Natur

Im Wald ist es schon wieder auffallend trocken

Auch stattliche Laubbäume fallen der Trockenheit der letzten Jahre zum Opfer. Diese alte Eiche an einem Waldweg unweit der Fachhochschule haben die letzten Stürme im Februar einfach entwurzelt. Inzwischen wurde sie zersägt und zur Seite geräumt. 

Auch stattliche Laubbäume fallen der Trockenheit der letzten Jahre zum Opfer. Diese alte Eiche an einem Waldweg unweit der Fachhochschule haben die letzten Stürme im Februar einfach entwurzelt. Inzwischen wurde sie zersägt und zur Seite geräumt. 

Foto: Ralf Tiemann

Iserlohn.  Der ergiebige Regen der letzten Wochen hat gut getan, Grund zur Entwarnung gibt es aber noch lange nicht

Nach wochenlangem Schmuddelwetter mit Nebel und ergiebigen Niederschlägen ist der Wald schon nach wenigen Tagen wieder auffallend schnell trocken – als hätte es den nassen Spätwinter überhaupt nicht gegeben. „Das ist uns auch aufgefallen“, sagt Julia Borghoff. Wie könne es auch anders sein, bei der fehlenden Bestockung im Wald, wie die Stadtförsterin sagt. Sprich: Der inzwischen flächendeckende Kahlschlag durch den Borkenkäfer in den Nadelbeständen mache es für den Wald immer schwerer, das Wasser an der Oberfläche zu halten.

„Der viele Regen hat dem Wald aber gut getan“, sagt Julia Borghoff. Bisher sei es nach der extremen Trockenheit der letzten Jahre so gewesen, dass der Boden auch in den tiefen Schichten ausgetrocknet war und Wasser nur die oberen Schichten bis etwa 80 Zentimeter Tiefe erreicht habe. Der ergiebige und andauernde Regen der vergangenen Wochen habe nun aber zu einer deutlich erhöhten Sättigung des Bodens geführt. Neuesten Bohrungen zufolge reiche die Feuchtigkeit nun wieder sehr viel tiefer.

Die Trockenschäden der letzten Jahre sind aber dennoch besorgniserregend. Sichtbarstes Zeichen dafür sind nun auch große und mächtige Laubbäume, die an den drei Sturmwochenenden im Februar auch im Iserlohner Stadtwald umgepustet wurden. Wer oben an der Fachhochschule in den Wald geht, trifft gleich nach wenigen Metern auf eine dicke, etwa 120 bis 130 Jahre alte Eiche, die einfach entwurzelt wurde und quer über dem Weg lag. Erst in der vergangenen Woche wurde sie zersägt und zur Seite geräumt. Die Trockenheit habe auch bei den großen Laubbäumen das Feinwurzelsystem weitgehend absterben lassen, erklärt Julia Borghoff. Die Schäden seien auch dort sehr groß. Es sei derzeit noch nicht abzusehen, was da alles abgestorben sei. Sie gehe aber davon aus, dass viele Bäume in diesem Frühjahr kahl bleiben.

Der Zulauf zum Rupenteich versiegt schon wieder

Und dann gehe es mit dem Borkenkäfer weiter, wirft die Stadtförsterin einen düsteren Blick in die Zukunft. Experten gehen davon aus, dass nur ein Viertel der unheilbringenden Käfer-Population im milden Winter abgestorben sei. Zu rechnen sei nun wieder mit einer echten Plage, der die noch verbliebenen Nadelbäume nichts entgegensetzen können. „Die haben keine Chance“.

Dass es schon jetzt, nach wenigen sonnigen Tagen wieder trocken im Wald ist, zeigt sich auch am Rupenteich, der jetzt im anbrechenden Frühling randvoll ist. Der obere Zulauf, der vor wenigen Tagen noch einem wild plätschernden Bach glich, versiegt schon wieder. Es kommt einfach dauerhaft kein Wasser aus dem Wald. Es wäre also nicht verwunderlich, wenn der Teich auch in diesem Frühjahr sein Wasser wieder verliert.

Denn – wie bereits berichtet – der neue Ton-Untergrund benötigt eine Feuchtigkeitssättigung nicht nur von oben, sondern auch von unten aus dem Grundwasser heraus, das in den vergangenen trockenen Jahren bekanntlich stark abgesackt ist. Ob die Niederschläge dieses Winters für eine dauerhafte Sättigung des Teichbettes gesorgt haben, ist derzeit noch ungewiss. Die kommenden Wochen werden es zeigen. Laut Wetterprognose soll es ja erst einmal wieder eine ganze Weile trocken bleiben.

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