Iserlohn.

Im Schulterschluss für „Konfi-Kids“

Iserlohn.   Drei evangelische Kirchengemeinden kooperieren künftig in der Konfirmandenarbeit und bieten diese auch schon als „KU3“ für Drittklässler an.

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Die drei evangelischen Kirchengemeinden aus der Innenstadt („Versöhnung“), aus Wermingsen („Erlöser“) und vom Nußberg („Johannes“) kooperieren künftig eng in der Konfirmandenarbeit und bieten Unterricht dann auch schon für Grundschüler an – für „Konfi-Kids“.

„KU3“, also der Kirchliche Unterricht bereits im dritten Schuljahr, sei grundsätzlich nicht neu und werde beispielsweise in der Maria-Magdalena-Gemeinde in Sümmern und der Iserlohner Heide sowie in der Evangelischen Kirchengemeinde Hennen-Kalthof schon seit langem angeboten. „Das Besondere hier ist, dass drei Gemeinden das zusammenmachen“, erklärt Pfarrerin Mirjam Ellermann von der Versöhnungs-Kirchengemeinde. „Das bietet Synergieeffekte“, unterstreicht ihr Kollege Pfarrer Dr. Gottfried Abrath aus der Erlöser-Kirchengemeinde. Mit Blick auf die personellen Ressourcen sei man eben „stärker aufeinander angewiesen“.

Konfirmandenarbeit für zwei verschiedene Jahrgänge sei auch bisher schon in einer kleinen Gemeinde mit einer Pfarrstelle nicht allein zu bewältigen gewesen, ergänzt Pfarrer Tom Mindemann von der Johannes-Kirchengemeinde: „Alleine kriegt man es nicht gestemmt. Da bietet die Kooperation ideale Möglichkeiten.“

Erstmals in den Genuss des neuen Konzepts, bei dem die Veranstaltungen abwechselnd in den Räumen oder Kirchen der drei Gemeinden stattfinden (siehe Informationen am Ende des Artikels) kommen die derzeitigen Zweitklässler. Alle mit mindestens einem evangelischen Elternteil werden automatisch Anfang Mai angeschrieben und informiert. „Aber auch die noch ungetauften Kinder sind herzlich willkommen bei dem Angebot“, macht Pfarrerin Mirjam Ellermann deutlich und verweist darauf, dass immer mehr Kinder erst später getauft würden: „Unsere eigenen übrigens auch.“ Da dem gemeinsamen Gemeindebüro an der Piepenstockstraße die Adressen der noch ungetauften Kinder und ihrer Eltern aber nicht vorliegen, werden alle Interessierten aus den drei Gemeinden gebeten, sich unter Tel. 02371/795-161 bei Sabine Sahlmann zu melden.

Am Freitag, 8. Juni, gibt es von 17 bis 19 Uhr in den Räumen der Erlöser-Kirchengemeinde dann einen „Eltern-Kinder-Info-Abend“. Die meisten Informationen sind für die Erwachsenen gedacht, während es für den Nachwuchs ein eigenes Programm geben wird – sowie für alle einen kleinen Imbiss und Getränke. Denn der Abend soll auch schon mal einen Vorgeschmack geben auf die drei sogenannten Blocktage, an denen sich Kinder und Eltern zwischen September 2018 und Mai 2019 ein paar Stunden lang mit den Themen Taufe, Abendmahl und Kirchenjahr beschäftigen sollen. Wobei das kirchliche Angebot für die Drittklässler, wie überhaupt der gesamte „KU3“, mehr spielerisch sein sollen. „Wir haben da ja sowieso seit zehn Jahren einen Paradigmenwechsel: Weg vom Konfirmandenunterricht mit der Vermittlung von Lerninhalten, hin zur Konfirmandenarbeit, in der Lernerfahrungen gemacht werden“, erklärt Pfarrer Mindemann.

Dass künftig auch in ihren drei Gemeinden schon früher als bisher damit angefangen wird, sei der richtige Weg, habe man doch in dem Alter noch einen ganz anderen Zugang zu den Kindern. „Sie sind aufmerksam, neugierig und interessiert“, sagt Pfarrerin Ellermann. „Und auch zu den Familien haben wir einen anderen Zugang. Die Eltern sind ganz anders beteiligt, und alle zusammen kommen in den Gottesdienst“, sagt Pfarrer Abrath. Und das eben nicht nur an Weihnachten – wobei sich auch der Besuch der Gottesdienste an Heiligabend diesmal besonders lohnen werde. Denn Bestandteil des Konzepts ist auch eine „Praxis-Phase“ im Advent: Ein Teil der insgesamt 50 bis 80 Kinder, mit denen die Gemeinden bei diesem ersten Mal rechnen, wird am Weihnachtsmusical der Kinder- und Jugendkantorei mitwirken. Alle übrigen proben ebenfalls – und zwar für die Krippenspiele in den drei Kirchen.

Insgesamt umfasst das neue Konzept 25 Unterrichtsstunden für die „Konfi-Kids“ plus noch eine Wochenendfreizeit am Sorpesee – und dafür dann nur noch 50 Unterrichtsstunden im 8. Schuljahr als Vorbereitung auf die Konfirmation. Das bisherige „Katechumenenjahr“ im 7. Schuljahr entfällt, dafür beginnt das zweite etwas früher, und es gibt ein gemeinsames „Konfi-Camp“ in den Herbstferien.

Zweitklässler und jetzige Sechstklässler betroffen

Die Veranstaltungen finden wechselweise in den Gemeinden statt. Nach dem Info-Abend (26. Mai) in der Erlöser-Gemeinde geht es beispielsweise zum „Kennenlernen“-Blocktag (28. September) am Nußberg, dann wieder für den Erntedank-Gottesdienst (7. Oktober) nach Wermingsen und zum Auftakt der „Praxis-Phase Advent“ ins Lutherhaus (8. Dezember).

Abschließen wird der „KU3“ mit einem Segnungsgottesdienst am 26. Mai in der Obersten Stadtkirche.

Das neue Konzept betrifft neben den derzeitigen (und künftigen) Zweitklässlern auch die evangelischen Schüler, die aktuell in der sechsten Klasse sind, da es für sie erstmals kein „Katechumenenjahr“ im siebten Schuljahr geben wird. Für sie beginnt die Vorbereitungszeit diesmal erst nach der Konfirmation 2019.

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