platz ein wenig hingezogen: Ab heute besitzt der IBSV ein eigenes Zimmer im Museum für Handwerk und Postgeschichte. Was bisher in Tresoren und Schränken schlummerte, wird nun öffentlich präsentiert.

„Renate Brunswicker als Vorsitzende des Förderkreises Iserlohner Museen hatte den Vorschlag gemacht, einen ehemaligen Besprechungsraum im Museum für Handwerk und Postgeschichte zur Verfügung zu stellen“, erzählt Hilke Müsse, beim IBSV verantwortlich für das Marketing. Bei ihr und Oberst Wolfgang Barabo lief Renate Brunswicker offene Türen ein. „Bei einem Verein mit einer mehr als 300-jährigen Historie gibt es viel zu zeigen“, sagt Hilke Müsse, die gestern noch mit den letzten Handgriffen beschäftigt war.

Ketten und Kronenaus den Anfangsjahren

Bei einem kleinen Rundgang durch das Zimmer im Obergeschoss des Fachwerkgebäudes zeigt sie die Schätze. In der Königsvitrine beispielsweise sehen die Besucher die Königskette, die 1832 zum ersten Mal von einem IBSV-Regenten getragen wurde. Einzelne Bestandteile hat Hilke Müsse davon abgelöst, um sie separat präsentieren zu können. Die Krone der Königinnen bis 1959 ist ebenfalls ausgestellt. Hermine Herbers, Königin an der Seite von Carl Welter 1872 und von Carl Witte 1886, hatte sie gestiftet. Sie war übrigens die einzige Frau in der IBSV-Geschichte, die zwei Mal Königin war.

Ein üppiges, verschnörkeltes Bowle-Gefäß steht auch in der Königs-Vitrine: Es handelt sich um ein Geschenk des Kaufmanns Strobel aus der Ukraine, der enge Beziehungen nach Iserlohn pflegte und der Freude darüber 1903 mit dem Gefäß Ausdruck verlieh. König Friedrich Wilhelm hatte sich 1836 die Ehre in Iserlohn gegeben, und aus diesem Anlass spendierte er einen Pokal. „Der Verein hatte damals einen hohen Stellenwert, es war wichtig, Mitglied zu sein“, weiß Hilke Müsse.

Silberlöffel wurden vor vielen Jahren als Preise bei Schießwettbewerben übergeben, auch davon sind welche zu bewundern, der älteste stammt aus dem Jahr 1743. Zahlreiche „richtige“ Orden für erfolgreiche Schützen und Könige komplettieren die Sammlung.

Deutlich jüngeren Datums ist der älteste Schützenfest-Film, der 1934/35 entstanden ist. Oder die Armbrust, die bei den ersten Festen nach dem Zweiten Weltkrieg bei den Schießwettbewerben zum Einsatz kam, weil der Gebrauch von Waffen verboten war.

Königinnenkleid von1974/75 ist auch ausgestellt

Nicht nur die Idee für das IBSV-Zimmer hatte Renate Brunswicker, sie steuerte auch eines der Exponate bei: das Kleid ihrer Regentschaft von 1974/75. Der ehemalige Oberst Hans-Dieter Petereit hat seine Sammlung von Postkarten mit Abbildungen der Alexanderhöhe zur Verfügung gestellt. Auch für diese etwa 90 Exemplare wäre der Platz längst nicht ausreichend, so dass sie nun mittels einer Präsentation über einen Fernseh-Monitor laufen.

Wer mehr über die IBSV-Geschichte erfahren möchte, kann dies an kurzen Schautafeln oder durch längere Texte, die an den Wänden hängen.

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