Demonstration

Im Einsatz für die Superhelden der Natur

Mit einer Demonstration unter Führung des Kinder- und Jugendrates ist auf die prekäre Situation der Bienen aufmerksam gemacht worden.

Foto: Oliver Bergmann

Mit einer Demonstration unter Führung des Kinder- und Jugendrates ist auf die prekäre Situation der Bienen aufmerksam gemacht worden. Foto: Oliver Bergmann

Iserlohn.   Öffentlichkeitswirksam ist am Samstagvormittag die Bienen-Demo vonstatten gegangen.

Eines der vielen selbstgemalten Plakate zeigt eine trostlose Landschaft mit toten Bäumen und kahlen Ästen. So sähe es aus, wenn es keine Bienen mehr gäbe, wenn also 80 Prozent der Pflanzen nicht mehr bestäubt würden, wie ein anderes Plakat mahnt. Die kleinen fleißigen Tierchen sind von Sorgen, sogar Existenz­ängsten geplagt, weil ihnen natürliche Feinde, Umwelteinflüsse und der Mensch durch unbedachtes Bauen das Leben schwer machen.

Darauf und auf die Folgen haben die Mitglieder des Kinder- und Jugendrates mit ihrer Bienen-Demo am Samstagvormittag aufmerksam gemacht – und zwar dort, wo sie zu dieser Tageszeit am meisten Leute erreichen: in der Innenstadt zwischen Schiller- und Marktplatz.

Unterwegs im selbsgenähten Bienenkostüm

„Wir demonstrieren dafür, dass die Leute keine Bienen töten“, sagte die acht Jahre alte Marie zur Heimatzeitung. Als Biene verkleidet, gehörte sie wie ihre gleichaltrige Freundin Lena dem etwa 60 Personen starken Demonstrationszug an. In ihren in wochenlanger Arbeit selbstgenähten Kostümen feierten sie ihre Demo-Premiere, die von einem einzigen Poli­zisten begleitet wurde

Schön anzusehen war das multikulturell besetzte Teilnehmerfeld, das sich im Schatten des Rathauses zusammenfand. Auch das sei ein Ergebnis der geleisteten Arbeit, sagte die städtische Kinder- und Jugendbeauftragte Petra Lamberts wie selbstverständlich und fügte hinzu: „Bienen sind schließlich auch multikulturell.“ In weiß gekleidete Mitglieder der Imkervereine Hemer und Kalthof, der sich in seinem Jubiläumsjahr befindet und 75 wird, marschierten mit den Kindern, dem Naturschutzbund Märkischer Kreis und der Iserlohner Kinderlobby ebenfalls mit.

Der Landtagsabgeordnete Thorsten Schick, der die Teilnehmer mit einem Megafon begrüßte, unterstrich die Bedeutung der Bienen und dankte den Demonstranten für ihren Einsatz. Er erinnerte daran, dass es viele Produkte, die wenige Meter vom Ausgangspunkt der Demo auf dem Markt verkauft werden, ohne die Bienen überhaupt nicht gäbe. Es ist auch keine Verschwörungstheorie, dass selbst der Mensch ohne Bienen nicht existieren könnte. Ohne Bestäubung keine Pflanzen, ohne Pflanzen kein Sauerstoff.

Mit der Samenmischung das Ruder wieder herumreißen

Die Teilnehmer hatten kleine Samentütchen dabei, die sie unters Volk brachten. Ausgesät im Garten oder auf dem Balkon, entstehen daraus Blumen, auf die Bienen im wahrsten Sinne des Wortes fliegen. So könne jeder seinen Beitrag zur Stabilisierung der Bienenpopulation leisten. Mit Sirenengeräuschen und ihrem bunten Auftreten war den Demonstranten die Aufmerksamkeit von Markthändlern und -besuchern gewiss.

Auf dem Marktplatz warteten verschiedene Aktionen auf die Teilnehmer, begehrt waren der Honig und die Honigbonbons.

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