Stadtmarketing

Ideenschmiede für Stadtmarketing

Die Fußgängerzone ist ein zugkräftiges Element der Einkaufsstadt. Das übergeordnete Stadtmarketing liegt strategisch jedoch weiterhin brach.

Foto: Jörg Kleine

Die Fußgängerzone ist ein zugkräftiges Element der Einkaufsstadt. Das übergeordnete Stadtmarketing liegt strategisch jedoch weiterhin brach. Foto: Jörg Kleine

Iserlohn.   Iserlohn will einen Stadtmarketing-Beirat aus Politik, Handel und Gewerbe gründen. Die Entscheidungen für Stadtmarketing soll ein Ausschuss des Stadtrats treffen.

Das Stadtmarketing soll in Iserlohn neue Impulse bekommen. Gesucht wird ein „Macher“, der künftig als neuer Stadtmarketingleiter die Regie übernimmt und Vorhaben umsetzt. Die Rolle des Vordenkers, des Strategen und Ideensammlers will die Stadtverwaltung derweil einem neuen Stadtmarketing-Beirat aus Politik und Wirtschaft übertragen.

Am kommenden Dienstag kommt das Vorhaben im Haupt- und Personalausschuss des Stadtrats auf den Tisch. 17 Mitglieder soll der Stadtmarketingbeirat umfassen, davon alleine neun aus den politischen Fraktionen: CDU und SPD je zwei, alle weiteren Fraktionen je ein Mitglied. Hinzu kommen je ein Vertreter des Iserlohner Einzelhandels, der Werbegemeinschaft Letmathe, der Werbegemeinschaft Hennen, der Wirtschaftsförderung (GfW), der Wirtschaftsinitiative Iserlohn (WIS), der Bürgermeister und der künftige Leiter des Stadtmarketings. Den Vorsitz übernimmt ein Rathausmitarbeiter, der vom Bürgermeister ernannt wird.

Stadtmarketing-Leiter ohne greifbare Ergebnisse

Ziel der neuen Struktur ist, das Stadtmarketing in Iserlohn auf breite Füße zu stellen und weiter zu entwickeln. Das scheint in Iserlohn auch bitter nötig, denn seit Herbst 2016 gibt es keinen Stadtmarketingleiter mehr – und auch das City-Management als Organisation der heimischen Händler hat in den vergangenen Jahren deutlich an Mitgliedern verloren.

Anfang 2014 sollte es ein Neuer an der Spitze des Stadtmarketings richten – Martin Bußkamp. Aber schon im Herbst 2016 warf er das Handtuch: entnervt, weil es immer mehr Kritik hagelte. Die kam jedoch nicht von ungefähr, denn greifbare Ergebnisse hatte der Stadtmarketingleiter als Stabsstelle des Bürgermeisters kaum erzielt.

„Leerstandskataster“, aktive Vermarktung leer stehender Geschäfte, Online-Strategien für den heimischen Handel, ein städtisches Profil nach außen entwickeln – vieles war in der Diskussion, aber nichts wurde umgesetzt.

1999, also schon zehn Jahre vor seinem Amtsantritt als Bürgermeister, hatte Dr. Peter Paul Ahrens aus dem Stadtmarketing heraus den Impuls zur Gründung des City-Managements gegeben. Schulter an Schulter mit der Stadt sollte dies die Kräfte des Iserlohner Einzelhandels bündeln.

Von ehedem über 100 Mitgliedern des City-Managements waren Ende 2016 aber nur rund 20 geblieben (wir berichteten). Wiederholt diskutierte der Verein, sich selbst aufzulösen. Der Bürgermeister organisierte mehr Unterstützung durch die Stadt – etwa für die Veranstaltungen im Zentrum. Parallel tagte seit Herbst im Rathaus eine politisch besetzte Arbeitsgruppe zum Thema Stadtmarketing.

Erst Beirat, dann Ausschuss, dann umsetzen

Doch wer hat den Hut auf? Wer erarbeitet die Stratgien? Wer formuliert die Ziele? Und wer setzt sie um? All diese Fragen scheinen weiterhin ungelöst. Wer auf die Homepage der Stadt nach „Leiter Stadtmarketing“ sucht, findet „N.N.“: non nominatus, nomen nominandum – oder schlicht: Den müssen wir noch benennen.

Der neue „Macher“ soll dabei in erster Linie ausführendes Organ sein. Als Ideenschmiede dient künftig vielmehr der Stadtmarketing-Beirat. Der wiederum soll jedoch dem Haupt- und Personalausschuss zugeordnet sein, der über Empfehlungen und Anregungen aus dem Beirat zu entscheiden hat.

Das klingt kompliziert und zunächst einmal wenig nach Raum für Kreativität. Doch Vorverurteilung gilt nicht: Die Zukunft wird zeigen, wie sich das Iserlohner Stadtmarketing entwickelt.

Einfach wird die Aufgabe nicht. Schon die Suche nach Alleinstellungsmerkmalen birgt Probleme. Wer sich von außen über Iserlohn informiert, findet schnell die „Waldstadt“ als positives Merkmal. Doch in Iserlohn selbst ist der Begriff für Marketingzwecke umstritten, schildert Bürgermeister Dr. Ahrens: „Aus meiner Sicht ist es vor allem die Vielfalt, die Iserlohn auszeichnet.“ Ob Handel, Gewerbe, Sport, Kultur oder Landschaft.

Vielleicht lässt sich dies ja strategisch wirkungsvoll als Merkmal nutzen. Ein aus Skandinavien stammendes Möbelhaus ist damit durchaus erfolgreich. Devise: „Entdecke die Möglichkeiten.“

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