Istanbul-Reise

Im Bigband-Sound auf dem Weg nach Üsküdar

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Neue Klänge in der Jazz-Band. Vor allem bei dem Song „Auf dem Weg nach Üsküdar“ lassen sich die jungen Musiker von „JazZination“ schon bei den Proben in Iserlohn auf orientalisches Flair ein.

Neue Klänge in der Jazz-Band. Vor allem bei dem Song „Auf dem Weg nach Üsküdar“ lassen sich die jungen Musiker von „JazZination“ schon bei den Proben in Iserlohn auf orientalisches Flair ein.

Foto: Ralf Tiemann

Iserlohn.   Konzerte, Austausch und fremde Klänge – für „JazZination“ bringt die Istanbul-Reise viel Neues.

Dass das keine normale Konzertreise wird, ahnen die jungen Musiker von „JazZination“ schon lange. Luzie Reich ist mit ihrem Bariton-Saxofon für die ganz tiefen Töne in der Bigband zuständig und gehört mir ihren 18 Jahren schon zu den alten Hasen der Band. Sie war auch schon vor zwei Jahren dabei, als „JazZination“ bei einem Jazz-Festival mehrere Konzerte in den Clubs von Prag gab. Die Reise nach Istanbul, da ist sie sicher, wird aber nochmal eine andere Nummer. Zum einen, sagt sie, wird es spannend, weil es sich um einen Austausch handelt und die Musiker den türkischen Jugendlichen in ihren Familien, in der Schule und vor allem bei den gemeinsamen Proben sehr nahe kommen werden. Zum anderen aber auch, weil ihr Besuch mit dem gemeinsamen Auftritt vor dem deutschen Generalkonsulat in Istanbul einen sehr offiziellen und für die Partnerschaft repräsentativen Charakter bekommt.

Mit Musik auf eine höhere Ebene

Tatsächlich ist es die Musik, die hier die Kooperation der Schulen auf eine höhere Ebene stellt, was auch Barbara Brühl als Leiterin der Gesamtschule Iserlohn betont. Sie begleitet den jetzigen Besuch und ist ebenfalls beeindruckt von den Ausmaßen, die die Partnerschaft angenommen hat. Das Konzert im Konsulat, sagt sie, sei schon eine ganz besondere Ehre.

Um dem gerecht zu werden, bastelt Band-Leader Wilfried Pieper schon länger an einem Programm, bei dem sich die Band auch auf bisher fremdes, orientalisches Terrain begibt. „Üsküdar’a Gider İken“ („Auf dem Weg nach Üsküdar“) ist beispielsweise ein türkisches Volkslied, das nun in einer Bigband-Bearbeitung von Posaunist Björn Bajer Eingang ins Repertoire gefunden hat. Timo Stark und Hanna Burchert singen die Nummer auf türkisch. In der Türkei werden die dortigen Musiker mit anatolischen Instrumenten einsteigen. „Das ist musikalisch ungemein spannend, wie wir gemeinsam aus unterschiedlichen Kulturkreisen etwas zusammen auf die Bühne bringen,“ sagt Wilfried Pieper. Der Band-Leader war schon öfters in Istanbul dabei und ist einfach begeistert von der Offenheit und der Gastfreundschaft der dortigen Schule und der Familien. „Ich bin mir sicher, dass unsere Schüler das genau so kennen lernen und extrem davon profitieren.“ Und gerade das gemeinsame Tun und die Arbeit an einem gemeinsamen Projekt garantierte jedes Mal einen sehr unkomplizierten und selbstverständlichen Zugang zueinander.

„Hooligan“ von der türkischen Ska-Punk-Band „Athena“ ist ein zweites Stück, das extra für Istanbul ins Programm gekommen ist und das die Band erst vor Kurzem beim Probenwochenende in Bad Fredeburg kennen gelernt hat. Es geht alles ziemlich schnell bei „JazZination“, schließlich ist die Band viel gefragt und ununterbrochen schwer beschäftigt. Noch heute Abend, zwölf Stunden vor dem Abflug nach Istanbul, stehen sie im Parktheater bei der großen Iserlohner Kleinkunstnacht im Rampenlicht. Und schon am 11. April, zehn Tage nach der Rückkehr, steht mit „music & more“ das Jahreskonzert der Gesamtschule ebenfalls im Parktheater an. Und das in momentan immer wechselnden Besetzungen, denn bei der Istanbul-Reise tritt „JazZination“ in verhältnismäßig kleinem Format von unter 20 Musikern und ohne einige Leistungsträger der vergangenen Jahre an.

In der Türkei werden dieBausteine zusammengefügt

Wer Wilfried Pieper bei den Proben erlebt, merkt schnell, dass ihn solche Hürden nicht sonderlich nervös machen. „Wir sind musikalisch bestens vorbereitet“, sagt er. Und auch, was er via Internet bisher aus der Türkei gehört hat, klinge schon sehr vielversprechend. „Jetzt geht es in der Türkei darum, die Bausteine zusammenzufügen.“ Für heute Nachmittag hat er noch eine letzte Probe nur für die Türkei-Reisenden angesetzt. Dann geht es los. Und bei aller Besonderheit und Bedeutung der Reise: Es bleibt am Ende dann doch eine „JazZination“-Tour. „Und das hat immer seinen ganz besonderen Reiz“, freut sich Pieper auf eine tolle Woche mit sehr viel Musik.

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