Schützenfest

„Ich bin ein Dorfkind, darauf bin ich stolz“

Eigentlich ist er ja Elektroinstallateur, aber auch als Klempner macht „Jöach“ eine gute Figur. Der Spielmannszug jubelt mit.

Eigentlich ist er ja Elektroinstallateur, aber auch als Klempner macht „Jöach“ eine gute Figur. Der Spielmannszug jubelt mit.

Foto: Kevin Pinnow

Drüpplingsen.  Zum Abschluss des Schützenfestes beim BSV Drüpplingsen wurde noch einmal richtig gefeiert – inklusive Kostümen, Showeinlagen und guter Laune

Die Dorfkinder aus Drüpplingsen haben ihre beste Kuh durchs Dorf getrieben – den „Jöach“. Also den Jörg. Genauer: den Jörg Schimmel, den neuen König des BSV Drüpplingsen. Und er wirkte auch getrieben, freiwillig hätte er sich wohl nie in das überdimensionale Kuh-Kostüm geschmissen und mit seiner Königin Verena Berge die in Rekordzeit eingeübte Choreo zu „Ich bin ein Dorfkind“ von Schlagersängerin Mia Julia vor der jubelnden Schützenmeute hingelegt. Aber am letzten Abend des Schützenfestes muss das neue Königspaar in Drüpp-lingsen eben alles über sich ergehen lassen, was so kommt. Und so kam es halt. Eingestielt vom Ex-Königspaar und seinem Hofstaat.

Während die „Dorfkinder“ also synchron einen Fuß vor den anderen setzen, sah es bei „Vroni“ und dem „Jöach“, wie sie am Montag nur genannt wurden, eher etwas holprig aus. Aber ihnen sei verziehen. Sie hatten ja auch anstrengende Tage hinter sich. Spaß hat es trotzdem gemacht. Ihnen und vor allem den Zuschauern.

Und gerade, als sich „Jöach“ aus seiner zweiten Haut gepellt und Verena Gummistiefel und Kittel gegen Kleid und Schuhe getauscht hatte, da kam der Spielmannszug mit den nächsten verrückten Ideen um die Ecke. So ist das in Drüpplingsen. Hier geht es Schlag auf Schlag. „Jöach“ und „Vroni“ mussten sich die Tickets für das „Drüpplville“ – dem zweitgrößten Festival nach dem legendären Parookaville – im kommenden Jahr erspielen.

Zwei exklusive Tickets für „Drüpplville“ im nächsten Jahr

Für „Jöach“ mit seinem Helfersyndrom aber kein Problem. Er rettete umgehend das Hundespielzeug von „Vronis“ bestem Freund aus dem verstopften Klo, machte bei der Tanzeinlage mit der einzig wahren Cordula Grün eine tolle Figur und fiel auch bei der großen Spice-Girl-Reunion zumindest nicht negativ auf. Das war schon eine Leistung. Als aber dann der Strom im Schützenzelt ausfiel (einige Not-Aggregate waren glücklicherweise noch an, und es war glücklichweise ja nur ein Spiel) und „Jöach“ das ganze Schützenfest retten musste, versagte der gelernte Elektroinstallateur plötzlich. Zum Glück war seine Azubine da. Die hat alles gerettet. Die Tickets gab es trotzdem. Man wollte mal nicht so sein. Wäre auch schade, wenn der „Jöach“ und die „Vroni“ nächstes Jahr nicht dabei wären. Die beiden – und auch alle anderen Dorfkinder – haben nämlich auch am letzten Abend des Schützenfestes gezeigt: Der BSV Drüpplingsen kann ordentlich feiern.

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