Stadtmarketing

„Ich möchte gerne einer von Euch werden“

Der neue Stadtmarketing-Manager Dirk Matthiessen mit Bürgermeister Peter Paul Ahrens.

Der neue Stadtmarketing-Manager Dirk Matthiessen mit Bürgermeister Peter Paul Ahrens.

Foto: Frank Jungbluth

Iserlohn.   Dirk Matthiessen (55) leitet seit dem 1. Januar das Stadtmarketing in Iserlohn. Sein Büro hat er beim Bürgermeister, er will viel Draußen sein.

Reden kann der Mann, und er hat eine große Idee: Iserlohn neu erfinden, der Stadt und allen, die sie prägen, „auf die Sprünge helfen“. „Der oberste Dienstleister sein“, wie er selbst sagt, als er sich offiziell im Rathaus vorstellt an diesem grauen Tag, an dem es zum Glück nicht regnet. Denn Dirk Matthiessen ist am liebsten mit dem Fahrrad oder zu Fuß unterwegs, er erschließt sich „seine neue Stadt“ mit der Nase im Wind. Der weht hier nicht so rau wie in seiner norddeutschen Heimat, doch der 55-jährige Physiker aus Kiel, der zuletzt als City-Manager in Pinneberg Akzente gesetzt hat, gewöhnt sich ans „Mittelgebirge“ hierzulande.

Er wohnt mit seiner Frau im Dröscheder Feld. „Pendler wollte ich nie sein, seit klar ist, dass ich hier das Stadtmarketing leiten soll. Das wäre in der Position keine gute Grundlage für Glaubwürdigkeit“, wie er sagt. Rückenwind hat Matthiessen, weil die Kommission, die ihn im September 2018 ausgewählt hat, einstimmig dafür war, den Mann von der Küste zu engagieren. Jetzt will er durchstarten.

„Wir müssen uns besser verkaufen, und wir brauchen – kurzfristig – Veranstaltungen, mit denen wir verkaufsoffene Sonntage möglich machen“, sagt Matthiessen, der einen Job übernimmt, den zweieinhalb Jahre lang niemand haben wollte. Man übersieht ihn nicht in diesen Tagen, wenn er durch die Stadt radelt oder geht.

„Ich will viel sprechen, wir müssen miteinander reden – Kommunikation mit allen ist alles in dem Metier“, weiß der neue Stadtmarketing-Leiter, der seine Arbeit auch als strategische Kommunikationsaufgabe begreift. Und er ist grenzenlos zuversichtlich. „Wenn wir alle zusammen am neuen Leitbild arbeiten, dann kann nichts schiefgehen. Aber das wird Zeit brauchen, das schafft man nicht von heute auf morgen.“

Es kann sein, dass man eines nicht allzu fernen Tages mit Dirk Matthiessen in einem leeren Ladenlokal an der Wermingser- oder der Unnaer Straße ins Plaudern kommt, denn er will für alle Bürgerinnen und Bürger da sein, viel zuhören, auf die Iserlohner zugehen, und vor allem im Schulterschluss mit der neuen Werbegemeinschaft schnell Strukturen schaffen, um dem Einkaufsstandort Iserlohn wichtige Impulse zu geben.

Eine Frage ist, wie dieBürger ihre Stadt sehen

„Ich will einer von Euch werden“, ruft der den Bürgern und den Akteuren zu, die beim Stadtmarketing in Zukunft noch mehr als bisher an einem Tau ziehen müssten, um im maritimen Bild zu bleiben, dass der Kieler Matthiessen zeichnet. Er meint damit Einzelhandel, Politik, Kulturschaffende, Vereine, einfach alle, die unsere Stadt ausmachen. „Wir brauchen einen roten Faden, an dem wir uns alle gemeinsam auf dem Weg zum neuen Leitbild orientieren können“, ist er überzeugt.

Dirk Matthiessen trägt das Wappen der Stadt am Revers, er will auch ein Botschafter Iserlohns sein, wenn er auswärts für die Stadt wirbt. „Die Frage ist, wie die Bürger ihre Stadt sehen. Das will ich wissen. Und vor allem will ich erfahren, wohin wir wollen mit unserer Stadt.“

Er spüre bei vielen, mit denen er seit seinem Dienstantritt am 2. Januar schon gesprochen habe, dass es eine Aufbruchstimmung gebe. „Die Leute sagen: Es geht los, ich bin dabei. Iserlohn ist eine komplexe Stadt mit viel Potenzial. Iserlohn ist eine spannende Herausforderung.“

Im Norden war Dirk Matthiessen sechs Jahre Geschäftsführer des Stadtmarketing-Vereins. „Wir sind dort an Grenzen gekommen, ich bin sicher, dass wir hier viel mehr bewegen können“, sagt er.

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